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Feiern auf dem Floß

Bernöwe Feiern auf dem Floß

Die beiden Freunde Oliver Hellwig und Karsten Brust aus Panketal haben das historische Gasthaus „Zum Flößer“ in Bernöwe umgebaut und neu eröffnet. Auf einem neu gebaut Floß kann zünftig gefeiert werden.

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Karsten Brust (l.) und Oliver Hellwig.

Quelle: Heike Bergt

Bernöwe. Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Oliver Hellwig und dem alten Gasthaus auf der grünen Wiese. „Gefunkt“ hat es zwischen ihnen im Sommer letzten Jahres, als ihn sein Freund Karsten Brust das erste Mal nach Bernöwe eingeladen hatte. Diese Ruhe, die Wassernähe, „traumhaft“, gerät Hellwig sofort ins Schwärmen. Schnell waren sich die beiden Unternehmer einig: Da sollte mehr draus zu machen sein. Hinzu kam, dass Vorbesitzer Jochen Zipperling auf der Suche war nach einem Nachfolger für das historische Ausflugslokal im Fachwerkstil, in dem sich einst eine Schmiede befand. Er wollte es aus Altersgründen abgeben.

Karsten Brust kennt Bernöwe bestens. Er wurde auf dem Grundstück der Eltern groß und findet bis heute in Bernöwe Ruhe und Entspannung. Der 46-Jährige betreibt ein gleichnamiges Reisebüro und Omnibusbetrieb und wohnt ihn Panketal. Dort ist auch Oliver Hellwig zu Hause. Der Eventmanager organisiert beruflich unter anderem die Silvesternacht am Brandenburger Tor, die Botanische Nacht oder das Baumblütenfest in Werder. Die Gastronomie ist für den 54-Jährigen eine neue Herausforderung.

Karsten Brust hat den „Flößer“ gekauft, Oliver Hellwig betreibt das Gasthaus. Im Herbst 2016 machten sie ein Konzept für den „Flößer“, am 1. April 2017 war Wiedereröffnung. Dazwischen lag jede Menge Arbeit für die beiden. Ein großer Teich wurde ausgehoben, in dem, biologisch gefiltert, Kois und Rotfedern schwimmen können. In der Mitte ist das Herzstück verankert: ein großes Floß. Es besteht aus wuchtigen Balken und hat einen eigenen Zapfhahn. „Hier feiern die Gäste sehr gern“, so Karsten Brust. Die beiden Unternehmer haben alles in Eigenleistung gebaut und viele Stunden geschwitzt.

Im urigen Lokal finden 50 Gäste Platz, auf den Wiesen drumherum rund 100 unter Sonnenschirmen und auf Biergartenstühlen. „Im ersten Jahr möchte wir uns bekannt machen. Hier sollen keine großen, lauten Partys steigen, sondern die Gäste sollen hier Ruhe finden, Natur und Essen genießen“, beschreibt Hellwig. Aufgetischt wird deutsche Küche, von Fisch über Spargel bis zu Würzfleisch oder Blutwurst mit Sauerkraut. Ein Koch und eine Kellnerin arbeiten hier.

Für die Kinder gibt es einen kleinen Streichelzoo. Zwei Laufenten balgen sich im Gatter mit drei Kaninchen um offenbar leckere Maiskolben. Auch Meerschweinchen gibt es. „Jeden Abend fangen wir sie ein, damit der Fuchs sie nicht holt. Ich schaffe das in 40 Sekunden“, ist Oliver Hellwig stolz, der sich mit dem Zoo einen Traum erfüllt hat. Am Gasthaus gibt es nicht nur einen Parkplatz, sondern auch Fahrradstellplätze am Radfernweg und eine kleine Koppel, wo Reiter ihre Vierbeiner „zwischenparken“ können.

Auch wenn die erste Sommersaison wegen des Wetters nicht berauschend gewesen sei, „wir wollen Schritt für Schritt das Lokal ausbauen“. In der „zweiten Ausbaustufe“ soll es bald Skatrunden, Tanztee, Filmabende oder Lesungen geben. Die nahe Steganlage soll reaktiviert werden. Räder will Karsten Brust anschaffen und eine E-Bike-Station. Aber alles nacheinander, schließlich hätten ja beide so ganz nebenbei einen Vollzeitjob. Im Oktober gibt es ein Eisbeinessen und im September die erste freie Trauung auf der Wiese. Karsten Brust und Oliver Hellwig freuen sich vor allem, dass „uns die Leute im Ort akzeptieren.“

Geöffnet hat „Der Flößer“ montags und donnerstags von 12 bis 20 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr, Dienstag und Mittwoch ist Ruhetag.

Von Heike Bergt

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