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Oberhavel Freiwillige allein genügen nicht
Lokales Oberhavel Freiwillige allein genügen nicht
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02:15 25.06.2015
Auch das gehört dazu: Beseitigung von Sturmschäden nahe der Kirche in Nieder Neuendorf. Quelle: Feuerwehr
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Hennigsdorf

Brennender Lkw, Feuer im Wald, Motorradunfall mit tödlichem Ausgang, Sturmschaden auf dem Grundstück der Dorfkirche Nieder Neuendorf – nur einige Einträge aus der Einsatzstatistik der Freiwilligen Feuerwehr Hennigsdorf in diesem Monat. Zwischen 200- und 300-mal müssen die Einsatzkräfte im Jahr ausrücken. „Für ein Drittel dieser Einsätze stehen nur außerordentlich wenige Kameraden zur Verfügung. Vor allem in den Tagesstunden“, beschreibt Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) die angespannte Lage.

In den vergangenen acht Jahren wuchs zwar die Zahl der freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen von 31 auf 58. Doch die Mehrzahl von ihnen – 38 – haben ihren Arbeitsort außerhalb von Hennigsdorf. Um zumindest eine Stammbesatzung für die Tagesstunden zu sichern, hatte die Stadt bereits in den 1990er-Jahren drei hauptberufliche Stellen geschaffen, Stadtbrandmeister, Gerätewart und ein Zugführer sind städtische Angestellte, die für die Einsätze von ihrer Arbeit freigestellt sind. Doch das reicht nicht mehr aus. Die neu angeschaffte Technik – vor wenigen Wochen erst eine moderne Drehleiter und ein neues Einsatzfahrzeug – verlangen höhere Qualifikationen, die Wartung der Geräte erfordert einen höheren Aufwand.

Die Hennigsdorfer Stadtverwaltung will deshalb drei weitere hauptamtliche Kräfte einstellen. Vorgeschlagen wird dies im aktuellen Gefahrenabwehrbedarfsplan, der den Stadtverordneten jetzt zur Beschlussfassung vorliegt. Die Sicherheitsberatungsfirma Luelf & Rinke hat dafür in den vergangenen anderthalb Jahren die Einsätze der Hennigsdorfer Feuerwehr genau analysiert. Die drei zusätzlichen Hauptamtlichen werden auf dem Posten des Atemschutz-Gerätewarts, bei der Einsatzvorbereitung und für die zunehmende Verwaltungsarbeit benötigt. Die Stadt, die ansonsten einen strengen Sparkurs fährt, will an dieser Stelle jedoch nicht knausern. Ab dem kommenden Jahr sind dafür Lohnkosten in Höhe von 138 000 Euro veranschlagt.

Doch die Stadt will es dabei nicht bewenden lassen. Auch in Zukunft sieht sie das wichtigste Nachwuchspotential in der Jugendfeuerwehr. Überlegt wird auch, wie das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute besser gewürdigt werden kann. Es geht dabei auch um eine Erhöhung der Aufwandsentschädigungen. „Derzeit erhält jedes Mitglied pro Einsatz fünf Euro. Egal, ob dieser eine halbe Stunde dauert oder sieben“, sagt Stadtbrandmeister Frank Dobratz.

Eine andere Form der Werbung für die Wehr, obwohl von einigen Kommunen praktiziert, sieht der Bürgermeister skeptisch. Die Stadt will zwar künftig in Stellenausschreibungen die Mitgliedschaft in der Feuerwehr als Kriterium aufnehmen. Schulz: „Uns ist jeder Verwaltungsmitarbeiter lieb, der bei der Feuerwehr ist. Aber dazu zwingen kann man niemanden.“

Von Ulrich Bergt

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