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Oberhavel „Frühgeburtenweg“ sorgt für viel Unmut
Lokales Oberhavel „Frühgeburtenweg“ sorgt für viel Unmut
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19:43 09.03.2018
Lokalpolitiker sowie kleine und große und Radler aus dem Löwenberger Land sind sich einig: An diesem Radweg muss der Kreis etwas machen. Quelle: Bert Wittke
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Liebenberg/Grüneberg.

Freud und Leid liegen für die Radfahrer im Löwenberger Land dicht beieinander. Am 11. Mai wird in Teschendorf der neue Radweg an der B 96 eingeweiht und damit wieder eine Lücke im Radwegenetz der Gemeinde geschlossen. Mit dieser Neuigkeit überraschte Bernd-Christian Schneck am vergangenen Sonnabend in Liebenberg. Doch nicht deshalb war der Gemeindebürgermeister in den Ortsteil gekommen. Vielmehr hatten sich dort an diesem Vormittag Ortsvorsteher und Radfahrer versammelt, um einen Antrag an den Landkreis auf den Weg zu bringen. Die Gesichter waren besorgt, denn die Zweiradfans sind unzufrieden. Grund dafür ist der Zustand des Radweges zwischen den Ortsteilen Liebenberg und Grüneberg.

Der Zustand des Radweges ist katastrophal. Quelle: Bert Wittke

Die Piste war in den 1990er-Jahren von der Gemeinde mit Hilfe von Fördergeld gebaut worden. Später wechselte die Zuständigkeit für den Radweg zum Landkreis, der auch Baulastträger der benachbarten Straße ist. Damit begann das Dilemma, denn der Radweg geriet in der Folge in Vergessenheit. Nicht bei den leidenschaftlichen Radlern. Die traten auch weiterhin kräftig in die Pedalen, wurden auf der Strecke aber zunehmend mehr durchgeschüttelt. Für manche war nach einer solchen Tour im wahrsten Sinne des Wortes die Luft raus, weil sie mit einem Platten nach Hause kamen. Wen wundert’s? Haben doch Wurzeln im Laufe der Zeit zahlreiche Steine – die Pflasterung war eine Auflage des Fördermittelgebers – angehoben und in kantige Hindernisse verwandelt. Woanders ist das Pflaster abgesackt und hat zur Bildung gefährlicher Kuhlen geführt. Zudem überwuchert überall Gras die Piste, so dass oft nicht mehr erkennbar ist, wo der Radweg anfängt und wo er aufhört. Bitten, der Kreis möge sich um den Weg kümmern, verhallten ohne Reaktion. Dann geschah etwas, was überall in der Gemeinde für Kopfschütteln sorgte: Der Radweg wurde „verkehrlich abgeordnet, die Radwegschilder abgebaut. Plötzlich sollte der Radweg kein Radweg mehr sein. Bis zum heutigen Tag hat die Gemeinde keinen offizieller Abordnungsbescheid erhalten.

Möchte nicht auf die Straße ausweichen, weil es dort wegen der vielen Lkw und der geringen Straßenbreite zu gefährlich ist: Gundel Oehlmann aus Löwenberg. Quelle: Bert Wittke

Als nun bekannt wurde, dass der Kreis zunächst die Ortsdurchfahrt Liebenberg und im Sommer auch den übrigen Teil der Straße nach Grüneberg saniert, hofften die Löwenberger, dass zugleich auch der straßenbegleitende desolate Radweg in Ordnung gebracht wird. Weit gefehlt. Die Radlerpiste fällt erneut unter den Tisch. Deshalb wurde nun ein Brief an Landrat Ludger Weskamp geschrieben, der unter anderem die Unterschriften des Kreistagsabgeordneten Erhard Hinz sowie der Ortsvorsteher von Teschendorf, Michael Grüber, Grüneberg, Karl-Heinz Wacker, und Liebenberg, Hartmut Kreutzmann, trägt. In dem Schreiben wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Nichtbeachtung des Radweges sowohl die Schulwegsicherung als auch den Radtourismus torpediert. Grüneberg verfügt zudem über etliche soziale Einrichtungen wie Kita, Grundschule, Arzt und Landwarenhaus, die auch von den Liebenbergern genutzt werden. Mit dem Ausbau der Bahnstrecke und der barrierefreien Bahnanlagen in Grünberg hat der Radtourismus stark zugenommen. Dabei haben viele Touristen den historisch und kulturell wichtigen Standort von Schloss & Gut Liebenberg zum Ziel. Dessen Attraktivität sowie die anderer Orte im Löwenberg Land leidet unter dem bemitleidenswerten Zustand des Radweges. Der Landrat wird eingeladen, sich ein Bild davon zu machen und die Strecke mal persönlich auf einem Drahtes „abzureiten“.

Ärgert sich über die schlechte Piste: Petra Runtzler., leidenschaftliche Radfahrerin aus Löwenberg. Quelle: Bert Wittke

Beim Zusammentreffen am vergangenen Sonnabend fehlte es jedenfalls nicht an Fürsprechern einer Sanierung des Radweges. „Ich habe den Weg immer mit großer Freude genutzt, denn Bewegung im Alter ist wichtig“, sagte Gundel Oehlmann aus Löwenberg, die täglich viele Kilometer auf dem Rad unterwegs ist. Inzwischen habe sie aber schon so manchen Reifen auf der Piste eingebüßt. Und auf der Straße zu fahren, sei ihr wegen des Lkw-Verkehrs und der geringen Fahrbahnbreite zu gefährlich. „Der Weg ist eine Katastrophe. Wir ärgern uns sehr darüber“, meinte auch die Löwenbergerin Petra Runtzler. Es sei ein starkes Stück, dass der Weg sang- und klanglos abgeordnet wurde. Als „Frühgeburtenweg“ bezeichnete Edith Arndt aus Löwenberg den Radweg. Wenn sie und ihr Mann den Weg entlang fahren, müssten sie sich gut am Lenker festhalten, um nicht hinzufallen. „Unsere Kinder fahren auf dem Weg zur Schule oder besuchen sich gegenseitig. Es ist unverantwortlich, sich nicht um den Zustand zu kümmern“ unterstreicht Christina Wacker aus Grüneberg. Und der Kreistagsabgeordnete Erhard Hinz aus Grieben fragt: „Warum soll dieser Radweg plötzlich stillgelegt werden. Das ist doch eine Verschleuderung von Fördergeldern.“

Von Bert Wittke

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