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Flüchtlingsheime: Eng, laut, keine Privatsphäre

Flüchtlingsheime in Oberhavel Flüchtlingsheime: Eng, laut, keine Privatsphäre

In den beiden großen Flüchtlingsheimen in Lehnitz und Hennigsdorf (Oberhavel) leben derzeit insgesamt fast 1000 Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religion auf engstem Raum zusammen. Konflikte bleiben da nicht aus. Die Polizei muss immer öfter schlichten. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.

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Ankunft von Flüchtlingen in Schönefeld.

Quelle: dpa

Oranienburg.
Die jüngsten Polizei-Einsätze in Oberhavels großen Flüchtlingsunterkünften in Hennigsdorf und Lehnitz werfen ein Licht auf die angespannte Lage in den Heimen. Vertreter von Flüchtlingsinitiativen sind nicht überrascht von den Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern. „Es ist immer eng, immer laut, es gibt keine Privatsphäre. Mich wundert, dass es nicht öfter knallt“, sagt Jörg Ditt von der Willkommensinitiative Oberkrämer.

Bewohner aus vielen verschiedenen Ländern

Am Wochenende musste die Polizei gleich mehrfach ins Hennigsdorfer Heim ausrücken, weil Streitigkeiten zwischen 20 bis 30 Flüchtlingen eskalierten. Die Bilanz: sechs verletzte Heimbewohner, ein verletzter Polizist. Eine Woche zuvor waren im Lehnitzer Heim 50  Bewohner heftig aneinander geraten. Die Polizei konnte eine Schlägerei gerade noch verhindern. In Lehnitz sind derzeit 458 Flüchtlinge untergebracht, in Hennigsdorf 498. Die Bewohner kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, der Russischen Föderation und aus Eritrea, teilte der Landkreis Oberhavel mit. „Es ist derzeit auf Grund der begrenzten Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften sehr schwer, Menschen verschiedener Ethnien, Religionen, Familienstände oder Geschlechter getrennt unterzubringen“, sagt Kreis-Sprecherin Irina Schmidt. Bisher habe der Kreis bei der Belegung darauf geachtet, doch das sei inzwischen wegen der gestiegenen Flüchtlingszahlen kaum noch möglich. Erschwerend komme hinzu, dass der Kreis in der Regel erst 48 Stunden vorher erfahre, welche Flüchtlinge kommen. „Die Problematik ist dem Landkreis und den Sozialarbeitern vor Ort bewusst und es wird versucht, bestimmte Besonderheiten und individuelle Situationen bei der Unterbringung zu berücksichtigen.“

Harmloses kann sich schnell hochschaukeln

Dass sich sehr viele Menschen eine Unterkunft teilen müssen, sieht Jörg Ditt mit Sorge. „Das ist sehr belastend für die Betroffenen. Aber andere Möglichkeiten gibt es im Moment nun mal nicht.“ In der alten Fliegerschule in Bärenklau leben 240 Flüchtlinge, darunter sind viele Kinder. Ditt glaubt, dass deshalb die Lage dort etwas entspannter ist. „Wir versuchen, so viel wie möglich Kontakt aufzunehmen und die Bewohner aus dem Heim rauszuholen.“ Davon berichtet auch Arne Probandt von der Oranienburger Willkommensinitiative. „Das wird aber nicht verhindern können, dass Leute in den Heimen sich in die Haare kriegen. Das würde uns Deutschen genauso gehen.“ Als Problem sieht er die sprachlichen Hürden unter den Bewohnern an. „Da kann sich Harmloses schnell hochschaukeln.“

Polizeisprecherin Dörte Röhrs sagt, die Schlichtung von Streitigkeiten unter Flüchtlingen sei inzwischen zu einer Aufgabe der Polizei geworden. Wie anderswo auch könnten solche Auseinandersetzungen in Gewalt enden. Das sei kein spezielles Flüchtlingsprobleme. Das schwierige sprachliche Verständigung komme bei den Einsätzen aber erschwerend hinzu.

Von MAZonline

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