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Frischzellenkur für den S-Bahnhof Schönfließ

Öffentlicher Personennahverkehr Frischzellenkur für den S-Bahnhof Schönfließ

Die Gemeinde Glienicke will am Bahnhof der Nachbargemeinde einen P+R-Parkplatz einrichten, um den Bahnhof aufzuwerten. Bei den Nachbarn im Mühlenbecker Land wird der Blick auf ein Gesamtkonzept gerichtet.

Schönfließ bei Berlin 52.664593307959 13.339676856995
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Ein tristes Bild gibt der Schönfließer S-Bahnhof gegenwärtig ab.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke/Schönfließ. Der S-Bahnhof in Schönfließ liegt etwas ab vom Schuss. Er wirkt heruntergekommen, trist und verlassen – insbesondere das Innere des Empfangsgebäudes. Die Glienicker Kommunalpolitiker wollen das ändern. Auf Antrag der Fraktion CDU/Freie Demokraten beauftragten sie ihren Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP), diesbezüglich Kontakt mit allen Beteiligten aufzunehmen. Genannt werden der Bürgermeister der Nachbargemeinde, die Bahn AG, der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und der Landkreis Oberhavel. erklärtes Ziel ist es, „eine gemeinsame Strategie zur besseren Nutzbarkeit und Nutzung des S-Bahnhofs Schönfließ für Pendler“ zu entwickeln – mit dem Bau eines P+R-Parkplatzes in unmittelbarer Bahnhofsnähe.

Eine bloße Anbindung des Verkehrs sei zu kurz gegriffen, sagte Klaus Brietzke, Ex-Bürgermeister und CDU-Gemeindeverter aus dem Mühlenbecker Land. Als Vorsitzender des Bauausschusses verwies er auf die langjährigen Bemühungen, die Heidekrautbahn zu reaktivieren – natürlich unter Berücksichtigung des Lärmschutzes. Die Niederbarnimer Eisenbahn AG besitze die Pläne und die Flächen, um Straßenverkehr besser an die Schiene anzubinden. So ließe sich eine große Anzahl von Pendlern realistischer auffangen als in Schönfließ. „Unser Ziel ist es, das Schienennetz zu erweitern, wo es möglich ist, und das Verkehrsaufkommen mehr zu verteilen“, sagte Brietzke.

Zu einem diplomatischen, schrittweisen Vorgehen riet Bürgermeister Oberlack. Den Ausführungen Brietzkes habe er auch ein Stück Verwunderung entnommen. Hintergrund: Der Bahnhof liegt nun einmal auf dem Gebiet der Nachbargemeinde. Er halte es für besser, erst einmal mit den Mühlenbeckern Kontakt aufzunehmen, bevor über sie geredet wird. Das begrüßte SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Klein. Ohnehin sei ein solcher P+R-Parkplatz bereits geplant und der Nahverkehrsbeirat mit Vertretern aller genannten Institutionen mit dem Thema befasst. In sofern werde daran also an zwei Stellen gearbeitet. In mancher Frage sei der Nahverkehrsbeirat sogar schon weiter: Der Versuch, Schönfließ ins Tarifgebiet B zu bekommen, sei dort bereits vom Tisch. Die Auskunft von dort: „Vergesst es!“

Linken-Fraktionsvorsitzender Ernst-Günter Giessmann begrüßte es, den Bürgermeister „in die Spur zu schicken“. Ohnehin werde die Idee schon länger im Nahverkehrsbeirat diskutiert. Und auch die Arbeitsgemeinschaft Verkehr habe auf kommunaler Ebene eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet. Es sei etwas verwunderlich, wenn einzelne Projekte herausgegriffen würden, um „Partikularinteressen“ zu verfolgen. „Das finde ich nicht okay“, sagte Giessmann.

Absicht sei es nicht, der AG irgend etwas wegzunehmen, betonte Peter Kimme (CDU/FDP)l. Ziel sei es vielmehr, „gemeinsam etwas zu entwickeln“ und sein Signal zu setzen. Und es gehe darum, den augenscheinlichen Verfall zu stoppen und dem Betreiber zuvor zu kommen, der den Bahnhof Schönfließ möglicherweise stilllegen könnte. „Wenn wir jetzt noch länger warten, ist der Zug für Schönfließ vielleicht abgefahren“, sagte CDU/FDP-Vize-Fraktionsvorsitzender Jörg Rathmer. Sei der Bahnhof erst einmal dicht, lasse er sich nicht so leicht reaktivieren. Deshalb wolle die Politik ihn aufwerten, vielleicht mit Rolltreppen, und dafür auch Geld in die Hand nehmen. Zudem solle mit dem Vorschlag die Bundesstraße B 96 entlastet werden. Der Beschluss wurde in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend bei einer Enthaltung einstimmig gefasst.

Die Geschichte des Bahnhofs

Der 1953 eröffnete Bahnhof wird im Personenverkehr seit 1961 von der S-Bahn Berlin bedient, bis 1993 war er auch Halt von Regionalzügen. 

Der Bahnhof wurde etwa einen Kilometer nördlich des Ortes Schönfließ angelegt. 

Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde der S-Bahn-Abschnitt zwischen Oranienburg und Hohen Neuendorf vom Rest des Netzes getrennt. 

In der Folge entstand zwischen Hohen Neuendorf und Schönfließ eine separate zweigleisige S-Bahn-Trasse, die am 27. Mai 1962 eröffnet wurde. 

Schönfließ gilt im Berliner S-Bahn-Netz als der Bahnhof mit der geringsten Zahl an Ein- und Ausstiegen.              

 

Von Helge Treichel

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