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Bebauung am Bötzower Platz in Oranienburg Für Patchwork und Co.

Die Woba plant, das Quartier "Altstadt" in Oranienburg behutsam zu verdichten und Wohnungen für alle Familienmodelle zu schaffen. Geplant sind die Neugestaltung des Grüns mit Spielplätzen, die Teichsanierung, Umgestaltung der Woba-Platten, der Bau von zwei Tiefgaragen und dreier Stadtvillen im Zentrum.

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Mathias Tietze, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Agora, die Leiterin Wohnungswirtschaft Birgit Wehner, und Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski (v. l.). Hellgelb die Häuser der Woba und in der Mitte die geplanten drei neuen Stadtvillen des Projekte „Altstadtsanierung“.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. So wie sich das Antlitz des Havelkarrees in den vergangenen Jahren von der "Plattenbausiedlung" zum modernen Wohnquartier der Mittelstadt gewandelt hat, so möchten Stadt und städtische Woba jetzt auch die Bebauung am Bötzower Platz als zukunftsfähiges Wohnquartier fit machen.

Geplant sind die Neugestaltung des Grüns mit Spielplätzen, die Teichsanierung, Umgestaltung der Woba-Platten, der Bau von zwei Tiefgaragen und dreier Stadtvillen im Zentrum.

Viele Anwohner in den dortigen Häusern lieben und schätzen die grüne Oase rund um den kleinen Teich. Ihnen macht das Bauvorhaben aber Angst. Sie befürchten, dass Bäume und Spielplätze verschwinden könnten, das Gebiet zu stark verdichtet wird, und Wohnungen für "Reiche" die Stammbewohner vertreiben, die die Mietern nicht mehr bezahlen können. Es gab Unterschriftenaktionen und Protestbriefe, nachdem das Bauprojekt im Bauausschuss vorgestellt worden war (MAZ berichtete).

Diese Ängste wollen Baustadtrat Frank Oltersdorf und der Woba-Geschäftsführer den Anwohnern nehmen. Bernd Jarczewski bedauert, dass das Projekt im Mai "etwas überstürzt" präsentiert worden war. Doch es bestand Zeitdruck, um sich die Aussichten auf Fördergeld für die Neugestaltung des Grün offen zu halten. Dieser Antrag ist gestellt. Derzeit sei der See wahrlich nicht schön, "das gesamte Ausmaß der Missstände ist gar nicht zu sehen. Alles ist zugewuchert", beschreibt Bernd Jarczewski. Die Grünareale sollen attraktiv und pflegeleichter werden. Das von der Stadt bereits mehrfach beauftragte Landschaftsplanungsbüro Beisser und Hengge legt die detaillierte Planung Ende August vor.

Für die Woba plant das Angermünder Büro Agora die Sanierung der Altbauten und den Bau der drei Stadtvillen. Unter dem Motto der Stadt "Oranienburg will familienfreundlich werden" sollen Wohnungen für alle Lebensformen und -entwürfe entstehen: Ehepaare, Alleinerziehende, Familien, Singles, Senioren, Gehandicapte. Dabei solle das Quartier eine behutsame Verdichtung erfahren, eine Symbiose aller Wohnungsgrößen und Preisklassen bieten, eine Durchmischung der Mieterklientel sicherstellen, betont Jarczewski.

Verändert werden die Wohnungszuschnitte. Es gibt kleine Wohnungen ebenso wie wohnen über zwei Etagen, Wohnungen mit Balkon, Terrasse, barrierefrei oder mit Fahrstuhlkomfort. Tiefgaragen lassen die Blechlawine unter der Erde verschwinden. Im Haus in der Kanalstraße 58 bis 62 fährt der Fahrstuhl bis ganz hinunter. Vielen Trends und Entwicklungen muss sich auch Oranienburg stellen, sieht es Baustadtrat Frank Oltersdorf: Neben dem demografischen Wandel "müssen wir uns auch wappnen für Zuzug aus Berlin, wo die Mietpreis explodieren". Die Nachfrage nach verschiedenen Wohnformen steige. Zugleich schrumpfe die Bevölkerung allmählich. Schrumpfen sollten dabei die Städte an der Peripherie, "Oranienburg lebt weiter vor allem in der Mitte", so Oltersdorf.

Auch er habe das Agora-Projekt anfangs skeptisch beäugt, räumte Bernd Jarczewski ein. "Aber es ist kein Schuss aus der Hüfte. Wir haben beim Bauordnungsamt prüfen lassen, ob es umsetzbar ist. Heute bin ich überzeugt, es ist reichlich Platz für alles." Natürlich werde die Miete hinterher nicht mehr so sein wie heute. Erfahrungsgemäß setze vor einer Sanierung eine Auszugswelle ein. Nicht jeder wolle sich den Umsturz zumuten. Verständlich, so Jarczewki. Herumgesprochen habe sich aber auch, den Hartgesottenen, die es überstanden haben, biete die Woba passable Mietpreise an.

Bauanträge stellt die Woba im September und rechnet mit dem Tiefgaragenbau im kommenden Jahr, den Neubauten 2015 und der Rosskur für die Platten ab 2016. Ähnlich wie beim Havelkarree (22Millionen) sollen 60 Prozent der Investition in Höhe von 20 Millionen Euro über Kredite, 40 aus Eigenkapital finanziert werden.

Von Heike Bergt

Das 20-Millionen-Projekt

Die Grünfläche am Bötzower Platz umfasst rund 12 000 Quadratmeter. 6000 davon will die Stadt mit Fördergeldern neu gestalten und den Teich sanieren. Die andere Hälfte hat sie an die städtische Gesellschaft Woba für die drei Neubauten verkauft.
Zum Projekt „Altstadtsiedlung“ gehören die Häuser in der Kanalstraße 58 bis 62, Straße zum Schlosspark 15 bis 19 und 21 bis 23 und die Häuser Gartenstraße 2a bis c und 3a bis c.
Aktuell befinden sich im Quartier 200 Wohnungen. Es gibt geringen Leerstand. An der Gesamtzahl ändert sich nach der Veränderung der Wohnungszuschnitte und Rückbauten an den Häusern und den Neubauten nichts.
In den Stadtvillen soll es Wohnungen mit Größen zwischen 67 und 83 Quadratmetern geben.
Mietpreise: 8 bis 10 Euro pro Quadratmeter in den Neubauten, 4,50 bis 6 Euro bei den sanierten Altbauten. Diese sind jedoch noch nicht kalkuliert, sondern Erfahrungswerte aus anderen Sanierungsvorhaben.
Investition: 20 Millionen Euro.
Ende September gibt es eine Infoveranstaltung für die Anwohner.
 

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