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Oberhavel Liebeskummer und Mobbing – Motive eines Feuerteufels
Lokales Oberhavel Liebeskummer und Mobbing – Motive eines Feuerteufels
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00:40 26.03.2018
Immer wieder brannte es in Germendorf (Symbolbild). Quelle: Julian Stähle
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Germendorf

Seit dem 1. Oktober 2017 hat es in Germendorf nicht mehr gebrannt. Seit dem Tag, als Stephan H. festgenommen wurde. Das sagte eine Polizeibeamtin am Freitag vor dem Landgericht Neuruppin. Dort muss sich Stephan H. wegen Brandstiftung in vier Fällen verantworten. Der 27-jährige Verfahrensmechaniker gestand, die Brände gelegt zu haben. Zuvor hatten sich Gericht, Staatsanwalt und Verteidiger über eine zu erwartende Höchst- beziehungsweise Mindeststrafe verständigt. Stephan H. kann nun mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und drei Monaten und drei Jahren und neun Monaten rechnen.

Jacke in Treppenhaus angezündet

„Ich würde es an Ihrer Stelle machen“, meinte der Staatsanwalt. Stephan H. willigte in den Deal ein – und räumte die Taten ein. Demnach hatte er bereits im April 2015 im Wiesenweg am Sportplatz Mülltonnen angezündet. Das Feuer griff auf einen dort geparkten Skoda über. Im Dezember 2016 setzte er in einem Wohnhaus, das zu der Zeit umgebaut wurde, am Treppenaufgang eine dort aufgehängte Jacke in Brand. Die Hausbesitzerin erwachte rechtzeitig. Decke und Wände waren verrußt, die Jacke verkohlt.

Brandstifter war selbst Feuerwehrmann

Am 1. Oktober 2017 brannte es gleich zweimal in Germendorf. Zunächst hatte Stephan H. versucht, den vorgebauten Fliegenschutz an einem unbewohnten Bungalow anzustecken. Kurz darauf legte er ein Feuer in einer Papiertonne, die in einer Scheune an der Hohenbrucher Straße stand. Das Feuer wurde entdeckt, bevor es auf das Gebäude übergreifen konnte.

Stephan H. wurde in unmittelbarer Nähe festgestellt. Als mutmaßlicher Brandstifter war er, der damals selbst Feuerwehrmann war, bereits seit längerem im Visier der Polizei, wie eine Kriminalkommissarin sagte. Er wurde bereits im Frühjahr 2017 verdächtigt. Da musste die Feuerwehr zweimal hintereinander in einer Nacht ausrücken. Erst brannte ein Einfamilienhaus, einige Stunden später dann die Wohnung von Stephan H., der noch die eigenen Kameraden verständigen konnte. Der Verdacht, dass er der Täter war, ließ sich damals allerdings nicht erhärten, so die Beamtin. Sie mussten ihn laufen lassen. In den folgenden Monaten kam es zu weiteren Bränden.

Mobbing und Liebeskummer als Motive

Nach seiner Verhaftung machte Stephan H. Angaben zu seinem Motiv gegenüber der Polizei. Er habe sich nicht geachtet, eher gemobbt gefühlt, habe nichts auf die Reihe bekommen und habe Liebeskummer gehabt. Wenn er dann Alkohol trank und ihm sein ganzes Elend bewusst wurde, zündelte er, um Frust abzubauen. „Danach ging es mir besser“, hatte er der Beamtin gestanden. Ihr gegenüber sprach er auch davon, dass er Hilfe brauche. Bei seiner Festnahme hatte er 1,25 Promille im Blut. Ein Urteil soll am 3. April verkündet werden.

Von Dagmar Simons

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