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Frühlingsfest in der Gedenkstätte

Lehnitz Frühlingsfest in der Gedenkstätte

Das alljährliche Frühlingsfest in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte war mit rund 250 Gästen wieder gut besucht. Stargast war diesmal Sänger, Regisseur und Schauspieler Hans-Eckardt Wenzel. Auch der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (Linke) war zum Frühlingsfest nach Lehnitz gekommen.

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Harald Petzold (2.v.l.) mit Band und Hans-Eckardt Wenzel (r.) musizierten im Garten hinter dem Wolf-Haus.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Lehnitz. Eigentlich wollte Hans-Eckardt Wenzel Lehrer werden. Doch weil er in einer Rockband sang, streikten die Stimmbänder. „Ich konnte nicht länger als zehn Minuten laut reden“, so Wenzel. Also studierte er nach dem Abitur ab 1976 Kulturwissenschaften und Ästhetik an der Humboldt-Universität. Das Instrumentespielen hatte er nie gelernt. „Ich habe mir aus Langeweile vier, fünf Instrumente selbst beigebracht“, so Wenzel. Und so wurde er das Multitalent von heute: Musiker, Regisseur, Schauspieler und kritischer Kopf. Im Defa-Film „Letztes aus der Da Da eR“ von 1990 spielt er mit Steffen Mensching die Clowns Weh und Meh. „Als Clowns konnten wir wieder ganz naiv Fragen stellen wie die Kinder“, erinnerte sich Wenzel an den filmischen Abgesang auf die DDR.

Am Sonnabend war er Stargast in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, die ihr jährliches Frühlingsfest feierte. Die mächtigen Bäume im Garten warfen kühlen Schatten auf die rund 250 Gäste, die an weiß gedeckten Tafeln tranken, aßen, schwelgten. An Ständen wurden Bücher und DVDs geboten, nebenan gab es Projektarbeiten von Schülern des Mosaik-Gymnasiums zu sehen. Sie hatten Tiergeschichten von Friedrich Wolf gelesen, die Tiere gemalt und anschließend in Ton geformt. Andere Projekte hatten sich mit dem Arzt Friedrich Wolf beschäftigt und widmeten sich der Kraft von Heilpflanzen, Vitaminen oder der umstrittenen Homöopathie. „Diese gesunde Lebensweise ist heute nach wie vor aktuell“, sagt Tatjana Trögel. Sie ist nicht nur Leiterin der Gedenkstätte, sondern hat als Kind noch auf dem Schoß von Friedrich Wolf gesessen – er war ihr Großvater.

Das Frühlingsfest ist in der Gedenkstätte jedes Jahr der Höhepunkt im Kalender, immer kommen mehr als 200 Gäste aus Berlin und Brandenburg, einige aber auch aus Norddeutschland. „Else und Friedrich Wolf waren auch immer gesellig und hatten viel Besuch“, so Trögel. Das Fest sei ein guter Anlass, mal wieder zusammen zu kommen. Führungen durch das Haus gab Trögel an diesem Tag natürlich auch.

Das Interesse an ihrem Großvater sei nach wie vor groß. Immerhin seien seine Botschaften auch heute nach wie vor aktuell, gerade in der Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus und aufkeimendem Faschismus. Wolfs Werk ist ein Plädoyer für den Frieden. „Deutschlands Aufgabe in der Welt ist es, sich für den Frieden einzusetzen, daran müssen wir immer wieder erinnern“, erklärte Paul Werner Wagner, Vorsitzender der Friedrich-Wolf Gesellschaft.

Auf der Bühne spielte Hans-Eckardt Wenzel derweil seine Lieder, unter anderem seine deutsche Interpretation der Folk-Hymne „This Land is your Land“. Auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Harald Petzold, Mitglieder der Wolf-Gesellschaft, spielte Klezma-Lieder mit seiner Band „Manifest“. Wolf sei für ihn auch heute hochaktuell. „Sein Plädoyer für kämpferische Toleranz macht ihn zeitlos.“

Von Marco Paetzel

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