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Fürstenberg Erst Oberhavel, dann eiserner Vorhang
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22:55 11.02.2019
Im Mai 2018 machte sich Peter Kagerer mit dem Fahrrad auf den Weg ans Nordkap. Von dort sollte es weitergehen nach Istanbul. Quelle: Privat
Fürstenberg/Havel

Mit seinen 49 Jahren hat Peter Kagerer bereits so viel erlebt, dass es für zehn Leben reichen würde. Seit 2010 ist der Berliner als „Berufsabenteurer“ unterwegs und bereist seitdem ganz Europa, den nahen Osten und den Norden Afrikas vornehmlich mit dem Fahrrad. Sein aktuellstes Projekt ist der „Iron Curtain Trail“: Entlang der früheren Systemgrenze zwischen West und Ost will er eine Strecke von rund 9000 Kilometern vom Nordkap bis nach Istanbul zurücklegen. Auf seinem Fahrrad, ganz auf sich allein gestellt.

Start all seiner Reisen ist für Peter Kagerer in Berlin. Quelle: Privat

Im Mai 2018 startete der studierte Fotograph sein Vorhaben zunächst mit einer Radtour von Berlin nach Kopenhagen. „Das stand schon immer auf meiner Wunschliste“, plauderte der 49-Jährige im Rahmen seines Fotovortrags im Fürstenberger Kulturgasthof „Alte Reederei“ am Sonntagnachmittag aus. Eben dort hatte der Extremsportler bei seiner Tour den ersten Zwischenstopp eingelegt. Vorausgegangen war eine persönliche Einladung von Michael Wittke, der mit dem Kulturverein Fürstenberg dort ein Bed & Bike betreibt und auf das Mammutprojekt des Berufsabenteurers aufmerksam geworden war. „Zum Auftakt der Tour konnte ich dort in aller Ruhe die ersten Regentage bequem und in guter Gesellschaft abwettern“, erinnert sich Peter Kagerer. Bei der Gelegenheit habe er vereinbart, 2019 wieder vorbeizuschauen und über seine Reise zu berichten. Rund 15 Besucher waren am Sonntag in die „Alte Reederei“ gekommen, um diesem Fotovortrag zu lauschen. „Es war eine sehr nette Runde mit vielen Fragen im Anschluss“, befand der 49-Jährige, der die Gelegenheit, mit seinen Zuhörern ins Gespräch zu kommen, stets auch "sehr gern nutzt“.

Im Kulturgasthof „Alte Reederei“ in Fürstenberg geriet der Berufsabenteurer mit den Gästen ins Plaudern. Quelle: Uwe Halling

Den erfolgreichen Abschluss seiner Extremtour konnte er in Fürstenberg noch nicht verkünden. Gesundheitlich angeschlagen – mit Zahnweh und einem Bruch, den sich der Abenteurer wenige Tage vor seiner Abreise gehoben hatte – war er bereits 154 Tage unterwegs, hatte nach Kopenhagen anschließend Schweden und Norwegen passiert, um den Trip am Nordkap offiziell zu starten, als ihn ein Hilferuf aus der Heimat erreichte. „Meine Frau brach sich im Oktober beide Oberarme und brauchte meine Unterstützung zu Hause. In der Summe all der Umstände habe ich mich daher entschieden, die Tour vorerst zu unterbrechen.“ In den vergangenen Monaten kümmerte sich der Abenteurer vornehmlich um seine Frau („Inzwischen geht es aufwärts.“), die Veranstaltung in Fürstenberg am vergangenen Wochenende „war seit langer Zeit mal wieder der erste Wochenendausflug“.

Michael Wittke (r.) vom Kulturgasthof in Fürstenberg hatte Abenteurer Peter Kagerer in die "Alte Reederei" gelotst. Quelle: Uwe Halling

Auch seine eigene Gesundheit brachte der 49-Jährige inzwischen auf Vordermann. „Der Weisheitszahn, der mir so übel mitgespielt hatte, ist inzwischen gezogen. In dieser Woche wird nun auch der Bruch operiert, den ich bis heute mit mir rumschleppe", berichtet er. Wann er seine Tour entlang des eisernen Vorhangs fortsetzen wird, steht derzeit noch in den Sternen. „Dieses Jahr wird es schwierig, es ist schon alles ziemlich durchgeplant.“ Schließlich sei er für das Projekt dann mehrere Monate am Stück unterwegs.

Peter Kagerer zeigte auch seine Radlerwaden her. Quelle: Uwe Halling

In Fürstenberg will er schon bald wieder aufschlagen, liebäugelt mit einer Ausstellung seiner Reisefotos in der „Alten Reederei“ im April, auch eine Vernissage soll es dann geben. Es scheint, als hätte der Weltenbummler ein Stück seines Herzens an die Wasserstadt im Norden Oberhavels verloren.

Wenn der Abenteurer mal nicht mit seinem Fahrrad oder der Kamera unterwegs ist, verdient der gebürtige Würzburger sein Geld mit Vortragsreisen in ganz Deutschland. Dann berichtet er auf Veranstaltungen, Messen oder auch in Sporthotels nicht nur von den Erlebnissen auf seinen Extremtouren, sondern beeindruckt die Zuhörer vor allem auch mit seinen bildgewaltigen Fotografien. „Es ist mir wichtig, die Menschen an dem teilhaben zu lassen, was ich auf meinen Reisen sehe“, sieht er sich als Auge und Ohr für Zuhörer und Besucher und nutzt gern auch die Gelegenheit, auf bedenkliche Entwicklungen aufmerksam zu machen: „Ich habe den Nordkap im vergangenen Sommer bei 26 Grad erlebt. Normal wären dort zehn bis zwölf.“

Seine Erlebnisse und eine Vielzahl an beeindruckenden Fotos von seiner Tour entlang des „Iron Curtain Trails“ hält Peter Kagerer auf seiner Website ironhard.de fest.

Von Nadine Bieneck

Peter Kagerer ist Extremsportler und bezeichnet sich selbst als "Berufsabenteurer“. Der studierte Fotograph berichtet am Sonntag im Fürstenberger Kulturgasthof „Alte Reederei“ mit einem Fotovortrag von seinen Reisen.

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