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Früher Bahnhof, heute Bäckerei

Sanierung in Velten Früher Bahnhof, heute Bäckerei

Gestern hat der Schwantener Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz vor geladenen Gäste das umgebaute Veltener Bahnhofsgebäude präsentiert, in dem er seine sechste Filiale eröffnet. Heute ab elf Uhr wird das Haus für alle eröffnet.

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Karl-Dietmar Plentz (r.) spendete unter anderem 3000 Euro an den Förderverein des Ofen- und Keramikmuseums.

Quelle: Fotos: Marco Paetzel

Velten. Es war im Sommer 2014, als eine Mail vom Eisenbahnbundesamt beim Architekten von Bäcker Karl-Dietmar Plentz eintraf. „Darin stand, dass meine vorgesehene Nutzung des Bahnhofs nicht zu den Plänen der Bahn passt.“ Das sei der Tiefpunkt gewesen, weil Plentz das marode Gebäude schon gekauft hatte. Der Bäckermeister versammelte Freunde um sich, betete im Bahnhof. „Ich habe Gott um Hilfe gefragt, weil ich an Grenzen stoße.“ Er nannte den Bahnhof kurzerhand „Haus des Brotes“ – auf hebräisch heißt das nicht anderes als Betlehem. Ob das ausschlaggebend war, ist nicht überliefert. Fest steht: Wenig später kam eine Mail, in dem die Bahn dem Umbau doch zustimme. „Ich bin Gott dankbar“, so Plentz.

Gestern, anderthalb Jahre später, weihte er das „Haus des Brotes“ offiziell im rundum erneuerten Veltener Bahnhofsgebäude ein. Mehr als eine Million Euro hat der Umbau gekostet. Das Land Brandenburg unterstützte das Projekt mit 267 000 Euro aus dem Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“, die Stadt Velten steuerte 133 000 Euro bei. Neben der sechsten Filiale von Plentz im Kreis ziehen auch ein Frisörgeschäft und die Fahrschule Wieland in den Bahnhof, auch zwei Wohnungen gibt es hier künftig. Sieben Arbeitsplätze schafft Plentz mit der Neuereröffnung in der Ofenstadt.

Landrat Ludger Weskamp (SPD) lobte den Mut des Bäckermeisters, Verhandlungen mit der Bahn seien nie einfach. Das sanierte Bahnhofsgebäude mache die Visitenkarte der Stadt, den kompletten Bahnhof, ein Stück schöner, erklärte Weskamp.„Ich hoffe, dass diese Bäckerei ein Treffpunkt für Velten wird“, so der Landrat.

Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner war voll des Lobes. Plentz habe den Bahnhof, der jahrelang leergestanden hatte, aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Es sei nun Zeit, die nächsten Schritte anzupacken, sagte Hübner mit Blick auf die marode Bahnanlage. Für das kommende Jahr hält die Stadt 250000 Euro für Planungen bereit. Spätestens 2018 sollen die Anlagen dann barrierefrei saniert sein. Die Bahn arbeite mit Engagement an der Planung, so Hübner. Zudem forderte sie einmal mehr: „Velten braucht die S-Bahn!“

Anschließend überreichte Bäcker Plentz je 500 Euro an den Historikerkreis von Bombardier, die etwa alte S-Bahn-Bänke für die neue Filiale besorgt hatten. 500 Euro bekam auch die Selbsthilfegruppe bekennender Abhängiger. 3000 Euro indes gingen an den Förderverein des Ofenmuseums, der zwei Kachelöfen für das Café spendete. Jedes Jahr wolle Plentz nun Institutionen der Stadt helfen, um sich für die Unterstützung mit Fördergeldern zu revanchieren. Ein Wermutstropfen indes sei der Einbruch durch ein Fenster des Cafés in der Nacht zu Donnerstag gewesen, so Plentz. Allerdings wurde offenbar nichts gestohlen.

Heute ab sechs Uhr öffnet die Filiale, ab elf Uhr wird sie für alle offiziell und feierlich eröffnet.

Von Marco Paetzel

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