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Festgottesdienst in der sanierten Dorfkirche

Nieder Neuendorf Festgottesdienst in der sanierten Dorfkirche

„Wie schön ist sie geworden!“ Nicht als Frage, sondern als Ausrufezeichen formulierte Superintendent Martin Kirchner diesen Satz in seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Dorfkirche Nieder Neuendorf, der am Sonntag zur Wiedereröffnung des Gotteshauses nach der erfolgten Innensanierung stattfand.

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Pfarrerin Barbara Eger vor dem Altar der Dorfkirche Nieder Neuendorf mit dem sogenannten blauen Fenster.

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Nieder Neuendorf. „Wie schön ist sie geworden!“ Nicht als Frage, sondern als Ausrufezeichen formulierte Superintendent Martin Kirchner diesen Satz in seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Dorfkirche Nieder Neuendorf, der am Sonntag zur Wiedereröffnung des Gotteshauses nach der erfolgten Innensanierung stattfand. Und natürlich war nicht Pfarrerin Barbara Eger mit diesem Satz gemeint, sondern die Kirche, die in frischem gelblichen Farbton, der fast warm wirkte, die Besucher willkommen hieß.

Mit hell, sauber und einladend fand Superintendent Kirchner noch mehr positive Adjektive für das Schmuckstuck, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann und nun wieder zum Glänzen gebrachte wurde. Die Wände wurden saniert und neu gemalt, die Fenster mit kunstvollen Ornamenten umrahmt. Einen neuen Anstrich bekamen Kanzel, Empore und Bänke, die außerdem mit einer Sitzheizung ausgestattet wurden. Sanierungskosten von 150 000 Euro kamen so zusammen, die von Sponsoren, dem Kirchenkreis, der Gemeinde, Stadtwerken und Stadt getragen wurden. Sechs Monate dauerten die Arbeiten, die von Architektin Annemarie Rothe und Restaurator André Streich geleitet wurden.

„Die Kirche ist nun eine Freude für alle Sinne.“ Kirchner gedachte an den Vorgängerbau der heutigen Backsteinkirche, eine kleine Kapelle, die im 13. Jahrhundert am Pilgerweg zur Wunderblutkirche in Wilsnack gelegen und den Pilgern als Andachts- und Raststätte gedient hatte. An der Gemeinde liege es nun, dieses Gotteshaus mit Leben zu füllen, erinnerte der Superintendent die Gottesdienstbesucher, die so zahlreich erschienen waren, dass einige den Gottesdienst per Lautsprecher im Kirchgarten verfolgen mussten. Kirchner rief dazu auf, allen Menschen gegenüber gastfreundlich zu sein.

Besonderen Eindruck aber hinterlasse, so Kirchner, das sogenannte blaue Fenster, eine Illusionsmalerei hinter dem Altar, das den Blick der Menschheit weiten solle. Pfarrerin Egers Amtsvorgänger Siegfried Haff, in dessen Amtszeit 2008 die Außensanierung der Dorfkirche als ältestes Gebäude Hennigsdorfs gefallen war, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ein Kirchturm zeigt zum Himmel, das Fenster zeigt den Himmel, es ist die Vision einer neuen, friedlichen Welt.“ Kirche und Politiker hätten vergessen Visionen zu haben, weil sie viel zu sehr mit der Erde beschäftigt seien, so Haff. Diese alte Kirche verbinde jedoch optisch durch die Erdfarben im Innern, eine Neuanpassung an die Farbgebung der 1920er Jahre, und das blaue Fenster symbolisch Himmel und Erde. „Vision und Bodenhaftung, beides gehört zusammen.“

Bodenhaftung war auch vonnöten hatte Barbara Eger bei ihrer Amtsübernahme noch mit Kosten von 80 000 Euro gerechnet. (MAZ berichtete). 380 000 Euro hatte 2008 die Außensanierung von Turmgebälk, Dach und Glockenstuhl inklusive Trockenlegen des Mauerwerks gekostet.

Auch die Orgel wurde nun generalüberholt, in dem die Pfeifen bei Orgelbauer Schuke gereinigt wurden. Sogar die Ursache eines quietschenden Tones konnte in letzter Minute gefunden werden, ein Krümel in einer Orgelpfeife hatte das Schließen der Luftzufuhr im Windladen verhindert. So wurde der Festgottesdienst ebenso zu einem musikalischen Schmuckstück.

Von Ulrike Gawande

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