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Freispruch für 42 Lehrlinge

Einmal sehr gut, fünfmal gut Freispruch für 42 Lehrlinge

“Ich bin sehr stolz auf das tolle Ergebnis meiner Bäckerauszubildenden Marianne Schindler“, verkündet Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz, am Samstagvormittag im Friedrich-Wolf-Haus in Lehnitz anlässlich der Freisprechung der Junggesellen. Seiner Meinung nach hätte sie in der Abschlussnote anstatt von „gut“ sogar ein „sehr gut“ verdient gehabt.

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Stolze Ausbilder und Förderer: Marianne Schindler bestand ihre Bäckerlehre in der Konditorei und Bäckerei Plentz mit der Note gut.

Quelle: U. Gawande

Lehnitz. „Ich bin sehr stolz auf das tolle Ergebnis meiner Bäckerauszubildenden Marianne Schindler“, verkündet Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz, am Samstagvormittag im Friedrich-Wolf-Haus in Lehnitz anlässlich der Freisprechung der Junggesellen. Seiner Meinung nach hätte sie in der Abschlussnote anstatt von „gut“ sogar ein „sehr gut“ verdient gehabt, da ihre Stärken eindeutig im Praktischen liegen würden. Die junge Frau sei eine wertvolle Mitarbeiterin im Team, so Plentz, die sich neben dem Beruf auch noch ehrenamtlich engagiere.

Kalr-Dietmar Plentz gratuliert seiner Auszubildenden Marianne Schindler zur bestandenen Bäcker-Prüfung

Kalr-Dietmar Plentz gratuliert seiner Auszubildenden Marianne Schindler zur bestandenen Bäcker-Prüfung.

Quelle: Ulrike Gawande

Nach dem Abitur hatte Marianne Schindler ein freiwilliges soziales Jahr gemacht und stand vor der Entscheidung, Bäckerin oder Köchin zu werden. „Ich bin quasi bei meiner Mutter in der Küche aufgewachsen“, so die junge Frau aus Angermünde, die auch gesundheitliche Einschränkungen nicht von ihrem Berufswunsch abhalten konnten. Auch in nächster Zeit bleibt sie der Bäckerei in Schwante erhalten, wird jedoch verstärkt als Konditorin arbeiten. „Wir würden sie auch ungern hergeben“, so Plentz. Besonders das Praktikum in Spanien sei interessant gewesen, erinnert sich die junge Bäckerin an ihre Lehrzeit, denn sei die Arbeitsatmosphäre deutlich entspannter gewesen.

die freigesprochenen Lehrlinge

die freigesprochenen Lehrlinge

Quelle: Ulrike Gawande


Insgesamt 42 von 48 zur Prüfung angetretenen Lehrlingen der Berufsgruppen Bäcker, Tischler, Maurer, Elektroniker, Frisör und Kfz-Mechatroniker hatten in den vergangenen Wochen ihre Abschlussprüfung bestanden und bekamen nun in Lehnitz ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse überreicht. Darunter sieben Frauen. Einmal konnte die Note sehr gut vergeben werden und fünfmal die Note gut. Sechs Auszubildende haben vorzeitig ausgelernt.

Die Junggesellen nach der Zeugnisübergabe

Die Junggesellen nach der Zeugnisübergabe.

Quelle: Ulrike Gawande

Der Jahrgangsbeste ist Richard Jäger, der als Tischler seine Ausbildung bei Olaf Giese in Liebenwalde absolvierte. Ein Umstand, den Frank Bommert (Landtagsabgeordneter der CDU) zu deutlicher Kritik am Bildungsministerium nutzte. „Es ist beschämend, dass die Ausbildungsklasse der Tischler in Hennigsdorf geschlossen wird (MAZ berichtete)“, empörte sich Bommert in seiner Rede zur Freisprechung. „Die Ausbildung hat ein so gutes Niveau, dass neben dem diesjährigen Jahrgangsbesten, sogar Tischlerweltmeister aus Oberhavel kamen.“ Hintergrund der Kritik war die kurzfristige Entscheidung des Ministeriums, die Tischlerausbildungsklassen der Ostprignitz, der Prignitz und Oberhavel in Neuruppin zusammenzuführen.

Eine fadenscheinige Begründung, wie Innungsmeister Norbert Fischer findet. „Es wurde stets eine Klassenstärke von 16 bis 31 Schülern angestrebt, ideal wären 24. Nun wurde diese Zahl auf einmal verpflichtend“, erklärt der Tischlermeister aufgebracht. Als Grundlage der Schließungsentscheidung wurden seines Wissens nach, die Anmeldezahlen vom Jahresbeginn genommen. Damals lagen nur 16 Anmeldungen vor. „Natürlich weiß ich, dass es schwer ist, Auszubildende zu finden“, so Fischer. Aber die drohende Klassenschließung hätte aus seiner Sicht auch dazu geführt, dass die Betriebe gezögert hätten, Auszubildende einzustellen.
Die Enttäuschung ist so auf allen Seiten groß. „Man fühlt sich verarscht“, sagt Fischer wörtlich. Die Betriebe seien verärgert, ebenso wie die angehenden Tischler, von denen mehrere zur Ausbildung nach Berlin wechseln, da die Schule in Neuruppin nicht an ein Internat angeschlossen ist. Zudem sind die Fahrtwege weit. Fischer bescheinigt der Politik „wenig Weitblick“ und sieht sie als „handwerkerfeindlich“. Dabei sei doch das Handwerk „die solide, breite Basis“ und„Zentrum der deutschen Wirtschaft“, so der stellvertretende Landrat Egmont Hamelow.

Von Ulrike Gawande

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