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Oberhavel Für Jesus auf Tour
Lokales Oberhavel Für Jesus auf Tour
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16:46 24.09.2016
Acht Kirchen, acht verschiedene Programmen, dazu hatten die Pfarrer am Freitag eingeladen. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Lauter kleine Kerzen weisen den Weg. Der gesamte Bürgersteig ist hell erleuchtet, so gelangen die Besucher ohne Probleme zum Gotteshaus der Katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu, das etwas abseits der Straße liegt. Drinnen erwartet sie eine „Spirituelle Kirchenführung“. Gut 20 Interessierte lauschen den Worten einer Mitarbeiterin, die die Pietà erläutert, jener Darstellung der trauernden Maria, die den Leichnam ihres Sohnes Jesus in den Armen hält. Die Skulptur sei zugleich ein Mahnmal für die KZ-Opfer, erklärt die Frau. Und die Besucher erfahren, dass nur wenige Meter von hier das KZ Oranienburg, eines der ersten Lager im „Dritten Reich“, entstanden war, das dann später nach Sachsenhausen verlegt wurde.

Acht Oranienburger Gotteshäuser hatten vergangenen Freitag ihre Pforten geöffnet und zur „Nacht der offenen Kirchen“ eingeladen. Es gab Konzerte, so wie in der Evangelischen Kirche St. Nicolai, Kurzfilme oder Ausstellungen.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde bietet an diesem Abend umfassende Informationen über die Reformation nebst Livemusik, in Wort und Bild. „Denkanstöße aus dem Taufbecken“, so der Titel der Schau über Wirken und Werk Martin Luthers. Das Gebäck, das am Eingang zum Knabbern einlädt, passt bestens dazu, so Pastor Günter Born. Reformationsbrötchen nennt sich die Leckerei mit dem Marmeladenklecks in der Mitte.

Musizieren in der Pause in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten: Pastor Frank Gelke und Inna Schein. Quelle: Fritz Hermann Köser

Auch in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten muss niemand hungern. Pastor Frank Gelke hatte zu einer Gesprächsrunde eingeladen, zum Thema Identitätssuche. Welche Farbe hat ein Chamäleon vor dem Spiegel, so der Titel des Talks. In der Pause wird musiziert, Mildred Scholz stimmt „Ein König voller Pracht“ an, ein modernes Kirchenlied, ihre Mutter Heidrun begleitet sie am Klavier. Der Pastor selber spielt Gitarre, Inna Schein trommelt dazu.

Im Haus der Evangelisch-Methodistischen Kirche duftet es nach Kino, nach frisch gebackenem Popcorn. Vier Kurzfilme werden gezeigt, jeweils einer zu jeder vollen Stunde. Das Gebäude dürfte wohl an diesem Abend eines der familiärsten Lichtspielhäuser überhaupt gewesen sein.

Julia Dederding (r.) und Karin Lemke verteilen Popcorn an die jungen Zuschauer. Quelle: Fritz Hermann Köser

Die Kinder gehen einfach in die Küche und holen sich ihre kleine Schüssel ab, die ihnen die Gemeindemitglieder Julia Dederding und Karin Lemke gerne aushändigen. Völlig gratis. Auch Michelle Werth freut sich auf ihre Portion. „Ich schaue einfach gerne Filme“, sagt die Neunjährige, die regelmäßig in die Kirche kommt. Zum Spielen, oder zu Projekten wie dem gemeinsamen Kochen. Das nachmittägliche Angebot werde von zwei Sozialarbeiterinnen betreut, so Pfarrer Andreas Fahnert.

Für die Erwachsenen gibt es Brezeln. „Habe ich selber gebacken“, sagt der Pfarrer. Den Kaffee hat er ebenfalls gekocht. So gestärkt, können sich die gut 15 Zuschauer den Streifen widmen. Nach jedem Film gibt es eine längere Pause, die Begegnungen und Gespräche ermöglicht.

Das CJO stellte einen Shuttlebus, am Steuer saß höchstpersönlich Jörn Weimer. Quelle: Fritz Hermann Köser

Oder die Weiterfahrt zur nächsten Kirche. Draußen ist gerade ein Bus vorgehfahren, das Christliche Jugendzentrum Oranienburg (CJO) bietet neben einer Gebetsnacht noch einen kostenlosen Shuttle-Service. Gleich zwei Fahrzeuge seien im Einsatz, so Jörn Weimer vom CJO, er sitzt höchstpersönlich am Steuer. Eine gute Stunde dauert es, um alle acht Kirchen abzuklappern, das hatte er bereits bei einer Testfahrt herausgefunden. Und schon fährt er los, zur Evangelischen Kirche Sachsenhausen, wo das Herbstkonzert mit Männerchor und Blasmusik doch etwas länger gedauert hatte. An der Seitenfront des Busses steht geschrieben: „Für Jesus in Fahrt“.

Von Fritz Hermann Köser

Ein klein wenig unwohl sei ihm auf dem wackeligen, engen Baugerüst schon gewesen, verrät der amtierende Leegebrucher Bürgermeister Martin Rother, als er wieder ebenerdigen Boden unter den Füßen hat. Anlässlich des Richtfestes beim neuen Hortgebäude der Gemeinde durfte er am Freitagmorgen den letzten Nagel in den Dachstuhl des 2,6 Millionen Euro teuren Gebäudes schlagen.

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