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Für Dietmar Gratz ist Schluss, ein bisschen

Germendorf Für Dietmar Gratz ist Schluss, ein bisschen

In 43 Jahren aktivem Dienst hat Dietmar Gratz die Freiwillige Feuerwehr in Germendorf maßgeblich geprägt. An seinem 65. Geburtstag wechselte der 65-Jährige aus dem aktivem Dienst ins Alters- und Ehrenamt. Von der Feuerwehr lassen kann und will er aber auch zukünftig nicht.

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Groß und Klein waren zur Überraschungsfeier von Dietmar Gratz (r.) gekommen.

Quelle: Nadine Bieneck

Germendorf. Reichlich Tränen flossen Montag auf der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf. Nach fast 43 Jahren als aktiver Feuerwehrmann wechselte der Dienstälteste der Wehr, der Oberbrandmeister und langjährige stellvertretende Ortswehrführer Dietmar Gratz an seinem 65. Geburtstag in die sogenannte Alters- und Ehrenabteilung. „Das ist im Land Brandenburg so geregelt – mit 65 ist Schluss“, erklärte sein Sohn Cornel Gratz, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und die Wehr des Oranienburger Ortsteils seit zehn Jahren führt.

Erst kommt die Feuerwehr, dann alles andere

Neben der feuerwehrverrückten Familie – auch die Enkel gehören bereits zur Kinderfeuerwehr – hatten zahlreiche Freunde und Weggefährten den Jubilar auf der Feuerwache überrascht. Mit einem Ehrenspalier empfingen die Kameraden ihren Mentor,  als der nach seiner letzten Fahrt aus dem Einsatzwagen stieg. „Ihr seid doch verrückt“, stammelte das Geburtstagskind, bevor die Tränen kullerten. Wie groß die Wertschätzung der Weggefährten für den 65-Jährigen ist, zeigten die zahlreichen Gratulanten. Groß und Klein waren gekommen, darunter viele Mitglieder der Mini- und Jugendfeuerwehr, die Dietmar Gratz begleitet hat. „Der Nachwuchs war für mich immer das wichtigste. Dafür haben wir viel getan.“

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Nach knapp 43 Jahren als aktiver Feuerwehrmann wechselte der Dienstälteste der Freiwilligen Wehr Germendorf, der Oberbrandmeister und langjährige stellvertretende Ortswehrführer Dietmar Gratz an seinem 65. Geburtstag am 18. Dezember 2017 in die sogenannte Alters- und Ehrenabteilung. „Das ist im Land Brandenburg so geregelt – mit 65 ist Schluss“, erklärte sein Sohn Cornel Gratz, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und die Wehr des Oranienburger Ortsteils seit zehn Jahren führt. Familie, Freunde und Weggefährten überraschten den Jubilar auf der Wache in Germendorf an seinem großen Tag.

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Friedmund Duwe, einstiger Stadtbrandmeister Oranienburgs, pflichtete Dietmar Gratz bei: „Bei der Nachwuchsgewinnung ist Germendorf absolute Spitze. Viele Wehren haben Probleme, junge Leute zu finden. In Germendorf stehen sie Schlange.“ Für ihn sei Gratz auch aus anderen Gründen stets ein ganz besonderer Kollege gewesen: „Man konnte sich immer auf ihn verlassen. Wenn man ihn brauchte, war er da. Immer. Für ihn kam erst die Feuerwehr, dann alles andere.“

Tiefpunkt: Brand der eigenen Wache

Zur Berufsfeuerwehr zog es den studierten Elektrotechniker dennoch nie. „Drei Schichten, sieben Tage die Woche, das war nicht familientauglich.“ In Germendorf fand er seinen Platz, als er 1975 bei der freiwilligen Feuerwehr einstieg. Etwa 800 Einsätze sei er in den vergangenen knapp 43 Jahren gefahren. „Ich habe nie mitgezählt.“ Viele Tote habe er sehen und bergen müssen, darunter auch junge Menschen. „Das ist nie leicht. Es hilft, darüber zu reden.“ Sein schlimmstes Erlebnis als Feuerwehrmann sei der Brand in der eigenen Wache im Dezember 2014 gewesen. „Wir hatten das Haus, einen alten LPG-Stall, mit  unseren eigenen Händen aufgebaut. Ich kannte jeden Stein. Das Feuer hat alles vernichtet“, erinnert er sich mit Grausen. Die Einsätze der Feuerwehr haben sich in den letzten  Jahren verändert,  findet der 65-Jährige: „Heute haben wir mehr mit Ölspuren, Sturm und Wasser zu tun. Das gab es früher so nicht.“

Den Rücken kehren wird Dietmar Gratz der Feuerwehr nicht: „Auf keinen Fall. Ich werde weiter auf der Wache sein, nur eben nicht mehr bei den Einsätzen mitfahren.“

Von Nadine Bieneck

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