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Oberhavel Abschied von einem alten Riesen
Lokales Oberhavel Abschied von einem alten Riesen
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10:03 17.01.2014
Nach und nach wurde die alte Eiche beschnitten - bis am Ende nur noch ein Baumstumpf übrig blieb. Quelle: Uwe Halling
Zehdenick

Ende des vergangenen Jahres teilte ein Gutachter mit, dass der stattliche Baum neben dem Rathaus nicht mehr zu retten ist. Der Schwefelporling (ein Pilz) hatte sich wie ein Krebsgeschwür durchs Holz gefressen, die Friedenseiche drohte umzukippen. Am Donnerstag gegen 9.30 Uhr rückten die Mitarbeiter der Zehdenicker Firma Gartenbau Gerth mit schwerer Technik an und machten sich an die Arbeit.

Wie beim Haareschneiden fielen zunächst nur die Spitzen der Zweige zu Boden. Doch schon bald war jedem Zuschauer klar, dass es sich hier nicht nur um einen Pflegeschnitt handelte. Immer größer wurden die Holzstücke, die zur Erde krachten, der Anblick des Baumes hatte da schon etwas Jämmerliches.

Auf dem Weg zum Kleinen Ratskeller blickte auch Hans-Joachim Schwarzkopf kurz dorthin, wo unaufhörlich die Motorsäge plärrte. Der Seniorwirt der Gaststube erinnerte sich daran, warum der Baum so gelitten hatte. Bei der Sanierung des Marktplatzes um die Jahrtausendwende hatte man festgestellt, dass aus einer undichten Leitung jahrelang Gas ausgeströmt war und das Erdreich an der Nordseite des Baumes vergiftet hatte. "Der Boden war leicht bläulich und das Wurzelholz wie Pappe", erinnert sich Schwarzkopf.

Viele Zehdenicker sahen sich das Spektakel gestern an und bedauerten den Verlust. Auch Stadtarchivarin Margitta Gatzke war traurig. Sie fand bei Recherchen die Lebenserinnerungen von Schlächtermeister August Grunthal - sein Geschäft am Markt befand sich dort, wo heute die Fleischerei Schiller ihre Kunden bedient - ,der einst interessante Dinge zur Friedenseiche aufgeschrieben hatte: "1871 wurde die Friedenseiche auf dem Marktplatz gepflanzt. Diese und noch zwei weitere gingen wieder ein und erst 1876 hat mein Vater, ein alter Feldhüter, und ich eines Morgens ganz früh 4 Uhr die jetzige Eiche, welche von Förster Thiele, Hammelspringer Brücke, ist, gepflanzt." Demnach war der stattliche Baum, der bis gestern dort stand, ein paar Jahre jünger als ursprünglich gedacht. Im Übrigen hatten die Zehdenicker 1871 nicht nur diese eine Friedenseiche aufgestellt, sondern derer gleich vier. Die auf dem Kirchplatz steht heute noch und ist einer der prächtigsten Bäume in der Havelstadt. Die anderen beiden - einer vor der Gaststätte Berlin in der Dammhaststraße und ein anderer vor der früheren Schule Kamp in der Kampstraße - gibt es längst nicht mehr.

Die Stadtverordneten werden in den nächsten Wochen darüber diskutieren, ob an dieser Stelle ein neuer Baum gepflanzt wird und wenn ja, welcher. Offenbar gibt es auch andere Optionen.

Von Andreas Röhl

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