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Freude im Norden: Dorftheater gewinnt Preis

Sonnenberg Freude im Norden: Dorftheater gewinnt Preis

Sie treffen sich einmal in der Woche – gewöhnlich zum Linedance. Aber die Bewegungshungrigen haben vor Jahren auch ihre theatralische Seite herausgekehrt. Regelmäßig üben sie neue, selbstkreierte Stücke ein. Mit Erfolg.

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Szene aus dem Auftritt „Stadtwaldklinik“ aus dem Jahre 2016.

Quelle: Uwe Halling

Sonnenberg. Als die Nachricht die Laienschauspieler erreichte, war die Freude groß: „Wir haben erst einmal mit einem Glas Sekt angestoßen“, sagt Kathrin Lorenz. Das Dorftheater Sonnenberg wird am morgigen Donnerstag mit dem Kulturförderpreis des Kreises Oberhavel ausgezeichnet. Damit ehrt die Jury das langjährige kulturpädagogische Engagement für die Dorfgemeinschaft. „Besonders die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen prägt die Arbeit des Dorftheaters Sonnenberg und spielt eine wichtige Rolle in einer Zeit, in der sich gerade junge Menschen nach einer Zukunft in der Stadt umschauen“, heißt es in der Begründung der Jury.

Unterhalten, erziehen, bilden

Das Dorftheater ist eigentlich ein Ableger der Linedance-Gruppe aus Sonnenberg. Als die örtliche Feuerwehr im Jahre 2010 den 100. Geburtstag beging, stellten die Frauen, Männer und Kinder ein Programm auf die Beine. Mit dem Stück „Sonnenberg sucht den besten Feuerwehrmann“ brachte die Theatergruppe damals ihr erstes Stück auf die Bühne, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Seit dem planen und proben die rund 30 Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen jährlich neue Stücke und präsentieren sie auf Dorffesten in der Gemeinde Sonnenberg. „Wir sind vier Leute, die den roten Faden spinnen“, sagt Kathrin Lorenz, die die Gruppe anleitet. Gemeinsam mit Rita Kattner, Diana Puls und Janette Bork gibt sie den Ton an. „Aber auch von den anderen kommen gute Vorschläge, die berücksichtigt werden“, so Kathrin Lorenz.

Die Stücke, die vom Dorftheater aufgeführt werden, sind alle selbst entwickelt. Nachgespielt wird nichts. Allerdings werden Figuren oder Ereignisse mit eingebaut. So hieß das Stück, welches vor zwei Jahren aufgeführt wurde, „Stadtwaldklinik“. Dort trat dann auch ein Dr. Trinkmann auf, der ein Techtelmechtel mit seiner Oberschwester hatte. Das Dorfmaskottchen – „Der kleine Grisu“ ist auch aus einer der Aufführungen entstanden. Es wird bei den Dorffesten  immer  herausgeholt und ist an den Dorfeingängen sichtbar.

Mit dem 100. Geburtstag der Feuerwehr fing alles an

Die Resonanz bei den Auftritten ist durchweg positiv. Bei der Auswahl der Stücke achtet das Ensemble darauf, dass es nicht nur unterhält, sondern auch erzieht und bildet sowie zum Nachdenken über Gesellschaft und Gemeinschaft anregt. Ihre Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme fertigen die Hobbytheaterleute selbst. Die Jury für den Das Dorftheater Sonnenberg sei für die Region von großer Bedeutung, stifte Identität und schaffe Zusammenhalt durch gemeinsame Erlebnisse. Die Jury für den Kulturförderpreis würdigt mit ihrer Entscheidung die geleistete Arbeit, möchte mit den 2500 Euro Preisgeld aber auch zu vielen weiteren Jahren Theaterarbeit in Sonnenberg anregen.

Das meiste Geld davon wird voraussichtlich für Requisiten ausgegeben. Die brauchen die Sonnenberger Schauspieler – sie sind 6 bis 66 Jahre alt –, denn sie werden weiter künstlerisch arbeiten. Im kommenden Jahr wollen sie wieder etwas Besonderes auf die Beine stellen, der Ort wird 700 Jahre alt. „Drei Zutaten sind schon im Topf, jetzt fangen wir an zu kochen“, sagt Kathrin Lorenz.

Von Stefan Blumberg

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