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Fürstenberg Lebendiger Adventskalender
Lokales Oberhavel Fürstenberg Lebendiger Adventskalender
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17:53 04.12.2018
So sieht es aus, wenn sich eine Tür des Lebendigen Adventskalenders öffnet. Am Montagabend trafen sich die Fürstenberger vor der Bibliothek. Quelle: Martina Burghardt
Fürstenberg/Havel

Lasst uns froh und munter sein – mit diesem Lied öffneten die Fürstenberger am Montagabend die dritte Tür im Lebendigen Adventskalender. Vor der Bibliothek am Markt trafen sie sich, um gemeinsam die vorweihnachtliche Stimmung zu genießen. Bis zum vierten Advent ist jedermann am Abend für eine gute halbe Stunde eingeladen, mit anderen zusammen zu singen, Geschichten zu lauschen und zu plaudern.

Schmalzstullen und Glühwein

Das erste Türchen wurde am Sonnabend im Pfarrhof geöffnet. Dienstag traf man sich in der katholischen Kirche, am Mittwoch ist es die Rathenaustraße 3. Gastgeber sind die Kirchen, Gewerbetreibende und etliche Privatpersonen. Meist gibt es einen Glühwein und etwas zu naschen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Bibliothek hatten Schmalzstullen vorbereitet und Plätzchen gebacken.

Für das gemeinsame Singen beim Lebendigen Adventskalender gibt es ein Heft, das 24 Lieder enthält. Quelle: Martina Burghardt

Märchen und Zugabe

„Das ganze Wochenende habe ich überlegt, was ich vorlesen könnte“, verriet Bibliotheksleiterin Irina Schulz, die sich das erste Mal am Lebendigen Adventskalender beteiligte. Die Gastgeberin entschied sich für „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, ein Märchen von Hans Christian Andersen. Ein witziges Weihnachtsgedicht als Zugabe sorgte für Heiterkeit.

Kleiner Kreis verbindet

„Wir kommen friedlich zusammen.“ Das ist für Gerda-Marie Schill das Wichtigste an solch einem Abend. „Der kleine Kreis ist verbindend“, sagt sie und auch Hans Schumann findet, dass man sich sonst ja nur bei Aldi oder beim Arzt trifft. Die Gelegenheit für das besinnliche Beisammensein nehmen sie gern öfter wahr, wenn auch nicht jeden Abend.

Tradition wird Selbstläufer

So hat sich das Pastor Eckhart Altemüller von der Evangelisch-Lutherischen Kirche vorgestellt. Es habe früher schon lebendige Adventskalender gegeben, erzählt er, er selbst lernte das in den 2000er-Jahren kennen und führte die Tradition in verschiedenen Orten bei Greifswald ein. „Es waren sofort Leute bereit mitzumachen oder selbst Gastgeber zu sein“, berichtet er. Und immer kommen neue hinzu, der Kreis verändert sich. Mittlerweile müsse er als Koordinator auch gar nicht mehr jedes Mal am Türöffnen teilnehmen, das sei wegen der Termine gar nicht möglich. Trotzdem werde die Tradition fortgeführt. Für 2017 hat er eine Statistik angelegt: „200 Personen haben teilgenommen, also war an 23 Tagen jeder viermal dort“, so seine Berechnung.

Die Atmosphäre genießen

Dabei geht es natürlich nicht um Zahlen, sondern darum, die Sehnsucht nach Besinnlichkeit und Gemütlichkeit besonders in der Weihnachtszeit zu stillen. „Auf einem nachbarschaftlichen, normalen Niveau wird dabei Lebenshilfe geleistet“, so Pastor Altemüller. Er erlebt es öfter, wie die dunkle Jahreszeit besonders bei „mittelalten“ und älteren Menschen aufs Gemüt drückt. „Der Lebendige Adventskalender kommt ebenso bei denen gut an, die nicht religiös sind, sondern die einfach die Atmosphäre genießen“, sagt er. Das Warten auf das Fest besinnlich und gemeinschaftlich zu gestalten, drücke sich auch in den zahlreichen Weihnachts- und Adventsmärkten aus. „Die Tendenz in Oberhavel steigt“, hat Eckhart Altemüller festgestellt. „Geschäftsleute und Politiker entdecken die Adventszeit als zusätzliche Jahreszeit“, sagt er.

Jeden Abend bis Weihnachten

Und so werden die Fürstenberger bis Heiligabend vor etlichen weiteren Türen stehen. Manche Gastgeber lesen einen Bibeltext oder sprechen ein Gebet, andere erzählen, wie sie Weihnachten als Kind erlebt haben oder rezitieren ihr Lieblingsgedicht.

Jeder kann beim Adventstürchen­öffnen mitmachen, ob als Gast oder Gastgeber. Für das gemeinsame Singen gibt es ein extra aufgelegtes Heft „Lebendiger Advent“ mit 24 Liedern.

Bibliothek kann Helfer gebrauchen

Und vielleicht findet der ein oder andere den Weg zur Bibliothek, die natürlich nicht nur im Advent ihre Türen öffnet. Zurzeit sorgen sieben ehrenamtliche Helfer dafür, dass zweimal in der Woche, nämlich dienstags und donnerstags, Bücher ausgeliehen werden können. Weitere Mitstreiter sind gern gesehen.

Die fünfte Tür des Lebendigen Adventskalenders in Fürstenberg wird am 5. Dezember in der Eckermannstraße 7 geöffnet. Am Nikolaustag ist Treffpunkt in der Rathenaustraße 12.

Von Martina Burghardt

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