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Fürstenberg Harald Blüchel: Mit ganzer Hingabe
Lokales Oberhavel Fürstenberg Harald Blüchel: Mit ganzer Hingabe
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07:52 09.08.2018
Harald Blüchel spielt sich in der Mühle auf seinem einstigen Flügel ein. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Himmelpfort

Er ist keiner, der mit dem Strom schwimmt. Keiner, der sich was aufschwatzen lässt. Schon gar keine Meinungen und gar kein „du musst das so machen“. Harald Blüchel sagt: „Ich habe schon als Kind die Welt nie so wahrgenommen, wie ich sie wahrnehmen sollte. Ich reagierte auf Disharmonien, auf Ungerechtigkeiten, wehrte mich rhetorisch und körperlich.“ Diese Wesenszüge flossen ein in seine Arbeit, in seine Musik. Und er macht seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Musik. Als Cosmic Baby avancierte der heute 55-Jährige zu einer Techno-Größe, weltweit. Zehn Jahre lang war der gebürtige Nürnberger weltweit ein gefragter Mann. Die Fans himmelten Harald Blüchel, der seit vier Jahren in Nordbrandenburg lebt, an. „Da stehst du auf der Bühne, drückst nur einen Ton – und 50 000 Menschen flippten nach dem ersten Ton aus.“ Die Musikindustrie witterte, dass aus ihm noch viel mehr herauszuholen sei. „Ich war oben und konnte immer noch einen drauf legen. Aber ich verlor in meinem ganzen Leben die Skepsis nie.“ Und dann war plötzlich Schluss. Er wollte das alles nicht mehr.

„Warum muss man immer oben sein? Ich reflektierte mich, habe keine guten Tendenzen gesehen. Ich wollte Cosmic Baby nicht weiter spielen. Ich konnte das alles nicht mehr kontrollieren. Ich wollte ich sein, musste auf mich hören.“

Fortan waren öffentlich Auftritte tabu, 18 Jahre lang. Der Komponist, Pianist und Musikproduzent widmete sich anderen Aufgaben, unter anderem am Theater. Er arbeitete nicht mehr in vorderster Front, aber weiter intensiv und kreativ. Das Klavier, der Flügel sind seine Begleiter. Seit zwei Jahren auch wieder auf öffentlichen Bühnen. „Ich gab erst zwei Jahre Werkstattkonzerte, um zu sehen, ob ich dem gewachsen bin.“

Ist er. Zuhörer werden sich am kommenden Sonnabend, 11. August, beim Sommerabendkonzert im Saal der Mühle Himmelpfort davon überzeugen können (Beginn: 20 Uhr). Im vergangenen Sommer tat er das auch schon in der Himmelpforter Mühle. Er tut das gerne und auch aus Freundschaft zu Brit Eismann und Tilman Kunowski, den Betreibern der Mühle. Im Saal wird Harald Blüchel sogar auf einem sehr vertrauten Flügel spielen – er gehörte ihm einst selbst.

Harald Blüchel in Himmelpfort Quelle: Stefan Blumberg

In der vorigen Woche gab er noch zwei Konzerte in Wien, am Sonnabend wird es eines in Himmelpfort sein. „Da gibt es keinen Unterschied. Wenn ich etwas tue, dann aus Freude, aus Überzeugung und mit Hingabe.“ Zwei Zyklen wird er Pianist spielen, jeweils eine halbe Stunde lang. „Die Pause ist auch gut für das Publikum, das sich dann neu konzentrieren kann“, sagt Brit Eismann, Vorsitzende des Veranstalters Craftwerk e. V. mit Sitz in Himmelpfort. Und: „Das Konzert läuft in der Reihe Kultursommer Himmelpfort. Wir freuen uns über jeden, der kommt. Wer die Musik anders genießen will, kann auf Liegestühlen oder Matratzen liegen.“

Spieltermine von Harald Blüchel in der Himmelpforter Mühle (Saal): 11. August und 8. September 2018, jeweils 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr).

Ort: Stolpseestraße 2 Anmeldungen per E-Mail unter be@craftwerk.eu möglich. Eintritt: 15 Euro für Normalzahler, Einwohner der Stadt Fürstenberg/Havel zahlen zehn Euro.

Von Stefan Blumberg

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