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Fröhliche Party zum 800. Geburtstag

Kremmen Fröhliche Party zum 800. Geburtstag

Erst Oranienburg, dann Zehdenick, nun Kremmen: Die dritte Stadt in Oberhavel feiert ihren 800. Geburtstag. Der Sonnabendnachmittag stand auf dem Kirchplatz ganz im Zeichen der Kultur, Musik und vor allem der Kremmener Geschichte. Viele Mitwirkende halfen mit, dass alles funktionierte.

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Großer Andrang bei der Fest-Torte,

Quelle: Robert Roeske

Kremmen. 800-Jahr-Feier, zum Dritten! Nach Oranienburg und Zehdenick hat in Oberhavel nun auch Kremmen das 800. Jubiläum der Ersterwähnung im Jahr 1216 gefeiert. „Und weil Kremmen ja die kleinste Stadt der drei Jubilare ist, feiern wir auch entsprechend“, sagte Detlef Reckin, der zum Planungskomitee gehörte.

Zur Eröffnung des Festes kamen auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter, Landrat Ludger Weskamp und natürlich Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (alle SPD). „Aller guten Dinge sind drei“, sagte Schröter zu Beginn und spielte damit auf die 800er-Jubilare in Oberhavel an. „Kremmen hat schwere Zeiten erlebt“, so Schröter weiter, der über den Dreißigjährigen Krieg erzählte und über diverse Brände, die die Stadt heimsuchten. „Es waren die Kremmener, die es immer wieder angepackt haben“, lobte er die Stadtbewohner.

Viele Politgäste kamen zur Eröffnung, ua

Viele Politgäste kamen zur Eröffnung, u.a. Innenminister Schröter (4.v.l.) und Landrat Weskamp (4.v.r.)

Quelle: Robert Roeske

Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse lobte die evangelische Kirchengemeinde für das große Engagement rund um die 800-Jahr-Feier. Er selbst sei skeptisch gewesen, ob dieses Fest gefeiert werden sollte. „Erst 1998 haben wir das 700-jährige Stadtrecht gefeiert“, erinnerte Sasse. Aber er sei überzeugt worden. Das Fest in Kremmen sei nun nicht ganz so groß wie in den anderen beiden Städten, „aber angemessen“, so Sasse weiter. „Feiern Sie sich und unsere Stadt“, rief er den Kremmenern zu.

Landrat Ludger Weskamp kommt immer gern nach Kremmen, wie er betonte. „Ich bin das vierte Mal in diesem Jahr für ein Grußwort hier.“ Kremmens sei lebens- und liebenswert, „es gibt hier immer was zu erleben“, so Weskamp.

Historische Modenschau

Historische Modenschau.

Quelle: Robert Roeske

„800 Jahre muss man einfach feiern“, sagte Pfarrer Thomas Triebler. Er glaubt, dass Kremmen noch sehr viel älter sei als nur 800 Jahre. Immerhin habe Kremmen ja schon 1298 das Stadtrecht erhalten. Man wisse eben nur durch die Urkunde von 1216, dass der Ort dort erstmals erwähnt worden sei.

Klein, aber sehr fein – das war am Sonnabend das Motto. Zwar gab es keinen Festumzug. Der aber fand gewissermaßen auf der Bühne statt, die auf dem Kirchplatz steht. „800 Jahre Kremmen in lebendigen Bildern“ nannte sich das Programm, moderiert von Uwe Madel vom rbb.

Ortsvorsteher Eckhard Koop im historischen Gewand

Ortsvorsteher Eckhard Koop im historischen Gewand

Quelle: Robert Roeske

Die Kremmener haben sich dafür unheimlich viel einfallen lassen. „Wer will fleißige Siedler sehen?“, sangen die Kinder der Kita „Villa Kunterbunt“ aus Sommerfeld, „der muss hier nach Kremmen gehen!“ Sie begannen die große Zeitreise. Die Ritter vom Verein Trivium aus Bernau zeigten Ritterkämpfe, wie sie 1334 und 1412 bei Kremmen stattgefunden haben dürften.

Mit einem Feuer hatten es die Kinder der Kita „Zwergenland“ aus Flatow zu tun. Die zeigten einen Stadtbrand im 17. Jahrhundert und die Staffelder Kitakinder den darauffolgenden kurfürstlichen Erlass 1672. „Das war aufwendig, aber wir hatten große Unterstützung“, sagt Kathrin Busse-Staufenbiel, die Leiterin die Flatower Kita. Die Aktion beim Stadtfest hatte noch einen spannenden Nebeneffekt, denn die Kinder beschäftigten sich ganz nebenbei mit dem Thema Feuer – also echte Prävention. Anderthalb Monate haben die Kinder für den Auftritt geprobt. „Wir sind total zufrieden, das war super“, so die Kitaleiterin am Ende.

Kremmener Kinder zeichneten die Stadtgeschichte nach

Kremmener Kinder zeichneten die Stadtgeschichte nach.

Quelle: Robert Tiesler

Die Mitglieder des Brandenburgischen Seniorenverbandes (BSV) in Kremmen beschäftigten sich auf der Bühne mit der DDR-Zeit und der Wende. Stichwörter: Bückware, ausverkaufter Kaffee, Mangelwirtschaft, bröckelnde Straßen und Fassaden. Sie zeigten eine Demo von 1989 und wie die Wende in Kremmen Einzug hielt.

Am Abend sang Andreas Dalibor noch sein „Kremmen-Lied“, was für Jubel sorgte. Auch die Gruppe MTS begeisterte die Kremmener Festbesucher. Den ganzen Tag fand außerdem rund um die Nikolaikirche ein Mittelaltermarkt statt. Die Gruppe Spilwut sorgte immer wieder für die passenden Klänge.

Andreas Dalibor sang das Kremmen-Lied

Andreas Dalibor sang das Kremmen-Lied.

Quelle: Robert Tiesler

Die Zufriedenheit war groß. Überall gab es lobende Worte. „Ein sehr gutes Fest“, sagte Harald Schmidt aus Sommerfeld. „Alle Achtung für diese Initiative der Kirche.“ Ebenso äußerte sich Peter Winkler, der Ortsvorsteher von Beetz: „Ich bin überrascht, ich denke, mit so vielen Menschen hat man nicht gerechnet.“ Zufrieden auch war Pfarrer Thomas Triebler: „Das hat Flair.“ Sein Highlight wird wohl der Festgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr. „Das war bis jetzt eine wunderschöne Veranstaltung“, sagte Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse am frühen Abend. „Ich bin einfach begeistert.“ Und mit der Meinung stand er sehr sicher nicht alleine da.

Am späten Sonnabendabend gibt es in der Nikolaikirche nach ein Orgelkonzert und ein Schwarzlichttheater. Nach dem Gottesdienst geht am Sonntag der Mittelaltermarkt auf dem Kirchplatz weiter. dazu gibt es Musik, ein Musical und ein Stück des Monbijou-Theaters.

Den Zuschauern hat es gefallen

Den Zuschauern hat es gefallen.

Quelle: Robert Roeske

Von Robert Tiesler

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