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Fürstenberg: Großer Kreisverkehr zur Ostsee

Alternative zur Westumfahrung Fürstenberg: Großer Kreisverkehr zur Ostsee

Es ist ein weitläufiges Thema: Die Ortsumfahrung Fürstenbergs. Ein im Sommer 2015 gegründeter Arbeitskreis, der sich „Lebendiges Fürstenberg“ nennt, sagt: Es gibt eine Alternative zur unbeliebten Westumfahrung. Wie genau die aussieht, haben Mitglieder der MAZ erzählt.

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Anerkannter Kurort? Vielleicht mit weniger Verkehr. Wie das gehen könnte, zeigt der Arbeitskreis „Lebendiges Fürstenberg“.

Quelle: Robert Schulzke

Fürstenberg. Rege Debatten, konstruktive Lösungssuche, Bürgeraustausch. Das alles wünscht sich der Arbeitskreis „Lebendiges Fürstenberg“. Schwerpunkt: Eine Umgehung der Westumfahrung Fürstenbergs.

Die Ortsdurchfahrt der Wasserstadt ist ein heiß diskutiertes Thema. Einige gehen dafür sogar regelmäßig auf die Straße. Jetzt hat es das Anliegen, eine Umfahrung der Innenstadt zu bauen, um der Geräuschbelästigung und Straßenbeschädigung durch Schwerlastverkehr Herr zu werden, erneut in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 geschafft. Die Variante: Eine weiträumige Umfahrung westlich der Stadt.

Nicht die idealste Lösung, findet der Arbeitskreis. Mitglieder wie Bahnhofsbesitzer und Stadtplaner Tim Lehmann, Reederei-Inhaber Michael Wittke, Neu-Himmelpforter und Stadtverordneter Tilman Kunowski sowie betroffene Menschen aus Fürstenberg, Steinförde und Steinhavelmühle sprechen sich für eine Alternative aus: Eine „natur- und ortsverträgliche B96-Streckenführung“, angelegt wie ein großer Kreisverkehr.

Verkehrs- und Lärmbelästigung halbieren

Durch die Stadt Richtung Norden würde auf der derzeitigen B 96 dann nur noch eine Einbahnstraße führen. Zurück geht es – ebenfalls einspurig – vom Abzweig Steinförde entlang der ehemaligen Bahntrassen in einem Bogen bis zum Gewerbegebiet am Ortseingang (Edeka, Tankstelle, Baumarkt). Die Bündelung mit der Bahntrasse ist für den Arbeitskreis die naheliegendste Lösung. Für Anwohner wäre die Verkehrs- und Lärmbelastung halbiert. Den großen Kreisel müsse keiner fürchten, so Tim Lehmann. Sämtliche Querverbindungen innerorts würden sich sogar verbessern. Umwege wären nur minimal.

Die Rechnung: Ein Kreisverkehr würde nur 35 Prozent der Ausgaben der Westumfahrung kosten. Es gäbe dank einspurigem Innenstadtverkehr genug Platz für Radstreifen, Haltebuchten und breite Fußwege. Der Engpass in der Ortsdurchfahrt und Rückstaugefahren wären beseitigt und Straßenüberquerungen leicht gemacht.

Tourismus bliebe im Ort und würde nicht durchfahren

Der Naturschutz wäre zudem gewährleistet: Der Stechliner Naturpark bliebe unberührt. (Die Westumfahrung durchschneidet auf neun Kilometern Wildwander- und touristisch erschlossene Wege.) Das Aushängeschild der Region – Natur, naturbelassen – würde gewahrt werden. Am Wichtigsten aber: Tourismus und Urlaubsverkehr bliebe im Ort. „Wir würden unser Pfund als Touristenstandort nicht verlieren“, so Michael Wittke. Fürstenberg wäre nicht vom Aussterben bedroht.

Der Arbeitskreis sucht nun den Bürgerdialog (der auch schon von Landesseite geplant ist), will mit Menschen aus Fürstenberg und seinen Ortsteilen, Betroffenen, Neugierigen sowie Meinungsvertretern ins Gespräch kommen, um sinnvolle Lösungen zu überprüfen und ihr Konzept auszubauen.

Von Marco Winkler

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