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Frust über die neue Sportförderrichtlinie

Hohen Neuendorf Frust über die neue Sportförderrichtlinie

Die geplante Neufassung der Sportförderrichtlinie stößt in einigen Vereinen der Stadt Hohen Neuendorf auf Unmut. Laut einer ersten Überschlagsrechnung würden sie mehrere 1000 Euro pro Jahr weniger bekommen, da die Förderung künftig an den Wohnort gebunden sein soll.

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Für die Hohen Neuendorfer Sportler soll sich ab 2018 einiges ändern.

Quelle: Robert Roeske

Hohen Neuendorf. Der Entwurf der überarbeiteten Sportförderrichtlinie für Hohen Neuendorf sorgt derzeit in den Vereinen der Stadt für Diskussionen und einigen Unmut. „Das ist provinziell gedacht und hat wenig mit Weltoffenheit zu tun“, bewertet Manfred Hofmann, Vorsitzender des SV electronic, die Änderungspläne. Bei den Leichtathleten, aber auch beim SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf werden finanzielle Einbußen von jeweils geschätzten rund 5000 Euro im Jahr befürchtet.

Stadtverordnete hatten Sache in Gang gebracht

Ausgangspunkt ist ein Beschluss der Stadtverordneten vom März. Die Verwaltung war mit dem Erarbeiten von Vorschlägen beauftragt worden, wie auch beim Sport die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern besser gefördert werden könne. Unter der Maxime, den Integrationsbegriff auf eine ganzheitliche Gleichberechtigung aller Bevölkerungskreise anzuwenden, wurde die Richtlinie daraufhin vollständig überarbeitet. Die Änderungen beinhalten zugleich Vorschläge, um das Prozedere zu vereinfachen und die Vergabe von Hallenzeiten zu vereinfachen. Erklärtes Ziel ist eine gerechtere Vergabe der raren Trainingszeiten an alle Vereine. Damit folge die Neufassung der Richtlinie „dem Grundsatz der Gleichstellung der Vereine und der Förderung des Gemeinwesens in der Stadt“, heißt es in der Begründung des Beschlussvorschlags, der am Dienstag, 18. Juli, im Finanzausschuss beraten wird. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaussaal. Im Sozialausschuss war das Thema am 6. Juli bereits vertagt worden.

Neue Voraussetzung formuliert

Ende vergangener Woche waren nun Vereinsvertreter an einen Tisch gerufen worden, um ihnen den Entwurf vorzustellen. Bei denen blieb vorrangig eine Sache im Kopf hängen: Laut der neuen Richtlinie soll die Förderung bereits ab dem Jahreswechsel an die Hauptwohnung in Hohen Neuendorf gebunden sein. Nur noch unter dieser Voraussetzung erhalten die Vereine noch wie bisher 52 Euro im Jahr für jedes Kind und jeden Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr und acht Euro pro Jahr für einen Erwachsenen. Für jeden Leistungsempfänger soll es ebenfalls 52 Euro geben, da unabhängig vom Wohnort.
Die Finanzlage ihrer Vereine werde dadurch nicht besser, sagen Lutz Kiehne, Ex-Vorsitzender bei Blau-Weiss, sowie Michael Reichert, Chef beim FSV Forst Borgsdorf unisono. Mitglieder im Studentenalter würden zum Umzug nach Berlin gezwungen, weil es in Hohen Neuendorf keine Wohnungen gibt. Das Geld, das die Stadt einspart, müsse auch im Verein abgeknapst werden – bei Übungsleitern oder Ausbildung, so Kiehne. Alternative sei eine – unpopuläre – Beitragserhöhung. Kostenlose Hallenzeiten im Stadtgebiet, die bislang teuer im Landkreis gebucht werden müssten, könnten das kaum ausgleichen.

Bei electronic stammten 80 Prozent der Mitglieder aus der Stadt, aber 20 Prozent kämen naturgemäß von außerhalb in den Landesleistungsstützpunkt, sagt Manfred Hofmann. Dass die daraus bislang resultierenden Privilegien bei den Hallenzeiten wegfallen sollen und der Breitensport mehr in den Fokus rückt, hält der Vorsitzende für ein „fatales Signal“. Das gelte ebenso für die beiden anderen Leistungsstützpunkte in der Stadt – die Rugbyunion und die Tischtennisspieler.

Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) widerspricht der Kritik. Die Stadt wolle die Vereine sogar stärker fördern als bisher.

Von Helge Treichel

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