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Flüchtlinge im Gespräch mit Polizisten

Gute Erfahrungen mit deutschen Ordnungshütern Flüchtlinge im Gespräch mit Polizisten

Es sind gute Erfahrungen mit deutschen Polizisten, von denen Eiad und zwei weitere Flüchtlinge aus Syrien und Pakistan beim „Gespräch mit Flüchtlingen“ in der Oranienburger Fachhochschule der Polizei am Montagabend berichten können. Im Zuge der stetig steigenden Flüchtlingszahlen fand eine Tagung zum Thema interkultureller Austausch statt.

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Flüchtlinge berichten Polizeibeamten von ihren Erlebnissen auf der Flucht,

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. Manche Polizisten würden kein Englisch sprechen, dann würde er als Übersetzer zwischen Flüchtlingen und Polizei fungieren, erzählt Eiad, Arzt aus Syrien, der zurzeit in der Gemeinschaftsunterkunft in Gransee lebt und schon recht gut deutsch spricht. Schon vor seiner Flucht habe er, der in seiner Heimat im Gefängnis saß, per You-Tube-Videos Deutsch gelernt. Und auch wenn, wie er sagt, es noch langsam gehe, seien die Beamten stets dankbar. „Sie machen hier alles mit einem Lächeln und behandeln uns mit Respekt.“

Es sind also durchweg gute Erfahrungen mit deutschen Polizisten, von denen Eiad und zwei weitere Flüchtlinge aus Syrien und Pakistan beim „Gespräch mit Flüchtlingen“ in der Oranienburger Fachhochschule der Polizei am Montagabend berichten können. Im Zuge der stetig steigenden Flüchtlingszahlen fand eine Tagung zum Thema interkultureller Austausch statt. Nachdem sich die Polizisten vormittags im internen Teil mit Asylverfahren beschäftigt hatten, stand am Nachmittag der direkte Austausch mit Flüchtlingen und Helfern von Willkommensinitiativen auf dem Programm. So berichteten die Flüchtlinge in eindringlichen Worten von ihren Fluchterlebnissen, von der Bezahlung der Schleuser und den heiklen Grenzübertritten auf dem Weg zwischen Syrien und Deutschland. Sie erzählten von der permanenten Angst, entdeckt zu werden und der schlechten Behandlung durch ausländische Polizei. “ Deutschland ist unser Ziel, weil dort Frieden ist“, so die Männer.

Die positiven Erfahrungen auf deutschem Boden muss Kathrin Willemsen von der Willkommensinitiative in Oranienburg relativieren. Ihr seien auch andere Fälle bekannt. So würden im Alltag vorrangig junge afrikanische Männer auf den Straßen kontrolliert werden und bei Verwaltungsvorgängen fehlen Übersetzer, so dass es oft zu Missverständnissen kommen würde.

Arne Probandt, ebenfalls von „Willkommen in Oranienburg“, gibt zu bedenken, dass die Polizei „ein Spiegel der Gesellschaft sei“. Um so wichtiger seien deshalb derartige Veranstaltungen, um schon früh die Multiplikatoren zu erreichen. Seiner Meinung nach müsste sogar schon vorher, an den Schulen, auch an Grundschulen, eine bessere Aufklärung zur Flüchtlingsthematik stattfinden.

„Es ist wichtig, die Emotionen der Flüchtlinge zu verstehen, um sich in sie hineinfühlen zu können“, erklärt Christiane Stephan, Trainerin für Sozialkompetenzentwicklung bei den angehenden Polizisten. Wichtig sei der Perspektivwechsel, der in Seminaren an der Fachhochschule auch einmal spielerisch trainiert werde: „Wie fühlt es sich an, Außenseiter in einer Gruppe zu sein?“ Es gelte, Empathie zu wecken, damit Internationalität als Alltag empfunden werden kann, so die Polizistin.

Von Ulrike Gawande

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