Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Flüchtlingsheime: Eng, laut, keine Privatsphäre
Lokales Oberhavel Flüchtlingsheime: Eng, laut, keine Privatsphäre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:36 22.12.2015
Ankunft von Flüchtlingen in Schönefeld. Quelle: dpa
Anzeige
Oranienburg


Die jüngsten Polizei-Einsätze in Oberhavels großen Flüchtlingsunterkünften in Hennigsdorf und Lehnitz werfen ein Licht auf die angespannte Lage in den Heimen. Vertreter von Flüchtlingsinitiativen sind nicht überrascht von den Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern. „Es ist immer eng, immer laut, es gibt keine Privatsphäre. Mich wundert, dass es nicht öfter knallt“, sagt Jörg Ditt von der Willkommensinitiative Oberkrämer.

Bewohner aus vielen verschiedenen Ländern

Am Wochenende musste die Polizei gleich mehrfach ins Hennigsdorfer Heim ausrücken, weil Streitigkeiten zwischen 20 bis 30 Flüchtlingen eskalierten. Die Bilanz: sechs verletzte Heimbewohner, ein verletzter Polizist. Eine Woche zuvor waren im Lehnitzer Heim 50  Bewohner heftig aneinander geraten. Die Polizei konnte eine Schlägerei gerade noch verhindern. In Lehnitz sind derzeit 458 Flüchtlinge untergebracht, in Hennigsdorf 498. Die Bewohner kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, der Russischen Föderation und aus Eritrea, teilte der Landkreis Oberhavel mit. „Es ist derzeit auf Grund der begrenzten Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften sehr schwer, Menschen verschiedener Ethnien, Religionen, Familienstände oder Geschlechter getrennt unterzubringen“, sagt Kreis-Sprecherin Irina Schmidt. Bisher habe der Kreis bei der Belegung darauf geachtet, doch das sei inzwischen wegen der gestiegenen Flüchtlingszahlen kaum noch möglich. Erschwerend komme hinzu, dass der Kreis in der Regel erst 48 Stunden vorher erfahre, welche Flüchtlinge kommen. „Die Problematik ist dem Landkreis und den Sozialarbeitern vor Ort bewusst und es wird versucht, bestimmte Besonderheiten und individuelle Situationen bei der Unterbringung zu berücksichtigen.“

Harmloses kann sich schnell hochschaukeln

Dass sich sehr viele Menschen eine Unterkunft teilen müssen, sieht Jörg Ditt mit Sorge. „Das ist sehr belastend für die Betroffenen. Aber andere Möglichkeiten gibt es im Moment nun mal nicht.“ In der alten Fliegerschule in Bärenklau leben 240 Flüchtlinge, darunter sind viele Kinder. Ditt glaubt, dass deshalb die Lage dort etwas entspannter ist. „Wir versuchen, so viel wie möglich Kontakt aufzunehmen und die Bewohner aus dem Heim rauszuholen.“ Davon berichtet auch Arne Probandt von der Oranienburger Willkommensinitiative. „Das wird aber nicht verhindern können, dass Leute in den Heimen sich in die Haare kriegen. Das würde uns Deutschen genauso gehen.“ Als Problem sieht er die sprachlichen Hürden unter den Bewohnern an. „Da kann sich Harmloses schnell hochschaukeln.“

Polizeisprecherin Dörte Röhrs sagt, die Schlichtung von Streitigkeiten unter Flüchtlingen sei inzwischen zu einer Aufgabe der Polizei geworden. Wie anderswo auch könnten solche Auseinandersetzungen in Gewalt enden. Das sei kein spezielles Flüchtlingsprobleme. Das schwierige sprachliche Verständigung komme bei den Einsätzen aber erschwerend hinzu.

Von MAZonline

Der NPD-Politiker Marcel Zech ist am Dienstag in Oranienburg (Oberhavel) wegen seines abstoßenden Nazi-Tattoos zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Zeigt der 27-Jährige das Tattoo erneut in der Öffentlichkeit, droht ihm eine Gefängnisstrafe. Der Anwalt des Rechtsextremisten scheiterte mit seiner Taktik.

22.12.2015
Oberhavel Willkommen in Oberkrämer – Leegebruch – Velten - Initiative hat schon rund 200 Mitglieder

Seit einem Jahr gibt es nun schon die Initiative „Willkommen in Oberkrämer – Leegebruch – Velten“ (Wolv). Es geht nciht nur darum, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, die in Bärenklau untergekommen sind, sondern auch darum, sich um die Sorgen und Fragen der Einheimischen zu kümmern.

22.12.2015

Diese Pakete kamen nie an: Die Polizei hat am Montag bei einem Mitarbeiter eines Postverteilzentrums in Kremmen (Oberhavel) noch originalverpackte Sendungen entdeckt. Kollegen des Mannes hatten den Beamten den entscheidenden Tipp gegeben. Jetzt ermittelt die Polizei

23.12.2015
Anzeige