Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fürstenberg Nach „Zuhause im Glück“: So geht es Familie Spanke heute
Lokales Oberhavel Fürstenberg Nach „Zuhause im Glück“: So geht es Familie Spanke heute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 16.03.2019
Während der Renovierung verweilte Mandy Spanke mit Jasmin und Kiara (l.) in einem Hotel in Rheinsberg. Quelle: Privat
Fürstenberg/Havel

 Das Erinnerungsfoto mit dem Fernseh-Handwerkerteam von „Zuhause im Glück“ hängt gut sichtbar im Flur. So wird Mandy Spanke täglich mehrmals an die aufregende Zeit im vergangenen Sommer erinnert, als sie und ihre Kinder aus dem Haus am Markt in Fürstenberg/Havel aus- und die Handwerker einzogen. Die 41-jährige Krankenschwester lebt mit ihren beiden Töchtern nun seit gut einem halben Jahr in der Wohnung, die mit Hilfe des Fernsehsenders RTL II und Sponsoren innerhalb weniger Tage renoviert und ausgestattet wurde.

Das „Zuhause im Glück“-Team hat für Mandy Spanke und deren Töchter die Wohnung in Fürstenberg saniert.

Die Sendung wurde vor kurzem ausgestrahlt. Das Obergeschoss in dem mehr als 100 Jahre alten, teilweise unter Denkmalschutz stehenden Haus war unbewohnbar, sollte aber als Wohnung hergerichtet werden. Die Trennung von ihrem Partner stellte Mandy Spanke vor ein schier unlösbares Problem. Denn ihre Jasmin ist behindert und muss rund um die Uhr betreut werden. Die Verhältnisse in der Wohnung unter dem Dach waren alles andere als barrierefrei.

Wer die Folge „Zuhause im Glück“ gesehen hat, kennt die Geschichte. Jasmin wurde 2003 geboren, wenige Monate später traten die ersten Symptome auf. Die endgültige Diagnose gab es erst im Mai 2018: Lennox Gastaut, eine schwere Form der Epilepsie. Das Mädchen lernte laufen, doch seine Entwicklung verzögerte sich, immer schlimmer wurde es nach der Einschulung.

Heute ist Jasmin auf dem geistigen Stand einer Dreijährigen, kann nicht mehr selbst laufen, auch nicht mehr stehen. Die Anfälle kommen häufiger und jedes Mal geht es der 15-Jährigen etwas schlechter. Täglich wird sie zur Schule nach Neustrelitz gebracht, den Rest des Tages von einer Kinderkrankenschwester betreut.

2006 bezog die Familie das Haus in Fürstenberg. Als das zweite Kind geboren war, trennten sich die Wege der Eltern. Kiara ist jetzt neun Jahre alt und quicklebendig. „Wir sind ein tolles Dreiergespann“, sagt Mandy Spanke, die sich allerdings im Alltag oft allein gelassen fühlt. Sie kämpft um jeden Zuschuss, etwa für ein drittes Rad am neuen Rollstuhl, einen weiteren Therapiestuhl, der im Haushalt des Vaters hilfreich wäre, oder für den Treppenlift. Von Hartz IV bleibt kaum etwas, weil eines der Geschäfte im Erdgeschoss ihres Hauses vermietet ist.

Die Fernsehleute haben ihr eine große Last abgenommen. Dafür müsse sie nun jedoch Rechenschaft beim Amt ablegen. „Ich will mich nicht bereichern, ich will nur, dass es den Kindern gut geht“, so Mandy Spanke.

Keine unbeschwerte Auszeit

Die Auszeit in dem Rheinsberger Hotel während der Renovierungs- und Dreharbeiten hätten ihr gut getan, sagt sie im Nachhinein. Wirklich zur Ruhe kam Mandy Spanke damals jedoch nicht. Einige Tage zuvor war ihre Oma gestorben, außerdem hatte sie sich den Fuß verletzt. „Man sieht es mir an, im Fernsehen wirke ich so distanziert“, erklärt sie. Und außerdem war sie enttäuscht über die fehlende Hilfsbereitschaft in Fürstenberg. Aus dem Grund wurde der Wintergarten nicht in die Renovierung mit einbezogen. Wirkliche Freunde habe sie nur wenige, sagt Mandy Spanke. Kontakte zu anderen Eltern mit behinderten Kindern gibt es schon.

Allgegenwärtig ist die Sorge um Jasmin, deren Gesundheitszustand sich bereits im September wieder verschlechterte. Gerade war sie wieder in Berlin im Krankenhaus, um die Medikamenteneinstellung anzupassen. Mandy Spanke pendelt dann wochenlang täglich dorthin. „Jasmin baut körperlich ab“, sagt sie. „Und ich stehe vor der Frage, ob es jetzt noch schneller geht.“ Da hilft auch der schönste, von Jasmin so geliebte Engel oder die großzügige Küche nicht viel weiter.

Vom Hospiz in Neustrelitz hält eine ehrenamtliche Betreuerin den Kontakt zur Familie. Eine „seelische und soziale Stütze“, nennt es Mandy Spanke. Dass Kiara einbezogen wird, ist ihr besonders wichtig. Denn das Mädchen hängt sehr an seiner großen Schwester. Wenn Jasmin im Krankenhaus ist, schläft Kiara in deren Bett. Sie soll vorbereitet sein, wenn es schlimm kommt.

„Ich habe mir die Kinder gewünscht“, sagt Mandy Spanke. „Jasmin hat mich als Mutter ausgesucht, weil ich stark bin.“ Sie kennt Jasmins Reaktionen, weiß, wann es ihr gut geht. Auch Kiara holt sich, was sie braucht. „Ich möchte das Gefühl nicht missen“, so Mandy Spanke. „Nein, ich möchte nicht tauschen.“

Von Martina Burghardt

Einmal im Monat werden sonntags die Stühle knapp in der Mühle Himmelpfort. Namhafte Autoren werden ab April dort wieder auf dem Roten Sofa Platz nehmen und aus ihren neuesten Werken lesen.

12.03.2019

Zahlreiche Crossläufer und Crossläuferinnen sowie ein paar fleißige Rettungssanitäter stehen diese Woche bei zur Wahl bei Oberhavels „Foto der Woche“.

12.03.2019
Oberhavel Wohltätigkeitsaktion „Wir für euch“ - Darum gibt es einen Benefiz-Walk durch Oberhavel

MAZ präsentiert: Die Initiative „Wir für euch“ stellt das neue Projekt für das Jahr 2019 vor – von Fürstenberg nach Hennigsdorf.

13.03.2019