Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fürstenberg Feuerwehr probt Rettungseinsatz
Lokales Oberhavel Fürstenberg Feuerwehr probt Rettungseinsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:54 27.11.2018
Während der Übung am Rathaus Fürstenberg war die B 96 kurzzeitig gesperrt. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

 Hinter der schweren Brandschutztür qualmt es. Ein Teil des mittleren und das gesamte obere Geschoss im Rathaus Fürstenberg/Havel können nicht mehr betreten werden. Kurz vor halb zwei am Dienstagnachmittag ruft die Feuerwehrsirene die Freiwilligen ins Depot, während sich die Rathaus-Mitarbeiter auf der Straße sammeln.

Dichter Qualm im Rathaus Fürstenberg – zum Glück brennt es nicht wirklich. Quelle: Martina Burghardt

Die Aufregung hält sich jedoch in Grenzen. Schnell wird noch die Post abgelegt. Dass es brennen soll, nimmt man mit Fassung, denn natürlich hat sich herumgesprochen, dass es sich um eine Übung handelt. Manch ein Passant macht sich dennoch große Sorgen, als die Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge auf den Markt fahren.

Lange vorbereitete Übung

„Seit einigen Wochen haben wir die Übung im kleinen Kreis vorbereitet“, so Bürgermeister Robert Philipp, der ebenso wie die anderen die Szenerie von außen beobachtete. „Gebäudebrand groß“, lautete das mit der Leitstelle abgestimmte Alarmierungs-Stichwort, deshalb rückten die Wehren in Fürstenberg, Blumenow, Bredereiche und Himmelpfort aus. Sie unterstützen sich gegenseitig bei solchen Einsatzlagen und sind für gut 6000 Einwohner in acht Ortsteilen auf einer Fläche von 213 Quadratkilometern zuständig. Zur Verstärkung kamen die Feuerwehrleute aus Lychen.

Über die Drehleiter werden zwei Frauen aus dem vermeintlich brennenden Gebäude geholt. Quelle: Martina Burghardt

In der Ausbildung werden die freiwilligen Helfer zwar vorbereitet, aber die Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr muss auch den Praxistest bestehen. „Wir wollten auch sehen, wie die Kollegen reagieren, wie wir uns im Haus verhalten“, so Robert Philipp. Ihn interessierte unter anderem die Anzahl der einsatzbereiten Feuerwehrleute. Ein Teil von ihnen arbeitet für die Stadtverwaltung, beispielsweise im Bauhof. Bei Stellenausschreibungen wird darauf hingewiesen, dass die aktive Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr erwünscht ist. „Wir freuen uns riesig über jede Firma, die ihre Leute zum Einsatz fahren lässt“, so der Bürgermeister. „Dadurch kann viel Schaden an Mensch und Gerät vermieden werden.“ Schäden oder gar Menschenleben waren bei dem Übungs-Einsatz glücklicherweise nicht zu beklagen.

Feuerwehrübung am Rathaus: Sanitäter des DRK versorgen die Verletzten. Quelle: Martina Burghardt

Der Kopfverband von Sarah Zabel als eine derjenigen, die von den Rettungskräften aus dem Gebäude geholt werden mussten, war zwar nur zu Übungszwecken angelegt worden. Kopfschmerzen hatte sie trotzdem und dazu noch ein mulmiges Gefühl. „Man sieht überhaupt nichts“, erklärte sie. Zwei ihrer Kolleginnen waren bereits über die Drehleiter ins Freie gekommen. Nach zwei weiteren „vermissten“ Rathausmitarbeitern, die in der Kasse ausharrten, musste lange gesucht werden.

Hausalarm funktioniert nicht

„Das Gebäude ist groß, aber man stelle sich vor, so etwas passiert in Potsdam oder Berlin“, sagte Robert Philipp. Beeindruckt waren auch seine Kollegen, die sich den Ernstfall lieber nicht vorstellen wollen. „Wir haben bewusst nicht geübt oder informiert“, so Robert Philipp, „weil wir aus Fehlern lernen wollen.“ Nicht funktioniert hat beispielsweise der Hausalarm über die Telefonanlage. Ordnungsamtsleiterin Carola Hoheisel musste deshalb die Kollegen mündlich informieren. „Es war alles sehr verqualmt, man sah nicht einmal die Hände vor Augen“, sagte sie in sicherer Entfernung zum Übungsort.

Schwieriger als gedacht ist es auch, die Anzahl derjenigen zu ermitteln, die sich tatsächlich im Haus befanden. Wer hat wen gesehen? Wer ist krank? Bei der Übung am Dienstag wurden 13 Mitarbeiter vor dem Gebäude gezählt, fünf mussten von der Feuerwehr herausgeholt werden.

Im Rathaus sind die Rettungs- und Fluchtwege ausgewiesen. Ein Fachmann, der für die Arbeitsschutzunterweisung engagiert wurde, war dabei zu Rate gezogen worden. „Mit ihm sind wir durch das Gebäude gegangen und haben die Vorschriftsmäßigkeit überprüft“, so Robert Philipp. Im Rathaus gibt es mehrere Mitarbeiter, die als Brandschutzhelfer regelmäßig darin geschult werden, wie man sich im Notfall richtig verhält.

Von Martina Burghardt

Glienicke Polizeibericht Oberhavel vom 27. November 2018 - Polizeiüberblick: Auto zerkratzt

Hakenkreuz in einer Zehdenicker Mauer, entwendetes Altmetall in Hennigsdorf und Werkstatteinbruch in Güldenhof

27.11.2018

40 Hunde und 80 Katzen leben im Tierheim Tornow. Bei der Weihnachtsfeier des Tierschutzvereins Oberhavel kann man sich darüber informieren, was die Mitarbeiter dort leisten.

26.11.2018

Stellvertretend für viele tausend Ehrenamtliche wurden am 20. November im Oranienburger Kreistagssaal 18 Frauen und Männer mit dem Ehrenamtspreis des Landkreises und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse geehrt. Wir stellen die 18 Ausgezeichneten einzeln vor.

26.11.2018