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Oberhavel Film über Züchter und ihre Hunde
Lokales Oberhavel Film über Züchter und ihre Hunde
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11:10 02.09.2017
Thomas Schwank mit zwei seiner Boston Terrier und dem Arbeitsgerät im Dagower Garten. Quelle: Stefan Blumberg
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Dagow

„Es hat mich immer wieder geärgert, wie über die Hundezüchter berichtet wird. Grundsätzlich wird ein falsches Bild erzeugt“, sagt Thomas Schwank, seit 20 Jahren selbst Hundebesitzer. „Ich finde, es wurde für die Beiträge schlecht recherchiert.“ Es seien keine Unterschiede zwischen seriösen und unseriösen Züchtern gemacht worden. So würden die, die die Zucht als Geschäftsmodell entdeckt haben und die Hunde ausbeuten mit den Seriösen gleichgesetzt. Ein weiterer Punkt, der Thomas Schwank beschäftigt: Die sogenannte Qualzucht. Das Thema werde in der Hundewelt heftig diskutiert. Tierschützer würden den Hundebesitzern vorwerfen, sie züchteten immer kürzere Nasen, noch größere Augen, noch kürzere Beine, noch mehr oder weniger Fell. Es könne nicht extrem genug sein. Die Debatte sei unsachlich und emotional, sodass Besitzer von Bulldoggen, Möpsen oder Schäferhunden mit abfallendem Rücken schon auf der Straße beschimpft worden seien.

Das hat Thomas Schwank getrieben, selbst einen Film über Hundezüchter zu machen. Der Besitzer von vier Boston Terrier ist im doppelten Sinne vom Fach: als Züchter und als erfolgreicher Drehbuchautor. Zusammen mit Kameramann Theo Solnik – beide wohnten als Nachbarn im Stechliner Ortsteil Dagow (Solnik lebt jetzt in Portugal) – wagte er sich an dieses Projekt. Die Aufnahmen entstanden von November 2014 bis Mai 2016. Ende 2016 lag der Film „This is the dog’s world“ vor.

Dokumentarfilm hat eine Länge von 74 Minuten

Thomas Schwank möchte mit dem 74-minütigen Dokumentarfilm einen eigenen Blick auf das Thema Hundezucht werfen und dabei die mitunter skurril anmutenden Ansichten oder Angewohnheiten der Besitzer gar nicht ausblenden. Gefunden hat er dafür drei Protagonisten aus Mittenwalde (Brandenburg), Molzow (Mecklenburg) und Polen, die alle in der Hundeszene zu Hause sind und die vom Filmteam begleitet wurden. Sogar bis nach Mailand zu einer Ausstellung zog es die beiden Filmemacher. Es ist ein Dokumentarfilm, der unkommentiert bleibt. „Er soll wertfrei sein, die Zuschauer sollen sich ein eigenes Bild machen“, sagt Thomas Schwank. Bilder eingefangen wurden zum Beispiel von Zuchtzulassungen, Wurfabnahmen oder Paarungen. Manch einer gewährte auch und ganz private Einblicke in sein Leben. „Ich bin ihnen dankbar, dass wir die Gelegenheit dazu bekamen, denn mir geht es vor allem um die Menschen, die sich mit der Zucht beschäftigen – und wie sie das tun. Das Milieu will ich zeigen. Es ist eine abgeschlossene Welt, die ich für erzählenswert halte. Die Menschen sind superinteressant, stecken voller Energie.“

„Die Dramaturgie lag komplett in meiner Hand“

Thomas Schwank betrat mit der Produktion dieses Films Neuland. Erstmals war er für ein Projekt von vorn bis hinten selbst verantwortlich. Er fungierte als Autor und Regisseur. „Ich konnte die Möglichkeiten, die ich habe, kreativ nutzen. Die Dramaturgie lag komplett in meiner Hand.“ Allerdings kannte er sich zum Beispiel in Sachen Vermarktung so gut wie gar nicht aus. Auch so manche Abläufe, die in der Filmbranche üblich sind, lernte er neu kennen. Er holte sich in vielen Fragen Rat bei Bekannten aus dem Metier. „Gerade deshalb hat es sehr viel Spaß gemacht.“

Sonst verdient er als Drehbuchautor seine Brötchen. Für „Der Alte“, „Tatort“ oder „Küstenwache“ schrieb er. Sein Film „Die fremde Frau“ (Regie: Matthias Glasner) – mit Corinna Harfouch und Ulrich Tukur in den Hauptrollen – gilt als einer der packendsten deutschen Thriller. Für den Spielfilm „Die Frau am Ende der Straße“ erhielt er den VFF-TV-Movie-Award beim Filmfest München. Beide Filme wurden für den Grimme-Preis nominiert.

„This is a dog’s world“ kommt Montag heraus. Er wird auf der Internetseite www.this-is-a-dogs-world.de online gestellt und ist für 4,99 Euro für zwei Tage per Streaming zu sehen. Die DVD wird im Oktober erscheinen.  „Wenn wir die Kosten reinbekommen, ist es okay. Aber darum ging es nicht. Wir wollten einen Insiderblick in das Leben von Hundezüchtern gewähren.“

Von Stefan Blumberg

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