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Fürstenberg Forschungsprojekt der Siemens-Azubis
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17:53 28.09.2018
Die Auszubildenden stellten am Freitag auf dem Gelände der früheren Siemens-Werkhallen die aktuellen Ergebnisse ihrer Projektarbeit vor. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

17 Auszubildende aus neun Nationen der Siemens-Werksberufsschule in Berlin haben sich in den zurückliegenden Tagen vor Ort mit der Geschichte der Firma Siemens, die Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück für sich arbeiten ließ, beschäftigt.

Gespräche mit einer Zeitzeugin

Bewegende Momente haben sie erlebt, vor allem im Gespräch mit Irene Fainman-Krausz, die extra für das Projekt „Siemens in Ravensbrück“ mit ihrem Sohn David aus Südafrika angereist war. 1935 wurde sie in den Niederlanden geboren. Im Jahr 1942 wurde die Familie verschleppt, 1942 kamen Irene und ihre Mutter nach Ravensbrück.

Arbeitsergebnisse präsentiert

Bei der Präsentation am Freitag, bei der Adrian Grasse und Jörg Matern Vertreter der Siemens AG und der Siemens Professional Education Berlin (SPE) anwesend waren, stellten die Jugendlichen vor, womit sie sich in der Woche in Ravensbrück beschäftigt haben. Sie gestalteten unter anderem eine Website, programmierten CR-Codes, mit denen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Erläuterungen in englischer und deutscher Sprache abgerufen werden können. Außerdem wurde die Erfahrbarkeit des Gelände anhand der bereits im Frühjahr hergestellten Informationstafeln verbessert, indem das entsprechende Kartenmaterial aufgearbeitet wurde. Die Jugendlichen entwarfen und programmierten zudem ein sogenanntes Actionbound, eine Art Schnitzeljagd, bei der Informationen zur Geschichte vermittelt werden.

Video von Gesprächen mit der Zeitzeugin

Die Gespräche, die die Auszubildenden mit Irene Fainman-Krausz führen konnten, wurden teilweise aufgezeichnet und zu einem Video verarbeitet. Auch für die Zeitzeugin war der Aufenthalt – ihr dritter seit 2005 – etwas Besonderes. „Ich habe durch die Forschungsarbeit der Jugendlichen viel Neues erfahren“, sagte sie. Denn meine Mutter hat nie von ihrer Arbeit erzählt“, so Irene Fainman-Krausz.

Informationstafeln von Azubis

Die Präsentation am Freitag wurde auch dazu genutzt, 24 von Siemens-Auszubildenden erarbeitete Tafeln erstmals zu zeigen. Am historischen Ort informieren sie mit Zitaten von Überlebenden über das Siemens-Lager in Ravensbrück.

Zwangsarbeit der weiblichen Häftlinge

Siemens betrieb von 1942 bis 1945 nach Verhandlungen mit der SS und mit dem Reichsluftfahrtministerium auf dem Gelände des Konzentrationslagers Ravensbrück eine Fertigungsstelle. In 20 Werkhallen mussten bis zu 2.400 weibliche Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Sie produzierten nachrichtentechnische Teile und Geräte, unter anderem Mikrofone, Telefone, Messinstrumente, Kondensatoren, Spulen und Relais für die Rüstungsindustrie.

Verantwortung und Engagement

„Was geschehen ist, können wir nicht wieder gut machen“, so Adrian Grasse. „Aber wir können die Erinnerung wachhalten, indem die Auszubildenden über den Tellerrand blicken, sich der Geschichte des Hauses Siemens stellen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen.“

„Ihr habt eure technischen Fähigkeiten eingebracht“, so Jörg Matern, „euch mit unserer schwierigen Geschichte beschäftigt und etwas Uneigennütziges getan.“ Es sei ein wichtiges Anliegen, Verantwortung, Toleranz, Engagement und Menschlichkeit nicht nur durch Theorie zu vermitteln. „Ihr seid die Zukunft, und das nicht nur aus ökonomischen Gründen“, so Jörg Matern.

Von Martina Burghardt

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