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Oberhavel Fokussiert auf einen kleinen, weißen Ball
Lokales Oberhavel Fokussiert auf einen kleinen, weißen Ball
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20:06 06.10.2017
Seit 2009 spielt Sina Henning aus Velten Tischtennis. Bei den Berliner Meisterschaften 2017 siegte sie im Doppel und wurde Vizemeisterin im Einzel. Quelle: privat
Velten

Zählen andere Tischtennisspieler Schlagtechniken wie Flip und Topspin sowie Schnelligkeit zu ihren Stärken, ist Sina Henning aus Velten überzeugt, dass ihre größten Stärken ihre Motivation, und ihr Ehrgeiz seien. Die 16-Jährige spielt erst seit acht Jahren Tischtennis und startet am Wochenende doch erneut bei den Top 48, den besten Tischtennisspielerinnen Deutschlands.

Begonnen hatte alles mit einer Tischtennisplatte, die im Wintergarten ihres Elternhauses steht. „Da habe ich mit meinen Eltern gespielt“, erinnert sich die Schülerin des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums. Irgendwann war der Schülerin das zu wenig und sie ging zum Tischtennistraining vom SC Oberhavel Velten, wo Trainer Rainer Krys ihr großes Talent entdeckte und sie förderte. Parallel hatte sie ein Angebot bei Turbine Potsdam zu trainieren. Aber sie fand Tischtennis“cooler“. „Einzelsport ist besser, alles ist in Eigenverantwortung, gewinnen und verlieren.“ Oft war sie die Jüngste bei Turnieren. 2010 wechselte sie zum Hohen Neuendorfer SV, wo sie schnell zum Brandenburger Leistungskader gehörte.

Sina bei der Siegerehrung von ihrem ersten Turnier. Quelle: privat

Schon ein Jahr später zog es Sina nach Berlin, wo sie heute mit der ersten Damenmannschaft der Reinickendorfer Füchse in der Regionalliga spielt. „Das ist mit der beste Verein, um in Berlin Tischtennis zu spielen. Und er ist günstig gelegen.“ Ein wichtiger Faktor, denn fünf Mal in der Woche fährt Sina zum Training nach Berlin. Die mehrmalige Berliner Meisterin und Ranglistensiegerin 2017 fühlt sich in der Ofenstadt wohl. So stand es für sie, trotz ihres Talentes, nie zur Debatte auf eine Sportschule, wie in Düsseldorf, wo alles auf Tischtennis ausgerichtet ist und bis zu zehn Mal wöchentlich trainiert wird, zu wechseln. Sie hatte sogar eine Einladung für den Nationalkader. „Ich war aber zu alt.“

Auch das Gymnasium wollte sie nie tauschen. Denn manchmal sei es gut, Schule und Tischtennis trennen zu können. „Ich muss im Unterricht aufpassen, weil nachmittags keine Zeit für Schule ist.“ Trotzdem gehört Kunstfan Sina zu den Besten am Bollhagen-Gymnasium, wurde gerade mit einem Schnitt von 1,1 wieder als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Bei Matheolympiaden erreichte sie stets eine Platzierung. Sie sei eben ein Allrounder, bleibt Sina bescheiden. Mit der Tischtennisschulmannschaft erreichte sie zudem mehrmals das Bundesfinale bei „Jugend trainiert für Olympia“. In so einem Falle sei es toll, Schule und Sport vereinen zu können, so Sina.

Sina Henning beim Top 48-Turnier 2014. Quelle: privat

Denn das Verständnis für ihren Sport sei oft gering, werde von Mitschülern und Lehrern als Pausenspiel oder Pingpong unterschätzt. „Andere wissen es nicht einzuordnen. Tischtennis wird oft falsch verstanden. Dabei ist es der geilste Sport“, so die 16-Jährige klar. „Da ist alles drin: Koordination, Kondition, Schnelligkeit, Reaktion und Taktik. Es macht mir einfach Spaß.“ Schon beim Training gebe sie stets 100 Prozent. Bei Turnieren, die in der Regionalliga in ganz Norddeutschland stattfinden, sei sie absolut fokussiert. Da bleibt das Handy aus. Zum Leidwesen ihrer Eltern, die sie und ihre Schwester Svenja (13) stets fördern und unterstützen. „Ich habe dann nur Tischtennis im Kopf, bis Montag wieder Schule ist. Man ist wie in einer anderen Welt.“

Aber sie sieht ihre Zukunft nicht im Sport. Nach dem Abitur will sie studieren. „Was, das ist eine gute Frage“, lacht die Elftklässlerin. Mathe oder Grafik würde sie interessieren. Und sie mag Musik und Fotografie.„Ich spare auf eine Kamera.“

Von Ulrike Gawande

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