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Oberhavel Freier Chor steckt in der Krise
Lokales Oberhavel Freier Chor steckt in der Krise
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19:46 10.05.2016
Chorleiter Bernd Gawande ist zurückgetreten, der Vorstand des Freien Chores Velten soll gegen ihn gewesen sein. Quelle: Foto: Archiv
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Velten

Die Chorprobe vor dem Weihnachtskonzert soll ein Fiasko gewesen sein. Ein Mitglied habe den Saal unter Tränen verlassen, Chormitglieder hätten ihr heftig zugesetzt. Sie sehe Scheiße aus und solle nach Hause gehen, wenn sie nicht singen könne. Solche Worte sollen gefallen sein. „Diese zwischenmenschlichen Diskrepanzen haben die musikalischen Aktivitäten des Chors überschattet“, sagt das Mitglied, das anonym bleiben will. Mittlerweile hat sie den altehrwürdigen Freien Chor Velten 1887 verlassen.

Der Chor, der 2017 sein 130. Jubiläum feiert, befindet sich in einer schlimmen Krise: Auch Leiter Bernd Gawande hat hingeschmissen, zudem bleiben sechs Mitglieder den Proben dauerhaft fern (MAZ berichtete). Damit nicht genug: Zu Gawandes letzter Probe war nur noch knapp die Hälfte der etwa 40 Aktiven gekommen. Auch vom Vorstand sind nur noch zwei der vier Mitglieder übrig. Momentan ist der Chor nicht auftrittsfähig, ein Konzert bei der Hennigsdorfer Seniorenwoche hat man abgesagt. Der Konflikt im Chor hatte sich über Monate hochgeschaukelt, der Knall kam mit Ansage. Bernd Gawande habe schon seit Monaten den Rückhalt des Vorstandes bei den Mobbing-Attacken vermisst. Stattdessen sei der 59-Jährige auch noch selbst attackiert worden. In seiner letzten Vorstandssitzung habe man dem Leiter vorgeworfen, er spalte und zerstöre den Chor. „Ich habe zehn Jahre lang Arbeit investiert, der Chor hatte seine erfolgreichste Phase. Warum sollte ich das zerstören wollen?“

Als Strippenzieher will er vor allem Hartmut Winkler, hauptberuflich Veltens Kämmerer, ausgemacht haben, der auch die Kassen der Chores verwaltet. Es würden gezielt Unwahrheiten verbreitet, so Gawande. Winkler selbst äußerte sich zu den Vorwürfen auf MAZ-Anfrage nicht. Das besagte Mobbing gegen das Chormitglied vor dem Weihnachtskonzert habe es nicht gegeben, heißt es aber dafür vom Chorsprecher Uwe Voigt. Er äußert sich auch zum Rücktritt des Vorstandsmitgliedes Diana Mattes. Sie sei aus gesundheitlichen Gründen gegangen. Bernd Gawande kann darüber nur lachen. Mattes habe sich wegen des feindseligen Klimas zusammen mit ihm zum Rücktritt entschieden, gesundheitliche Gründe habe es nicht gegeben. „Sie war erkältet, als sie ihren Rücktritt erklärt hat, vielleicht kommt die Deutung daher“, sagt Gawande zynisch.

Es sei ein regelrechter Rufmord gegen ihn im Gange. Sogar beim Einkaufen werde Gawande von Unbekannten auf seine angeblichen Fehler angesprochen, man habe da so seine Quellen. „All das lässt mich vermuten, dass ein Teil des neuen Vorstands seit längerer Zeit gezielt gegen mich arbeitet.“ Eine direkte Ablösung habe sich angesichts der Erfolge des Chores nicht durchsetzen lassen, also habe man es eben anders probiert.

Chorsprecher Uwe Voigt räumt ein, dass die Stimmung zwischen den Mitgliedern im Chor manchmal angespannt gewesen sein könne, „so dass mitunter ein unbedachtes Wort schon weitreichende Folgen haben konnte und gelegentlich auch mal eine Träne floss.“ Schuld daran sei aber Gawande gewesen, der enormen Druck auf alle Stimmgruppen aufgebaut habe, „um das in höchstem Maße anspruchsvolle Repertoire rechtzeitig und fehlerfrei auf die Bühne zu bringen.“ Gawande kontert auf diesen Vorwurf, dass der Probenrhythmus schon unter Vorgänger Wilfried Jachnow so gehandhabt worden sei und es niemals Kritik daran gegeben habe.

Jachnow (82), der nach einer Knie-OP im Rollstuhl sitzt, wird nun vorerst die Proben begleiten. Man wolle aber schnell einen Nachfolger für Gawande präsentieren und einen neuen Vorstand wählen, heißt es in einer Erklärung des Chores. Bernd Gawande ist sich sicher, dass der Chor an der Krise nicht zerbrechen wird. „Es geht aber mit diesem Vorstand nicht mehr weiter.“

Von Marco Paetzel

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