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Fürstenberg Grüne sind gesprächsbereit
Lokales Oberhavel Fürstenberg Grüne sind gesprächsbereit
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17:55 30.01.2019
Gesprächsrunde in der Alten Reederei Fürstenberg/Havel mit Bündnisgrünen und Gästen über kommunalpolitische Themen. Quelle: Uwe Halling
Fürstenberg/Havel

Tilman Kunowski ist optimistisch, dass nach der Kommunalwahl nicht mehr nur ein Bündnisgrüner in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. Er hat Ideen und sammelt weitere, will, dass die Kommunalpolitik etwas für die Bürger bewegt.

Um herauszufinden, was sie denken, die Bürger, und was aus grüner Sicht zu tun wäre, lud er Dienstagabend zu einem Gesprächsabend unter dem Motto „Natürlich, jung und bunt –Perspektiven für ein lebendiges Fürstenberg“ ein. Ein gutes Dutzend Interessierter fand sich dazu in der Alten Reederei ein.

Gerhard Kalinka (Bündnis 90/Die Grünen Teltow-Fläming) zu Gast bei der Diskussionsrunde in Fürstenberg/Havel. Quelle: Uwe Halling

Eröffnet wurde die Runde von Gerhard Kalinka, der seit 15 Jahren für Bündnis 90/Die Grünen in der Gemeindevertretung Mahlow/Blankenfelde und im Kreistag Teltow-Fläming mitwirkt. Er schilderte, wie er zur Politik kam, was man in den Gremien erreichen und wie man mit Vertretern anderer Parteien und Gruppierungen auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann.

„Wie kommen wir in einen dauerhaften Dialog?“, ist auch eine Frage, die Tilman Kunowski bewegt. Den Rat seines erfahrenen Parteifreundes will er beherzigen: So sollen nicht nur vor der Wahl, sondern auch danach Gespräche und Diskussionen organisiert werden, die sich den Fürstenberger Themen widmen.

Einige davon kamen auch an dem Abend zur Sprache: illegale Müllkippen in den Wäldern, Stärkung der Wirtschaft und speziell des Einzelhandels, Verhinderung von behördlich toleriertem Klärschlamm-Import. Diskutiert wurde auch über eine Verbesserung der Bahnanbindung nach Berlin, über die fehlende Oberschule, Digitalisierung und die Berlin-Brandenburgische Regionalplanung, die die Entwicklung der Stadt als Wohnstandort ausbremst. „Als Kommunalpolitiker braucht man ein bisschen Kondition und Geduld“, so Tilman Kunowski. Manche Probleme ließen sich nicht innerhalb weniger Tage aus der Welt schaffen.

Zum Mitgestalten motivieren

Im Klaren sind sich die Bündnisgrünen über ihren Ruf „Verbots-Partei“. „Den Knoten müsst ihr erst mal durchschlagen“, sagte Gerhard Kalinka. Er riet zu mehr Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen auch für die Probleme zu interessieren, die nicht unmittelbar vor ihrer Haustür liegen und sie zum Mitgestalten zu motivieren. „Die Leute wollen erst einmal, dass andere etwas für sie tun“, so die Erfahrung von Gerhard Kalinka.

Tilman Kunowski, Stadtverordneter von Bündnis 90/die Grünen in Fürstenberg/Havel. Quelle: Uwe Halling

Gastgeber Michael Wittke appellierte an die Politiker, die positiven Seiten des Lebens in Fürstenberg in den Mittelpunkt zu stellen. Er selbst sei seit fast 17 Jahren in Fürstenberg und habe schon anfangs eine „Frischblut-Kampagne“ angeregt. „Ihr müsst zeigen, dass ihr nicht die besseren Problem-Entwickler, sondern die besseren Chancen-Entwickler seid“, sagte er und kritisierte die Kleinteiligkeit der Bürgerbündnisse im Fürstenberger Stadtparlament. „Die Polarisierung passiert zwischen Rechts und dem Rest der Welt“, sagte er. „Und der Rest ist zersplittert.“

„Die politische Willensbildung der Menschen, die hier leben, kommt bisher meist zu kurz“, sagte Tilman Kunowski. Offenbar sehen das andere genauso. Mittlerweile haben sich drei Kandidaten für die Liste von Bündnis 90/Die Grünen gefunden, die bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung im Mai antreten wollen.

Von Martina Burghardt

Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigt sich am Donnerstag unter anderem mit der Zukunft des ehemaligen Forstmuseums. Die Fraktion Pro Fürstenberg und Ortsteile hat noch weitere Anträge gestellt.

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