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Fluglärm überschreitet Höchstgrenze nicht

Gransee Fluglärm überschreitet Höchstgrenze nicht

Das Fluglärmgutachten brachte es auf den Punkt: Vom Flugplatz Gransee, von dem aus der Fallschirmsport betrieben wird, geht Lärm aus, der die gesetzlichen Höchstwerte nicht überschreitet.

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Diese Cessna ist am Granseer Himmel leiser als der Vorgänger.

Quelle: Stefan Blumberg

Gransee. Der Fluglärm in Gransee übersteigt nicht die gesetzlich vorgegebene Höchstgrenze. Das ist das Resultat des schalltechnischen Fluglärmgutachtens, das am Donnerstagabend in Gransee vorgestellt wurde. Rüdiger Bartel, Geschäftsführer der Firma Avia Consult aus Strausberg, informierte die Arbeitsgruppe „Flugplatz Gransee“ über die Ergebnisse und stellte fest, dass weder die Fallschirmsportgemeinschaft Berlin/Gransee noch das Fallschirmsprungunternehmen GoJump gegen Richtlinien verstoße, die den vom Flugplatz in Ziegelscheune ausgehenden Fluglärm betreffen. Für die Einwohner, die seit Jahren gegen den Fluglärm kämpfen, ein Dämpfer.

Stadt zog Widerspruch gegen Flugplatzgenehmigung zurück

Dem Amt Gransee und Gemeinden und den Stadtverordneten waren die Ergebnisse bereits bekannt. Christian Tutsch von der Amtsverwaltung sagte am Donnerstag auf Nachfrage von Peter Seel, Sprecher der Bürgerinitiative NoJump, „dass der Widerspruch gegen die Genehmigung des Flugplatzes zurückgezogen wurde“. Das Amt hatte dies empfohlen, die Stadtverordneten stimmten dafür. Durch das Gutachten seien Punkte im Widerspruch entkräftet worden. Und auch Auflagen, die die Untere Naturschutzbehörde gefordert hatte, seien obsolet. „Der Kreis ließ die Frist verstreichen.“

Das Fluglärmgutachten bietet trotz des in diesem Jahr erfolgten Eigentümerwechsels bei GoJump und des Austauschs des Flugzeugs einen Fingerzeig auf den Lärm in der Luft. Die PAC 750, die bisher flog, war zwar wesentlich lauter als die jetzt genutzte Cessna. Beide Maschinen fallen aber – gutachterlich gesehen – in dieselbe Kategorie. In den vergangenen drei Jahren habe es im Schnitt 967 Starts und Landungen im Jahr gegeben (2014: 927; 2015: 1013; 2016: 960). Geflogen wurden sechs verschiedene Schleifen, um nicht eine Region extremer zu belasten als andere. An 56 Orten wurden jeweils am Wochenende Daten erhoben. So schwankten die Dezibelzahlen am Granseer Friedhof zwischen 43 und 75, am Stadtwald zwischen 23 und 47, in Baumgarten zwischen 12 und 38, am Friedhof in Rauschendorf zwischen 13 und 32. „Die Cessna ist sechs Dezibel leiser als die PAC“, bestätigte Rüdiger Bartel die Aussagen der neuen Betreiber Nga Dieu und Jan Dietrich Hempel.

Hoffnung auf neue Ebene der Kommunikation mit Flugplatzbetreiber

Noch ein Argument, welches die Flugplatzbefürworter stärkt und den Gegnern Wind aus den Segeln nimmt. Dazu kommt die Transparenz, die die neuen Betreiber an den Tag legen wollen. Vorgänger Mike Vetter hatte den Kontakt zu den Granseern weitestgehend abgebrochen. In dem Punkt beginnt in Gransee offensichtlich eine neue Zeitrechnung.

„Es gab ein erstes Kennelerngespräch mit den Betreibern. Sie haben Interesse an der Stadt und der Region“, sagte Bürgermeister Mario Gruschinske, Mitglied in der Arbeitsgruppe „Flugplatz Gransee“. Er sieht die neue Situation als Chance für die Stadt. Die Frage ist, ob wir sie nutzen. Menschen kämen in die Stadt, würden einkaufen oder die Stadt bewerben. Events sollen auf dem Flugplatz angeboten werden. Thoralf Mill – Gegner des Fluglärms – befürchtet, „dass sie auf Profit aus sein und mehr Lärm machen werden. Es wird immer zu Auseinandersetzungen führen“. Sigrid Schlauer und Peter Gogol sind zuversichtlich, dass es zu einer vernünftigen Kommunikation komme. Peter Seel: „Wenn die Chance allein der Tourismus sein soll, ist diese Sicht beschränkt.“ Er hält es für das oberste Ziel, die Belastungen zu minimieren. Uwe Valentin plädierte dafür, „das Alte zu vergessen und jetzt nur nach vorn zu schauen“. Reinhard Harndt: „Wir sollten es uns abgewöhnen, neue Gräben auszuheben.“ Peter Seel wird in der nächsten NoJump-Versammlung die Frage stellen, ob die BI noch in der Arbeitsgruppe mitwirken solle.

Von Stefan Blumberg

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