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Fliegerschule wird umgebaut

Bärenklauer Heimatgeschichte Fliegerschule wird umgebaut

Ab November sollen am Ortsrand von Bärenklau zunächst 189 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Umbau läuft. Lange stand das Haus leer. 1938 ist dort die Flieger-Technische Vorschule Oranienburg eröffnet worden. Dort sind einst die Lehrlinge der Heinkel-Flugzeugwerke hingeschickt worden.

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Versteckt hinter Bäumen: die alte Fliegerschule.

Quelle: Robert Tiesler

Bärenklau. Ab November werden am Ortsrand von Bärenklau 189 Asylbewerber untergebracht. Im April 2016 soll die Zahl auf 309 erhöht werden. An dem Gebäude finden deshalb seit Monaten Bauarbeiten statt. Lange war es ruhig um das Haus, das etwas versteckt an der Landesstraße zwischen Germendorf und Velten liegt.

Am 1. Juli 1938 ist dort die Flieger-Technische Vorschule Oranienburg eröffnet worden. Im Volksmund schlicht „Fliegerschule“ genannt. Der Beschluss der Gründung sollte dazu beitragen, das erforderliche Fachpersonal für die Luftwaffe zu erfassen, auszubilden und zielstrebig einer militärischen Verwendung zuzuführen. Mit der Errichtung der ersten Flieger-Technischen Vorschulen wurde bereits 1936 begonnen. Sie waren in der Regel großen Betrieben der Luftfahrtindustrie angegliedert und über das ganze damalige deutsche Reichsgebiet verteilt.

Aufgabe der Einrichtungen war es, den Nachwuchs für das technische Unteroffizierskorps der Fliegertruppe auszubilden. Aus den Schulen sollten länger dienende Unteroffiziere der Luftwaffe hervorgehen, die über die fachlichen und charakterlichen Qualitäten verfügten, um die Mannschaften des Bodenpersonal technisch anleiten und überwachen zu können.

Unweit des am 4. Mai 1937 im Germendorfer Forst eingeweihten und zur Produktionsaufnahme freigegebenen Flugzeugwerkes – die Heinkel-Werke GmbH Oranienburg – wurde 1937/38 in der Gemarkung Bärenklau auf einem etwa 14 500 Quadrameter großen Grundstück die Flieger-Technische Vorschule Oranienburg errichtet. Dort gab es 13 Erzieher, vier weitere Angestellte und einen Durchlauf von etwa 400 Schülern. Mögliche Lehrberufe waren Metallflugzeugbauer und Elektromechaniker.

Im Zweiten Weltkrieg blieb das Gebäude an der Ecke Veltener Straße/Leegebrucher Chaussee von Bombenschäden verschont, auch Evakuierungen hat es dort nicht gegeben. Mit dem nahenden Ende des Krieges und der bevorstehenden Kapitulation des Deutschen Reiches ist die Flieger-Technische-Vorschule in Bärenklau am 18. April 1945 geschlossen worden.

Bevor das Asylbewerberheim an dieser Stelle im Herbst 2015 in Betrieb geht, soll es laut Peter Leys (BfO), dem Bürgermeister der Gemeinde Oberkrämer, kurz vor der Eröffnung einen „Tag der offenen Tür“ geben, bei dem sich alle Interessierten dort umsehen und Fragen stellen können.

Bereits jetzt gibt es eine Willkommensinitiative mit dem Namen „Willkommen bei uns in Oberkrämer, Leegebruch, Velten“. Zu den Initiatoren gehört Jörg Ditt (Grüne). Am Sonntag, 16. August, gibt es zu diesem Thema an der Kirche in Eichstädt ein Begegnungsfest. Es beginnt um 14 Uhr. Dort soll auch über den Stand der Vorbereitungen in Bärenklau informiert werden.

Von Peter Richter und Robert Tiesler

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