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Oberhavel Flieger, grüß mir die Sonne!
Lokales Oberhavel Flieger, grüß mir die Sonne!
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06:59 20.08.2014
Zwischen Dieselmotoren und Stromgenerator – Hans Albers im Maschinenhaus des Hennigsdorfer Kraftwerks. Quelle: UFA
Hennigsdorf

Die fünf Pop-Punker bringen das inzwischen weltbekannte Lied an jenen Ort zurück, der auf besondere Weise mit seiner Erfolgsgeschichte verbunden ist, denn in Hennigsdorf wurde 1932 Filmgeschichte geschrieben. Eines der ersten Science-Fiction-Abenteuer der Ufa entstand auch an Schauplätzen in der Industriestadt an der Havel. Der Titel des Schwarz-Weiß-Streifens: „F.P.1 antwortet nicht“.

Die Handlung ist schnell erzählt: Auf Anregung des berühmten Ozeanfliegers Ellissen, gespielt von Hans Albers, entsteht mitten im Atlantik die schwimmende Flugplattform F.P.1 – eine gigantische Stadt aus Stahl und Glas mit Flugplatz, Hangars, Hotels und Einkaufszentrum. Doch Saboteure planen die Vernichtung der einzigartigen Anlage, die Passagierflüge zwischen den Kontinenten ermöglichen soll. Nur einer kann die schwimmende Insel vor dem drohenden Untergang retten: der fliegende Tausendsassa Ellissen. Eine Paraderolle für den Ufa-Star, der noch am Anfang seiner großen Karriere war, lange bevor ihm Streifen wie „Münchhausen“ und „Große Freiheit Nr. 7“ Ruhm einbrachten. Der Titelsong „Flieger, grüß mir die Sonne!“, wurde zu einem seiner populärsten Lieder. Komponiert hatte ihn Allan Grey, mit bürgerlichem Namen Josef Zmigrod, der auch die Filmmusik für „Berlin Alexanderplatz“ und „Emil und die Detektive“ (beide 1931) geschrieben hatte. So wie auch die F.P.1-Drehbuchautoren Walter Reisch und Kurt Siodmak, Produzent Erich Pommer („Metropolis“ und „Der Blaue Engel“) und Regisseur Karl Hartl musste er nach 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen.

Draufgänger mit Charme. Hans Albers in seiner Rolle als der tollkühne Ozeanflieger Ellissen. Quelle: UFA

Dass die Ufa-Leute ausgerechnet in Hennigsdorf die passende Kulisse für einen der frühen utopischen Filme fanden, ist nicht verwunderlich. 1929 war hier eines der größten und modernsten Dieselkraftwerke Europas in Betrieb genommen worden. Zwei gewaltige Schiffsdiesel mit je 11700 PS Leistung waren in dem Gebäude unweit des Stahlwerks installiert.

Die beiden 300 Tonnen schweren Mammut-Motoren waren 1928 von der MAN gebaut worden. Allein die zwölf Meter langen Kurbelwellen wogen jeweils 22 Tonnen. Mitte der 70er-Jahre wurden die Anlage stillgelegt, die Maschinen verschrottet. Der imposante Backsteinbau an der August-Conrad-Straße steht heute leer. Der Energieversorger Edis unternimmt gerade einen zweiten Anlauf, das historische Gebäude zu veräußern.

Dass Extrabreit in Hennigsdorf jetzt ein Konzert bestreitet, ist übrigens eher dem Zufall geschuldet. Eine Mitarbeiterin der Kulturverwaltung der Stadt hatte sich an die populäre 80er-Jahre-Band erinnert. Und an ihren zweiten großen Hit: „Hurra, hurra, die Schule brennt.“

Konzert am 17. Oktober

„F.P. 1 antwortet nicht“ wurde 1932 auf der Ostseeinsel Greifswalder Oie und in Hennigsdorf gedreht.
Der Film geriet lange in Vergessenheit. Der DDR-Fernsehfunk strahlte ihn 1964 aus.
Die Friedrich-Murnau-Stiftung besitzt die Rechte an dem Ufa-Film. Sie brachte 1998 eine Videofassung, später auch eine DVD heraus.
In Hennigsdorf hatte der damalige Stadtarchivar Ullrich Jainz die Film-Geschichte Anfang der 90er erforscht.
Extrabreit spielt am 17. Oktober in Hennigsdorf. Karten zu 27 Euro gibt es auch in der MAZ-Ticketeria.

Von Ulrich Bergt

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