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Frühjahrskur auf der Klosterwiese

Zehdenick Frühjahrskur auf der Klosterwiese

Die Zehdenicker Streuobstwiese geht ins dritte Wachstumsjahr – Einige Bäume haben mit der Trockenheit am Hang zu tun. Die Erträge werden absichtlich klein gehalten.

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Rainer Merker betrachtet die Äste und Knospen der Obstbäume auf der Klosterwiese und wägt dann ab, wo er kürzen muss.

Quelle: Uwe Halling

Zehdenick. Die erste Ernte von der Klosterwiese Zehdenick wird noch etwas auf sich warten lassen. Richtig tragen werden die jungen Bäume erst in einigen Jahren. „Bis dahin sollen sie wachsen und Kronen aufbauen“, sagt Rainer Merker nach der Frühjahrsinspektion am Sonnabend. Der Gehölzspezialist hat die Flächen zwischen Havelufer und Kloster vor zwei Jahren bepflanzt und die Pflege für 15 Jahre übernommen.

Die Zeit braucht es, bis die verschiedenen Obstgehölze richtig angekommen und mit dem Standort sowie den wasserführenden Schichten in der Tiefe wirklich verwachsen sind. Laut Merker ist gerade der Hangbereich sehr trocken. „Da muss man im Sommer schon extra wässern, Regen allein reicht nicht“, sagt der Baumpate. „Die Entwicklung hinkt deshalb hinter dem her, was möglich wäre.“ Überrascht ist Merker deshalb nicht. Er wusste, worauf er und die Bäume sich auf der Klosterwiese einlassen. „Wir haben schon robuste Sorten gewählt, die mit den Standortnachteilen eher klarkommen als andere. Und man darf nicht vergessen, wir hatten zwei relativ trockene Jahre.“

Über die Flächenagentur Brandenburg wurde 2014 in Abstimmung mit dem Klosterstift auf dem Areal eine Streuobstwiese mit rund 70 Bäumen angelegt. Die rund 50 Kleingärten, die dort bestanden, wurden beräumt. Rund eine Million Euro wurde investiert. Die Klosterwiese soll mit dieser Entwicklung zu einem Ort der Einkehr werden und später auch Obst für einen Klosterschnaps oder andere Produkte „abwerfen“.

Bis es so weit ist, braucht es aber Zeit, sagt Merker. „Der Pflegevertrag wurde auf 15 Jahre angelegt, weil wirklich Geduld nötig sei. Diese Bäume stehen 100 Jahre und man pflanzt sie ja eigentlich auch für die nächste Generation.“ Damit sich die Pflanzen jetzt nicht verausgaben, muss Merker sie regelmäßig „ausbremsen“.

Das heißt, er entfernt Blüten und Früchte, die dem Baum Energie entziehen würden. „Perspektivisch sollen die Bäume mal viel Gewicht tragen können. Sie müssen stark werden.“ Unter ökonomischen Gesichtspunkten wäre der Havelhang eher nicht für den Obstanbau ausgewählt worden. Aber das Vorhaben dient in diesem Fall auch der Landschaftsgestaltung und dem Naturschutz. Und optisch hat sich durch die Bewirtschaftung einiges verändert. Der Blick von der Kamp-Brücke (B 109) auf das Gelände ist heute anders als noch vor drei Jahren.

Zum Pflegeprogramm der Klosterwiese gehört auch das Kurzhalten der Wiese. Dafür hat Merker seine Schafe. Noch sind die Tiere bei ihm zu Hause, demnächst kommen die Lämmer zu Welt. Spätestens Mitte Mai sollen sie wieder auf den Hang ziehen. Letztes Jahr blieben sie bis kurz vor Weihnachten auf der Weide. Merker musste allerdings ein wenig nachfüttern.

Zu den Obstsorten auf der Klosterweise gehören Äpfel, Birnen, Sauerkirschen und Pflaumen. Und es gibt mit Mispel und Speierling auch ein wenig Wildwuchs. Der passende Frühlingsschnitt wurde den Bäumen am Sonnabend bei einem Workshop verpasst. Merker zeigte Interessierten, wo sie die Säge ansetzen müssen und wie viel sie wegschneiden dürfen. „Man muss es einmal gemacht haben, nur von der Theorie lernt es sich schlechter“, sagt er. Wenn wirklich mal etwas schiefgeht, dann könne er das im nächsten Jahr korrigieren – der Baum sei deshalb nicht ruiniert.

Von Cindy Lüderitz

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