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Oberhavel Firmenchef kritisiert fehlende Busse und S-Bahn
Lokales Oberhavel Firmenchef kritisiert fehlende Busse und S-Bahn
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08:05 10.08.2017
Prokuristin Carola Hänel (r.) und Enretec-Geschäftsführer Martin Dietrich zeigen Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner Röntgenabfälle. Quelle: Robert Tiesler
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Velten

Auf ihrer Sommertour durch Unternehmen der Stadt, besuchte Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) am Mittwochvormittag die Firma Enretec an der Kanalstraße. Schon seit 1995 befindet sich die Firma an dieser Stelle, dort werden vor allem Dental-Abfälle entsorgt.

An einem ausrangierten Zahnarztstuhl. Quelle: Robert Tiesler

Dabei geht es vor allem um verschiedene Gruppen von Abfällen, wie Prokuristin Carola Hänel erklärte. Amalgam-Müll wird ebenso nach Velten gebracht wie Spritzen, blutige Tupfer, kontaminierte Handschuhe, Röntgen-Chemikalien und Elektro-Geräte. 23 Industrieunternehmen nutzen Enretec in Velten als Rückgabestelle. „Wir fahren allerdings nicht mehr selbst hin, wir nutzen dazu Dienstleister“, so Carola Hänel weiter. Dazu werden spezielle, sichere Boxensysteme verwendet. Praxen schicken sie mit verschiedenen Paketdiensten nach Velten. Spitzenabfälle werden verbrannt – allerdings nicht in Velten, sondern in einem Müllheizkraftwerk in Berlin-Ruhleben, dort entstehen so auch Strom und Wärme. Vom Amalgam wird das Silber zurückgewonnen und verkauft. Elektrogeräte werden überprüft, Batterien, Akkus und Ähnliches entfernt und die Reste später verwertet.

Müll aus Zahnarzt-Praxen. Quelle: Robert Tiesler

Das Unternehmen gibt es nicht erst seit Mitte der 90er. Es ist bereits 1984 gegründet worden – im damaligen West-Berlin. 1993 erwarb man das Gelände an der Veltener Kanalstraße, wie Geschäftsführer Martin Dietrich erläuterte, danach dauerte es aber noch zwei Jahre, bis die Treuhand alle Verträge erfüllen und Enretec tatsächlich umziehen konnte. Inzwischen beschäftigt die Firma 38 Menschen.

Geschäftsführer Martin Dietrich machte deutlich, dass er sehr zufrieden mit dem Standort in Velten sei. Aber er nutzte den Besuch von Bürgermeister Iris Hübner auch für Kritik und Anregungen. So berichtete der 18-jährige Azubi Lukas Stanke über seinen problematischen Arbeitstag von Friedrichsthal nach Velten. Er muss Busse nutzen, und das dauere, weil er umsteigen müsse. Eine direkte Bus-Verbindung ins Gewerbegebiet gibt es gar nicht. Das sei auch der Grund, warum es für das Unternehmen schwierig sei, neue Auszubildende zu finden. „Oft bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt“, sagte der Geschäftsführer am Mittwoch. Wer minderjährig sei, habe noch kein Auto, um schnell und einfach zur im Außenbereich liegenden Kanalstraße zu kommen.

In der Lagerhalle. Quelle: Robert Tiesler

Auch der immer noch fehlende S-Bahn-Anschluss nach Velten mache Probleme, so Martin Dietrich weiter. Iris Hübner erklärte, dass das Land Brandenburg den S-Bahn-Verkehr nach Velten bestellen müsste, man hoffe, dass die Stadt in den Entwurf zum Nahverkehrsplan aufgenommen werde. Was die Busse in der Stadt Velten angehe, müsse dafür eine Bedarfsabfrage erfolgen, diese sei eine Grundlage für klärende Gespräche mit der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft. Es sei beispielsweise auch möglich, dass sich betroffene Unternehmen bei der Bestellung des Busverkehrs finanziell beteiligen.

Von Robert Tiesler

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