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Fürstenberg Ellen Schütze leitet den Tierschutzverband
Lokales Oberhavel Fürstenberg Ellen Schütze leitet den Tierschutzverband
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00:20 10.06.2018
Ellen Schütze engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich als Leiterin des Tierheims in Tornow. Quelle: Martina Burghardt
Tornow/Bärenklau

Ellen Schütze kann nicht wegsehen. Ein Katzenbaby mit der Flasche aufzuziehen ist für sie genauso wichtig wie der Einsatz gegen Massentierhaltung oder Laborversuche an Nachtigallen. „Es ist ein Ausdruck der Gesellschaft, wie man mit den Lebewesen umgeht“, sagt sie. „Da ist noch ganz viel Luft nach oben.“

Seit April ist Ellen Schütze aus Bärenklau die erste Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg. Ein weiteres Ehrenamt, das Arbeit und Zeit kostet, aber mit dem sie denen eine Stimme verschafft, die sich selbst nicht für ihre Rechte einsetzen können - den ausgesetzten Katzen und Hunden, den Wildtieren im Zirkus, den nicht artgerecht gehaltenen Nutztieren.

Mit Recht und Gesetz kennt sich die Anwältin bestens aus, die bereits seit 2014 im Vorstand des Landesverbandes arbeitet und außerdem den Tierschutzverein Oberhavel und dessen Tierheim in Tornow leitet. Sie hat bereits den Landesverband beim Volksbegehren gegen Massentierhaltung vertreten und unterstützt momentan die 27 Tierschutzvereine im Land dabei, die neuen Datenschutzregeln zu befolgen. „Das ist wichtig, aber kaum jemand hat die Zeit dafür“, weiß Ellen Schütze. Ehrenamtliche Tätigkeit ist wertvoller denn je, die Bereitschaft dazu ist nicht mehr so hoch wie früher, so empfindet sie es. Andererseits wird das Engagement der Tierschützer mittlerweile als eine Art Dienstleistung angesehen.

Umso wichtiger ist es für sie, auf politischer Ebene den Tierschutz zu thematisieren. Ellen Schütze weiß durchaus, wie mühselig es ist, das Bewusstsein zu ändern. Wenn sie darüber nachdenkt, dass Tiere gequält werden, damit billiges Fleisch verkauft werden kann, kann sie sich in Rage reden. „Das geschieht mit einer Selbstverständlichkeit, dass es einem Angst macht. Mich macht es fassungslos“, sagt sie. Tierschutz sei schwierig, weil Menschen die stärkere Lobby haben. „Ergebnisse zu erzielen, ist sehr mühselig.“

Politische Arbeit sei oft frustrierend, stellt die 52-Jährige fest. Aber Nichtstun würde nichts verändern, deshalb  müsse man dran bleiben, sich unbeliebt machen und damit leben, nicht  gern sehen zu werden. „Ich kenne sehr wohl die komischen Bezeichnungen für die Tierschützer“, sagt sie. „Aber die Missstände sind einfach da.“

Immerhin hat Brandenburg einen Tierschutzbeauftragten. Warum das so ein Kampf war, versteht Ellen Schütze nicht. „Seit 2002 steht der Tierschutz im Grundgesetz“, daran wird sie immer wieder erinnern müssen. „Kommunikation ist enorm wichtig, damit Tierwohl im Gespräch bleibt“, sagt die neue Landesvorsitzende. Sie wünscht sich, dass Parteien und Politiker mit mehr Ernsthaftigkeit den Bewusstseinswandel fördern und man gemeinsam Lösungen findet. Zum Beispiel, um die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen einzuführen, was mittel- und langfristig Kosten sparen könnte.

Kraft und Zuversicht für ihr neues Ehrenamt schöpft Ellen Schütze in den Momenten, wenn Tiere dank ihrer Hilfe überleben. Ob es ein Igel ist, den Gymnasiasten aus Gransee auf dem Schulhof fanden und der sich jetzt im Tierheim erholt, oder die Katzenbabys, die selbst oder deren Mütter einfach ausgesetzt wurden. „Es ist erfüllend, ihnen die Zuwendung zu geben, die sie brauchen“, sagt Ellen Schütze.

Von Martina Burghardt

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