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Oberhavel Filmproduzent mit Hennigsdorfer Wurzeln
Lokales Oberhavel Filmproduzent mit Hennigsdorfer Wurzeln
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02:15 31.01.2016
Lehrer Arnim Sotzko (3. v.l.), Lars Dittrich (rechts daneben) und die Hennigsdorfer Puschkinschüler vor der Filmaufführung. Quelle: Marco Paetzel
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Tegel/Hennigsdorf

Rund 300 Schüler des Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasiums haben sich am Donnerstag in Berlin den Film „Er ist wieder da“ angeschaut. Und das nicht nur deshalb, weil der Streifen einer der erfolgreichsten der jüngeren deutschen Kinogeschichte ist. Mit Lars Dittrich hat jemand als Produzent an dem Film mitgewirkt, der einst wie sie jetzt die Schulbänke im Puschkin-Gymnasium gedrückt hat. Und eben dieser Lars Dittrich hatte die Schüler ins Tegeler Kino eingeladen.

Gespannt blickten die Mädchen und Jungen auf die Leinwand. Er stolziert durch Berlin, Bayreuth, Sylt. Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Adolf Hitler auferstanden und staunt – über TV-Schirme, Talkshows, Türken. Regisseur David Wnendt hat Timur Vermes Bestseller „Er ist wieder da“ in die Kinos gebracht. Der „Führer“ macht eine Reise zu Touristen ans Brandenburger Tor, zu Wutbürgern in die Provinz oder zu echten Neonazis im Kiez. Zehn Wochen lang war Schauspieler Oliver Masucci in Deutschland als Hitler unterwegs und traf auf echte Menschen. Die Kamera läuft immer, diese Szenen sind nicht gestellt. Und viele heben noch immer den Arm.
Nach dem Abspann schossen die Arme in die Höhe, Dittrich musste viele Fragen beantworten. Ein Schüler wollte wissen, was denn die Botschaft des Films sei. Die Verführbarkeit der Massen, lautete die schlichte Antwort. „Dass eine Figur wie Hitler auch heute so schnell wieder Karriere machen könnte, diese Erkenntnis hat mich beeindruckt“, erklärte Lars Dittrich. Er habe Bedenken gehabt, dass der Film falsch aufgefasst werden könnte. Das sei immer eine Gratwanderung gewesen, die von Journalisten begleitet wurde. „Wir wollten aber keinen schweren Film mit Zeigefinger machen, sondern das Publikum mit Satire verführen“, so der Produzent. Für Oliver Masucci als Hitler-Darsteller habe man sich entschieden, weil er in der Bevölkerung relativ unbekannt sei. „Er hat sich sechs Wochen in ein Hotelzimmer eingeschlossen und die Rolle gelernt.“ Und schließlich wollte auch ein Schüler wissen, ob die Leute im Film für ihre Hitlergrüße angezeigt wurden. „Das muss man schon motivierten Zuschauern überlassen“, antwortete Lars Dittrich.

Doch warum nimmt sich ein Filmproduzent soviel Zeit für Gymnasiasten? Bis zum Abitur 1993 besuchte Dittrich selbst das Puschkin-Gymnasium. Über seinen ehemaligen Lehrer Arnim Sotzko kam nun der Kontakt zustande. Eigentlich ist Dittrich ein Neuling im Filmgeschäft, sein Geld hat er mit Handys gemacht. Mit seinem Mitschüler Alexander Grella hatte er 1995 in der Hennigsdorfer Fabrikstraße eine „Einraumwohnung mit Außentoilette“ als Büro gemietet, die Teenager vertrieben zunächst Kosmetika. Nebenbei besorgten die beiden Freunden und Bekannten Handys und erkannten die Marktlücke, die zur Geschäftsidee wurde. Und so sprach sich in Hennigsdorf herum, dass das kleine Unternehmen D&G Mobiltelefone verkauft. Sein Betriebswirtschaftsstudium schmiss Lars Dittrich, das Unternehmen expandierte schnell. Innerhalb von nur zehn Jahren gelang ihm mit seiner Firma, die später Dug-Telecom hieß, der Sprung in den Vorstand eines Großbetriebs mit Milliardenumsatz. „Er ist wieder da“ ist nun das erste Werk seiner im Jahr 2013 gegründeten Mythos Filmproduktion.

Lehrer Arnim Sotzko bedankte sich am Ende mit selbstgeschnitzten Holzschalen bei seinem ehemaligen Schüler. Er will auch weiterhin Kontakt zu Lars Dittrich halten. Vielleicht, sagt er, könnte Dittrich ja Schülern ins Filmgeschäft verhelfen.

Von Marco Paetzel

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