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Oberhavel Für eine bessere Zukunft: Oranienburgs Schüler gehen auf die Straße
Lokales Oberhavel Für eine bessere Zukunft: Oranienburgs Schüler gehen auf die Straße
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00:23 18.03.2019
Rund 200 Schüler und Schülerinnen waren zur Demo auf den Schlossplatz in Oranienburg gekommen. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

Erst zaghaft, doch dann lautstark legten sich am Freitagnachmittag ab 13.30 Uhr rund 200 Schülerinnen und Schüler auf dem Platz vor dem Oranienburger Schloss für eine bessere Zukunft ins Zeug. Unter anderem aus Oranienburg und den Ortsteilen Eden und Friedrichsthal waren sie gekommen, um sich im Rahmen der weltweiten “Fridays for Future“-Initiative gegen die Klimakatastrophe stark zu machen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, schallte es immer wieder über den Schlossplatz. „Wir haben keinen Planet B“, „Kein Plastik ins Meer“ und „Wir können nicht warten!!! Der Klimawandel wartet auch nicht!!!“ stand auf den Plakaten geschrieben, mit denen die Kids auf ihre Ängste und Sorgen aufmerksam machten und die sie zahlreich in die Höhe reckten.

Rund 200 Schüler und Schülerinnen demonstrierten am Freitagnachmittag (15. März 2019) vor dem Schloss in Oranienburg im Rahmen der "Fridays for Future"-Initiative gegen die Klimakatastrophe und für eine bessere Zukunft.

„Wir sind hier vielleicht nur ein kleiner Tropfen“, erklärten Marie und Mattea von der Kinderschule Eden, die die Demonstration angeschoben hatten. „Doch wenn wir alle etwas für unsere Zukunft tun, dann sind wir ein Wasserfall“, riefen die beiden und ernteten dafür Applaus nicht nur von den Demonstranten, sondern auch den rund 50 Erwachsenen, die ebenfalls zum Schlossplatz gekommen waren, um das Engagement der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Sie wurden von den beiden Mädels dann auch direkt angesprochen: „Die Erwachsenen müssen etwas für die Erde und uns Kinder tun“, riefen sie unter dem Beifall ihrer Mitschüler.

„Wir sind spontan hergekommen“, erklärte unterdessen eine Schar Mädels aus dem Kunstkurs der 11. Klasse des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums aus Oranienburg. Sie würden zum ersten Mal an solch einer Freitagsdemo teilnehmen, sich aber grundsätzlich mit dem Thema auseinandersetzen und das eigene Verhalten hinterfragen: „Kurze Wege mit dem Fahrrad machen, Müll vermeiden und nicht einfach in die Gegend werfen, es gibt einiges, was man selbst tun kann“, fanden die Jugendlichen. Sie nahmen im Rahmen ihres Politikunterrichts an der Demo teil, ermutigt von ihrer Politiklehrerin, verrieten sie.

Veltener Gymnasiasten durch Aushang in Schule ausgebremst

Deutlich schwerer hatten es da schon die Schüler des Veltener Bollhagen-Gymnasiums. Ihnen wurde die Fahrt nach Oranienburg zur Teilnahme an der Demo per Aushang untersagt. Dabei handelte es sich um eine Mitteilung vom Schulamt, die zwingend in den Schulen ausgehangen werden müsse. „Dazu gibt es gar keine Alternative“, erklärte Claudia Heime, Leiterin des Bollhagen-Gymnasiums. Sehr zum Unmut der Schüler. „Es ist paradox, dass einerseits seit Jahren im Geographie- und Politikunterricht über den Klimawandel gesprochen wird. Wenn dann aber Schüler die Initiative ergreifen, sich politisieren, dafür einstehen und etwas verändern wollen, wird dem ein Riegel vorgeschoben. Das ist paradox und eine absolute Frechheit“, ärgerte sich ein angehender Abiturient des Veltener Gymnasiums. Aufgrund der angedrohten Konsequenzen hatte er sich schließlich gegen die Demo-Teilnahme entschieden.

Lesen Sie dazu unseren MAZ-Kommentar: „Mutig!“

MAZ-Reporterin Nadine Bieneck findet: „Vor 30 Wochen demonstrierte die 16-jährige Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem schwedischen Parlament gegen den Klimawandel. Aus ihrer Initiative wurde ein Flächenbrand: Am gestrigen Freitag gingen Kinder und Jugendliche in über 120 Ländern auf die Straße und forderten Maßnahmen für eine bessere Zukunft ein. Auch in Oranienburg versammelten sich Schüler auf dem Platz vor dem Schloss. Dass sie dies trotz angedrohter Konsequenzen während der Schulzeit tun, ist mutig und verdient Unterstützung. Nehmen die Jugendlichen für ihre Überzeugungen doch wissentlich Nachteile in Kauf. Traurig genug, dass böse Stimmen sich echauffieren, die Kids könnten doch in ihrer Freizeit auf die Straße gehen. Der Freitagstermin sorgt schließlich gerade deshalb für Aufmerksamkeit, weil er eben nicht zwischen Sonntagsbraten, Kaffee und Kuchen stattfindet. Und der Stoff zweier Unterrichtsstunden lässt sich im Notfall auch nachholen.“

Von Nadine Bieneck

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