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Farbengewitter

Velten Farbengewitter

Mit Tape Art (Klebebandkunst), einer urbanen Kunstform aus den 60er Jahren, als Alternative zum Graffiti entstanden, beschäftigten sich die Kunstschüler der 10.Klassen des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums. Sie verwandelten ihre Schule mit den Klebestreifen in ein buntes Farbenkunstwerk mit interessanten Gedankenbögen.

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Der Kindergummistiefel, der auf dem Regenbogen entlangläuft, ist voller Regenwasser.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Filigran schlängelt sich ein gelber Drache über Schließfächer und Klassenraumtüren im Erdgeschoss des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums. Hergestellt ist das gruselige Wesen, dessen Schwanzende jedoch von bunten Luftballons verziert wird, aus unzähligen Klebebandstreifen.

Eine Drache auf den Schulschränken als Tape Art

Eine Drache auf den Schulschränken als Tape Art.

Quelle: Ulrike Gawande

Tape Art (Klebebandkunst) heißt diese Form der Urbanen Kunst, die in den 60er Jahren als Alternative zum Graffiti entwickelt wurde. Am Veltener Gymnasium feierte Tape Art als diesjähriges Kunstprojekt der zehnten Klassen Premiere. „Ziel des Projektes war es, auch die Umgebung mit aufzunehmen und den Raum miteinzuarbeiten“, erklärt Kunstlehrerin Karin Hunger die Aufgabe der Schüler. Inhaltlich sollte also auf das Schulleben eingegangen werden.

Injiziertes Schulwissen trägt Wirkung

Injiziertes Schulwissen trägt Wirkung.

Quelle: Ulrike Gawande

So gestaltete eine Schülergruppe eine triste Betonsäule als Spritze, an deren Spitze eine Butterblume wächst. Darstellen soll die Spritze das Wissen der Schüler, das sie in der Schule eingepflanzt bekommen. Am anderen Ende des Schulhauses findet sich dann passend die Pusteblume, die ihre Samen in die ganze Welt verteilt.

Eine andere Säule wird zur Spraydose, die im Stile von Van Gogh einen Sternenhimmel an die Decke sprüht. Die Abiplaketten auf dem Boden werden zu glänzenden Wissensternen. Auch die Stahlskulptur vor der Schultür, die wie ein riesiger gekippter Fahrradständer aussieht , wird durch Tape Art zum Hingucker. Julia Netzel und drei weitere Schülerinnen haben ihn mit Klebestreifen in einen leuchtenden Regenbogen verwandelt. „Das Schwierigste war der Beginn, die erste Farbe aufzukleben und auch die Zwischenräume zwischen den drei Dreiecken mit einzubeziehen“, verrät die 16-Jährige. Auf dem Boden entstanden Wolken und Regentropfen. Acht Schulstunden stecken in dem Kunstwerk. Spontan wurden Kindergummistiefel in das Werk integriert.

Ein fliegender Teppich lässt Schülerträume aus dem Schulalltag entfliehen

Ein fliegender Teppich lässt Schülerträume aus dem Schulalltag entfliehen.

Quelle: Ulrike Gawande

„Während der Arbeit ein Projekt weiterzuentwickeln, Materialien auszuprobieren, sind Prozesse, die die Schüler für später stärken“, ist die Kunstlehrerin überzeugt. Über 70 Zehntklässler versuchten sich an Tape Art, viele weitere Schüler halfen zusätzlich mit. Denn die kleinen Klebebandschnipsel auszuschneiden und aufzukleben ist eine filigrane Arbeit. „Es war anstrengend, hat aber viel Spaß gemacht“, findet Antonia Richter, die den Drachen mitgestaltet hat. Anfangs hätten andere Schüler die Klebebänder sogar wieder abgekratzt, erzählt die Schülerin. Erst erklärende Schilder hätten Abhilfe geschaffen. Dafür hatten die Künstler fortan zahlreiche Zuschauer. „Da brauchte man ganz schön Mut, vor allen in den Pausen zu arbeiten.“ Ihre Klassenkameradin Dana Kretschmer gefällt hingegen, dass ihre Kunst nun von allen gesehen wird. Auch vom Besitzer der Schließfachfirma, der höchst angetan von dem Tape-Art-Projekt auf seinen Schränken war. Er sagte zu, ein Fotoprint für die tristen Schrankfronten zu finanzieren.

Am Lehrerzimmer steht

Am Lehrerzimmer steht: Game Over.

Quelle: Ulrike Gawande

Es sei doch toll, wie viel Spaß ein Raum so machen könne, freut sich Karin Hunger über die gelungenen künstlerischen Ergebnisse der Schüler. Sie kann auch darüber lachen, dass der Flur als Pac-Man-Spiel gestaltet wurde. Inklusive des Spruches „Game Over“, neben der Lehrerzimmertür. Schließlich ist Tape Art meist eine vergängliche Kunstform, denn innerhalb von drei bis vier Wochen lassen sich die bunten Kunststoffbänder rückstandslos entfernen. Eine Zusage, die Karin Hunger der Schulleitung geben musste. Ein klein wenig hofft die Kunstlehrerin jedoch, dass einzelne Kunstwerke überleben dürfen.

 

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Die Kunstschüler des Bollhagen-Gymnasiums aus Velten gestalteten ihre Schule mit Tape Art.

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Von Ulrike Gawande

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