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Familie Minge zieht es erneut nach Peru

Aufbruch zu einer zweiten Hilfsmission Familie Minge zieht es erneut nach Peru

2011 brachen sie das erste Mal ins peruanische Hochland auf. Damals für 17 Monate. Sie erlernten die spanische Sprache und Zahntechnikermeister Tibor Minge half, ein hochmodernes Dentallabor aufzubauen, in dem die Ärmsten der Armen, die Quechua-Indianer nun versorgt werden. Nun zieht es die Familien zu einem zweiten Hilfseinsatz. Der soll drei Jahre dauern.

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Haben ihre Entscheidung getroffen: Stefanie und Tibor Minge aus Oranienburg mit den Kindern Hanna (9), Jannes (4) und Ruben (1).

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Der Flug ist gebucht. Am 9. Januar 2016 geht es für die Minges erneut auf die Reise nach Südamerika. Diesmal haben sie zu Hanna und Jannes noch ihren kleinen Ruben dabei. Im peruanischen Hochland haben Stefanie und Tibor Minge wohl ihr Herz verloren. Bei den Familien und dem einfachen Leben der Quechua-Indianer und der Hilfe für die Ärmsten der Armen. Das war ab 2011.

Gut kann sich Tibor Minge noch an den 5. Mai, den Tag der ersten Ausreise, erinnern. Damals ein Start voller Euphorie, aber auch mit vielen Unbekannten. Heute sprechen sie Spanisch „so leidlich“, hat der Zahntechnikermeister vielen Frauen, Männern und Kindern zu neuen oder gesünderen Zähnen verholfen. Zähneputzen sei nicht verbreitet, dafür der Konsum von Limo und Süßkram umso mehr. 100 Patienten wollte er prothetisch versorgen, das war sein Ziel. Das hat er geschafft. „Das Projekt war abgeschlossen. Dachte ich.“ Die Heimkehr sei für sie ein zweiter Kulturschock gewesen, erinnert sich Stefanie. Zurück in Oranienburg, habe sie die Märkte, die Gerüche, die Herzlichkeit, die Gemeinschaft der Menschen aus der Not heraus vermisst. „Habt ihr noch Wasser? Habt ihr noch Butter?“, das seien die Alltagsfragen in Peru, erinnert sie sich. „Die 17 Monate haben uns im Herzen verändert. Man hinterfragt vieles neu.“ Schon bald nach der Heimkehr beschlich beide Minges das Gefühl, dass dort, wo sie bei den Quechua-Indianern unter einfachsten Bedingungen, oft ohne Strom und Wasser und einem Supermarkt drei Autostunden entfernt, im Takt der Regenzeit gelebt hatten, ihre Mission noch nicht erledigt ist.

Im Mai auf dem Kirchentag dann der Entschluss: „Wir müssen noch einmal hin.“ Diesmal für drei Jahre. „Im Moment genießen wir unser Haus und den Garten“, sagt Stefanie. In der Familie habe nicht jeder Verständnis für ihre Entscheidung. Die Sicherheit mit ihren drei Kindern zu verlassen, Haus und Garten einzutauschen gegen ein einfaches Leben in 12 000 Kilometer Entfernung ohne festen Verdienst und auf Spendenbasis. Tibor Minge geht zurück in die Zahnklinik. „Dort will ich meine ganze Kraft geben.“ Mit 43 sieht er dafür die richtige Zeit. „Die Welt ist so im Umbruch, ich will vor Ort helfen, wo es sinnvoll ist, damit niemand auswandern muss.“ Stefanie wird als Logopädin in den Kinderclubs arbeiten, in denen auch 60 behinderte Menschen versorgt werden. „Vor allem müssen wir die Arroganz ablegen, von wegen wir zeigen euch jetzt, wie das mit der deutschen Perfektion richtig geht. Auch wir können dort sehr viel lernen.“ Der Weg sei nicht einfach, sind sich beide einig. „Aber wir wissen, das ist einer, der weiß, es ist ein guter Plan für uns.“

Von Heike Bergt

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