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Frauenpower für Velten

Velten Frauenpower für Velten

Die MAZ hatte Donnerstag alle vier Kandidaten, die sich am Sonntag in Velten zur Wahl um das Bürgermeisteramt stellen, zum Gespräch in die Redaktion eingeladen. Amtsinhaberin und SPD-Kandidatin Ines Hübner sowie Einzelbewerberin Petra Künzel nahmen das Angebot an. Robert Wolinski (NPD) war beruflich verhindert, Marcel Siegert (Pro Velten) lehnte ein Kommen ab.

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Amtsinhaberin und SPD-Kandidatin Ines Hübner, MAZ-Redakteur Bert Wittke und Einzelbewerberin Petra Künzel, die für „Die Unabhängigen Ofenstädter“ im Stadtparlament sitzt (v.l.)

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Die MAZ hatte Donnerstag alle Kandidaten, die sich am Sonntag in Velten zur Wahl um das Bürgermeisteramt stellen, zum Gespräch in die Redaktion eingeladen. Amtsinhaberin und SPD-Kandidatin Ines Hübner sowie Einzelbewerberin Petra Künzel nahmen das Angebot an. Robert Wolinski (NPD) war beruflich verhindert, Marcel Siegert (Pro Velten) lehnte ein Kommen ab. MAZ-Redakteur Bert Wittke stellte den Kandidatinnen die Fragen.

Warum wollen Sie Bürgermeisterin in Velten werden/bleiben?

„Bürgermeisterin zu sein heißt nicht nur am Schreibtisch zu sitzen, sondern bedeutet, eine Stadt zu gestalten. Und man ist mit vielen Menschen im Gespräch, hört wo ihre Sorgen und Nöte sind oder wo bei Vereinen der Schuh drückt. Es ist für mich der wunderbarste Job der Welt in einer schönen, wachsenden Stadt, auch wenn man es nicht allen recht machen kann, weil man Entscheidungen treffen muss.“ So die Beschreibung von Amtsinhaberin Ines Hübner, warum sie sich einer Wiederwahl zur Bürgermeisterin stellt. Bei Petra Künzel fiel die Entscheidung zu kandidieren, weil sie die beiden damals zur Abstimmung stehenden Kandidaten nicht gewählt hätte. „Ich beschloss, es selber zu machen und mich für mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz einzusetzen.“ So votiert Künzel für Tonaufnahmen bei den Stadtverordnetenversammlungen, damit Bürger Entscheidungen besser nachvollziehen und erfahren können, wer sich wie positioniert hat.

Wo sehen Sie Veltens Stärken?

„Velten hat eine herausragende Lage nahe der Hauptstadt und besitzt alles, was man braucht: Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Vereine und viel Natur“, lobte Petra Künzel. Nach der Wende habe sich viel getan, so dass sie sich nicht vorstellen könne, woanders zu wohnen. Als Geheimtipp, bezeichnete Ines Hübner die Ofenstadt, die noch nicht so überrannt sei, wie andere Kommunen im Speckgürtel. „Es ist eine liebens- und lebenswerte Stadt, eine Stadt der kurzen Wege, in der die Menschen gerne leben. Es gibt Natur und doch ist Velten auch ein guter Wirtschaftsstandort.“

Wie könnte man die Stadt noch attraktiver machen?

„Man muss an den Schwachstellen ansetzen und Wohnungsbauvorhaben vorantreiben, die von Eigentümern auf privaten Grundstücken nicht umgesetzt werden. Etwa gegenüber der Scharfen Kurve, einer unschönen Ecke. Ebenso wie die Bahnanlage, die 2018 für 4,5 Millionen Euro barrierefrei umgebaut wird“, erklärte Hübner, die auch die Innenstadt verändern will. „Nicht nur den Marktplatz.“ Petra Künzel möchte mit Blick auf die geplante Fahrradstraße in der Großen Promenade das Radwegenetz erweitern. „Man muss den Fahrradtourismus ausbauen, mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten.“ Außerdem könnte sich Künzel vorstellen, den Stichkanal touristisch zu nutzen und sie glaubt, dass eine Taktverdichtung im ÖPNV die Attraktivität der Stadt steigern würde. Einig waren sich die Frauen, dass man das Ofenmuseum erhalten muss. Hübner: „Die Geschichte der Stadt ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Die Museen sind ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt.“

Was möchten Sie erreichen?

„Ich möchte, dass in Velten bezahlbare Wohnungen gebaut werden, auch wenn meine Vorstellungen von 4,50 Euro Kaltmiete vielleicht etwas gewagt sind, zu der ein Investor 20 Prozent seiner neugebauten Wohnungen vermieten sollte“, erklärte Petra Künzel. Auch ein Bürgerhaushalt, der derzeit in Arbeit ist, steht auf ihrer Agenda. „Das ist eine super Idee, weil der Bürger davon direkt partizipiert.“ Und für den Bahnhof stellt sie sich einen Bücherschrank, trotz Ablehnung der Stadtverordneten, als Begegnungsstätte vor. „Ich möchte die Beachpartys am Bernsteinsee wieder einführen, die haben Strahlkraft bis Berlin.“ Auch die Idee der temporären Eisbahn hat Künzel noch nicht aufgegeben. Ines Hübner hat sich neben der Wiederherstellung des S-Bahn-Anschlusses einen barrierefreien Ausbau des Jugendclubs mit attraktiven Außenanlagen, ein Feriencamp am Bernsteinsee sowie einen Seniorentreffpunkt in der Innenstadt und Grundstücksvergaben nach dem sogenannten „Einheimischen-Modell“ auf ihre Fahnen geschrieben, mit dem sie junge Familien in der Stadt halten will. Eine Idee, die auch bei Gegenkandidatin Künzel gut ankommt. So gut, dass sie bereits einen entsprechenden Antrag auf der letzten Stadtverordnetenversammlung eingereicht hat. „Eine super Idee“, so Künzel. Auch die Schaffung von Kita-Plätzen und ein Ausbau der Löwenzahn-Grundschule hat Ines Hübner auf dem Plan, besonders wenn an der Nauener Straße ein neues Wohngebiet entstehen wird. So soll es einen Kita-Neubau in Velten-Süd und einen Anbau der Kita „Kinderland“ geben, sagte Hübner.

Sie haben einen Wunsch frei, welcher wäre das für Velten?

Hübner: „Die S-Bahn.“ Petra Künzel: „Ich würde die Wiese am Markt kaufen, damit dort kein Supermarkt entsteht.“ Auch wenn man sich in diesem Punkt nicht einig war, und am Sonntag bei der Wahl gegeneinander antreten wird, schlossen sich beide Frauen nach dem Gespräch zu einer Fahrgemeinschaft für den Rückweg nach Velten zusammen. So kann Politik auch aussehen.

Von Ulrike Gawande

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