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Oberhavel Flüchtlinge werden von Türsteher abgewiesen
Lokales Oberhavel Flüchtlinge werden von Türsteher abgewiesen
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11:13 05.04.2016
Durften nicht rein: Hani Ghathith und Mohamad Almasri aus Syrien. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Eigentlich wollten Hani Ghathith und Mohamad Almasri (beide 36) nur einen entspannten Abend verbringen. Bier, Party, Small Talk. In Oranienburg wurde das den beiden geflüchteten Syrern, die aktuell in der Lehnitzer Notunterkunft leben, aber verwehrt. Der Ort: Das Oranienwerk in der Kremmener Straße. Marco Bartsch managt den Kultur- und Kreativstandort. „Ich bin erstaunt, dass es sich so ereignet haben soll“, sagt er über die Vorfälle.

Abgespielt hat sich alles am 2. April. Wie so oft hatte Marco Bartsch den Kultursaal im Oranienwerk an einen externen Veranstalter vermietet. In dem Fall dem Restaurant Zur Südklause in Oranienburg. Als zu Beginn der Motto-Party (80er Jahre) gegen 20 Uhr die beiden Syrer für fünf Euro Eintritt feiern wollten, wurden sie am Einlass abgewiesen. „Uns wurde von der Security gesagt, es ist nur für Deutsche offen“, erzählt Hani Ghathith.

Sprachlosigkeit bei Zeugen

„Sie wurden aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung abgewiesen“, sagt Elena Wiezorreck. Sie ist Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Oranienburg und hat die beiden Geflüchteten zur Disco gefahren. Dort abgelehnt, gingen die zwei Syrer in ein benachbartes Restaurant. Hier setzten sie sich an den Tresen, bestellten Bier und erzählten von dem Vorfall. Patrick Neumann war mit seiner Frau ebenfalls zu Gast und bekam die Geschichte mit. „Alle, die zugehört haben, waren sprachlos“, sagt er. Sprachlos ist auch Marco Bartsch. „Das entspricht ganz und gar nicht unserer Hausphilosophie“, sagt er. „Wir arbeiten immer gut mit Flüchtlingen zusammen und sind gegen jede Form von Radikalem.“ Mit der Südklause hat das Oranienwerk erstmalig zusammengearbeitet. „Das ist uns eine Lehre“, so Marco Bartsch.

Für den Betreiber des Restaurants Zur Südklause, der namentlich nicht genannt werden will, ist das alles nicht nachvollziehbar. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so passiert ist“, sagt er auf MAZ-Nachfrage. Er saß an diesem Abend an der Kasse. Laut eigener Angabe hätte nicht ein Flüchtling seine Veranstaltung besucht. „Nur Stammpublikum.“ Es sei ein ruhiger normaler Abend gewesen. Auf weitere Nachfragen reagierte er ungehalten. „Mir ist das alles auch egal, ich will mit der ganzen Scheiße nichts zu tun haben, mein Stammpublikum im Restaurant regt das alles schon genug auf.“

Gescheiterte Integration?

Für Hani und Mohamad war der Abend eine weitere Enttäuschung. „Wir versuchen, Kontakt zu den Oranienburgern aufzunehmen, aber werden meist abgelehnt“, so Hani. Andere Syrer aus ihrer Notunterkunft würden gar nicht mehr raus gehen. „Sie haben Angst vor Rechten“, erzählt der 36-Jährige. Mohamad fügt hinzu: „Wir sind sehr enttäuscht und hatten gehofft, hier besser aufgenommen zu werden.“

Für ihn und Hani scheitert der Integrationsgedanke – trotz guter Arbeit der Willkommensinitiative – an alltäglichen Diskriminierungen. „Wir spüren, dass wir in Oranienburg nicht willkommen sind“, sagt Hani. Nach der Party-Ablehnung am Sonnabend hätten sie die am Einlass Wartenden noch nach der Bushaltestelle gefragt. „Uns wurde gesagt: go home.“ Geht nach Hause. Nur ein Gast zeigte ihnen den Weg zur Haltestelle.

Von Marco Winkler

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