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Oberhavel Flotte Bienen im Zug
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18:40 06.09.2015
Pfarrer Gerhard Gabriel hat die Erntekrone den Jungfrauen auf der Kutsche überreicht. Quelle: Margot Schöning
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Grüneberg

Sonnabendmittag. Es ist kurz vor 13 Uhr. Doch am Sammelpunkt der Umzugswagen stehen erst zwei Fahrzeuge. Ein Minitraktor mit kleinem Anhänger und die historische Feuerwehr, die noch mit riesigen Sonnenblumen beklebt wird. Dabei heißt es, dass der Ernteumzug des Angerdorfes aus dem 14. Jahrhundert exorbitant sei und von keinem anderen Dorffest zu schlagen.

Zur 650-Jahr-Feier 2006 waren es 54 und zum Kreiserntefest 2007 gar 56 super geschmückte und mit fröhlichen Leuten hochbeladene Gefährte. An der mittelalterlichen Feldsteinkirche stehen zwei einsame Kutschen ohne Pferde. Nur auf dem Hof von Pfarrer Gerhard Ga­briel wartet ein großer Kremser mit Haflingern. Der Kutscher schlummert noch vor sich hin. Er soll später Martin Grüber und die Waldhornbläser fahren, die in der Kirche die Andacht begleiten.

Das 19. Grüneberger Erntedankfest ist auch der große Tag von Pfarrer Gerhard Gabriel. Der beliebte Kirchenmann und Pferdeliebhaber verabschiedet sich im Oktober in den Ruhestand. Deshalb darf er erstmals die Erntekrone aus der Kirche zur Kutsche tragen, auf der schon als traditionelle Begleitung die wie es heißt vier Jungfrauen sitzen. In diesem Jahr sind es Ann-Kathrin Rogowski, Vanessa und Aimeé Baugatz sowie Gina-Celine Grummini. Sonst ist das Tragen der Erntekrone den Bauern vorbehalten.

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Hunderte Zuschauer verfolgten am Sonnabend begeistert den Ernteumzug durch das Dorf. Für die 51 Wagen gab es viel Applaus und Anerkennung. Die Teilnehmer hatten die Wagen wieder fantasievoll und sehr kreativ geschmückt.

Doch bevor Kutscher Gerhard Grieben seinem Gespann die Leinen gibt, segnet der Pfarrer die Erntekrone als Ausdruck der Hoffnung und Zeichen der Dankbarkeit. Andreas Völker, Mitglied des Gemeindekirchenrates, trägt die Ernteballade vor, die er vor allem der Flüchtlingstragik widmet. Mindestens fünfzehn lange Gedichte hat er schon für frühere Erntedankfeste geschrieben. Dann setzt sich endlich der berühmte Koloss, Grüneberger Ernteumzug, in Bewegung. Die Dorfstraße ist dicht umsäumt. Es ziehen 51 überaus einfallsreich geschmückte Wagen durchs Dorf. Moderator „Kalle“ Wacker, wie der Ortschef überall heißt, kann es nicht fassen. Darunter „Die Imkerei zur flotten Biene“ mit einem Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes, als vergnügter Imker. Oder dem Karnevalsclub in bayrischem Blau-Weiß, dem nächsten Motto des Faschings. Pfarrer Ga­briel strampelt auf einem Traktoranhänger auf einem Fahrrad symbolisch zum Endspurt. Andreas Schmidt, der Kaltblutmann und Chef der Kraatzer Agrar GmbH, präsentiert mit zwei seiner liebenswerten, schwergewichtigen Pferde eine frisch restaurierte Rarität, einen historischen Reisewagen, den seine Tochter kutschiert.

Als jüngste Fahrerin hält die begeisterte Ponyreiterin Hanna Pfitzmann sicher die Leinen ihres kleinen Gespannes, assistiert von Papa Tobias. „Kalle“ Wacker redet sich den Mund fusselig. Später veranstalteten die Gespannfahrer noch ein Kegelfahren, das bei den Großpferden Martin Grüber (Zweiter Karl-Heinz Wacker, Dritter Andreas Schmidt) und bei den Kleinpferden Theodor Grüber (Zweiter Darleen Grüber, Dritter Josephine aus Linde) gewinnt. Derweil verspeisen innerhalb von zwei Stunden die Besucher 60 leckere Hausfrauen-Kuchen. Das miese Wetter nach dem Umzug beeinträchtigt die Fete kaum.

Von Margot Schöning

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