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FourtyTwo rappt für mehr Weltoffenheit

Musiker aus Nauen FourtyTwo rappt für mehr Weltoffenheit

Wenn es nach einigen Nauenern ginge, würde die Stadt auch weiterhin weltverschlossen bleiben. Das sieht Julian Wendt anders und kämpft musikalisch dagegen an. Unter dem Künstlernamen FourtyTwo rappt der 18-Jährige im Internet gegen rechtsextremes Gedankengut und für mehr Toleranz in seiner Heimatstadt.

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Julian Wendt alias FourtyTwo in seinem Aufnahmestudio.

Quelle: Markus Kollberg

Nauen. In der Nacht zum 25. August 2015 erlangte Nauen bundesweit traurige Berühmtheit. Kriminelle ließen die Turnhalle des Oberstufenzentrums, die vom Landkreis als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen worden war, bis auf die Grundmauern niederbrennen. Am Tag darauf demonstrierten einige hundert Nauener um zu zeigen, dass Nauen eine weltoffene und gastfreundliche Stadt ist. Einer von ihnen war auch der 18-jährige Julian Wendt.

Julian, selber Schüler des OSZ, war schockiert von dieser Tat. „Das hätte ich den Rechtsextremen nicht zugetraut“, sagt er heute. Er findet, dass Nauen eine schöne Stadt sei. Julian ist in Nauen geboren und manchmal, so erklärt er, ist die Stadt „ein kleines bisschen wie Berlin. Nur nicht ganz so weltoffen“, schiebt er hinterher.

„Lieber Menschenrechte, als rechte Menschen“

Wenn es nach einigen Nauenern ginge, würde die Stadt auch weiterhin weltverschlossen bleiben. Das sieht Julian anders und kämpft musikalisch dagegen an. Unter dem Künstlernamen FourtyTwo rappt er im Internet gegen rechtsextremes Gedankengut und für mehr Toleranz in seiner Heimatstadt. Sein neuester Song heißt „Ein großer Junge“ und ist an seine Heimatstadt Nauen adressiert. Der Titel entstand auch vor dem Hintergrund des Angriffs auf die Turnhalle und der häufigen Protestzüge von rechtsextremen Gruppen in der Stadt. Darin heißt es: „Lieber Menschenrechte, als rechte Menschen“. Oder: „Ein Leben ohne Nazis ist ein Leben ohne Grenzen.“ Damit bezieht Julian deutlich Stellung zu den Straftaten, die in der Stadt begangen wurden. Leicht ist ihm das nicht immer gefallen. Insbesondere, weil er einige derjenigen, die regelmäßig Stimmung gegen Ausländer machen aus seiner Schulzeit in Nauen kennt. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat er es nicht mehr ausgehalten, zu den Vorgängen zu schweigen. Oft wurde Julian gefragt, wie er zu Flüchtlingen stehe. In seinen Liedern findet sich die Antwort darauf.

Am Anfang wurde er von Familie und Freunden noch belächelt

Neben der Möglichkeit, seine Meinung auszudrücken, macht Julian die Musik viel Spaß. Vor fünf Jahren hat er angefangen, sich für Rap und HipHop zu interessieren. Zunächst hat er sich das beatboxen, also verbales Schlagzeugspielen beigebracht, bevor er vor zwei Jahren zum Rap gewechselt ist. Freunde und Familie haben das am Anfang noch belächelt. „Die dachten, das wäre so eine Phase von mir“, sagt er. Heute würden sie ihn aber alle unterstützen, berichtet Julian.

Mit dieser Unterstützung hat er es schon weitgebracht. Neben Auftritten in Jugendclubs, bei der Eröffnung des Skateparks in der Stadt und auf dem Nauener Toleranzfest, ist er vor kurzem auch im Brandenburger Landtag vor mehreren hundert Zuschauern aufgetreten. Seine Auftritte bereiten ihm Freude. „Dann kann einem keiner den Mund verbieten, das finde ich toll.“ Als nächsten Schritt plant er den Dreh eines Musikvideos. Die Drehgenehmigung für die Nauener Innenstadt hat er schon in der Tasche, in den nächsten Wochen soll es losgehen. Bis dahin werden schon die ersten Szenen vor dem Greenscreen im Studio gedreht.

Die Bühne des größten HipHop-Festivals, des Splashs, ist sein Ziel

Auch sonst ist Julian ein Mensch, der gern redet. Er findet, dass jeder eine Gelegenheit haben müsse, sich auszudrücken und seine sei die Musik. Damit möchte er auch in Zukunft erfolgreich sein. Die Bühne des Splash-Festivals, eines der größten Rap- und HipHop-Festivals, ist sein Ziel. Für den Fall, dass daraus nichts wird, möchte Julian nach der Schule Pädagogik studieren. Sein Vorbild sind die Betreuer der Nauener Jugendclubs, mit denen er groß geworden ist. Sie hätten ihm und vielen anderen Nauener Jugendlichen sehr geholfen. „Gerade in Nauen darf an dieser Jugendarbeit nicht gespart werden, sonst werden die Probleme noch größer“, sagt Julian.

Von Markus Kollberg

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