Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fürstenberg Tierheim bildet aus
Lokales Oberhavel Fürstenberg Tierheim bildet aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:21 28.05.2018
Christoph Otto und der zweieinhalbjährige Mischling Toby, der die Welt erst noch entdecken muss. Quelle: Martina Burghardt
Tornow

Toby springt wie wild, Christoph Otto muss ein paar Tricks anwenden, damit er den zweieinhalbjährige Mischling anleinen und mit ihm auf die Spielwiese gehen kann. Zu dem Hund hat er eine ganz besondere Beziehung. Er hat ihn im Auftrag von Veterinär- und Ordnungsamt aus einer schlechten Haltung herausgeholt und ins Tierheim Tornow gebracht. Die Erziehung wird viel Geduld erfordern. „Da muss man ganz klein anfangen“, sagt der 22-Jährige. Sollte der Hund vermittelt werden, kommt nur jemand in Frage, der ausreichend Erfahrung nachweisen kann.

Vom Schuhfertiger zum Tierpfleger

Haustiere retten, pflegen, vermitteln – für Christoph Otto kann das eine Lebensaufgabe werden. Im März begann seine Ausbildung zum Tierpfleger. Dabei hat der junge Mann aus Zehdenick bereits einen Beruf. Er ist Schuhfertiger, hat in Berlin gelernt und zweieinhalb Jahre in seinem Ausbildungsbetrieb in Zehdenick gearbeitet. „Ich wusste nicht genau, was ich anderes tun konnte, aber den ganzen Tag an der Maschine stehen, das war nichts, was ich ein ganzen Leben lang machen wollte“, sagt er.

Beim Ehrenamt den Traumberuf gefunden

Im September vorigen Jahres stellte er, ohne es zu ahnen, selbst die Weichen neu. Er adoptierte im Tierheim Tornow einen Kater und mochte sofort die Menschen, die sich dort um die Tiere kümmern, die keiner haben will. „Als Dankeschön habe ich ehrenamtlich gearbeitet, erst nur sonntags, dann auch sonnabends“, erzählt Christoph Otto. Bald stand für ihn fest, dass dies genau das Richtige für ihn wäre.

Noch einmal von vorn

Nun ist Tierheim-Leiterin Ellen Schütze für seine Ausbildung zuständig. Ebenso Larissa Theel, die selbst Tiermedizinische Fachangestellte von Beruf ist. Die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb von der Industrie- und Handelskammer (IHK) bekam das Tierheim im März. Seitdem arbeitet Christoph Otto nicht nur im Tierheim, sondern drückt obendrein in Groß Kreutz die Schulbank. Seine Mutter war nicht sonderlich begeistert, dass er noch einmal von vorn anfängt. Er selbst allerdings schon. „Die Lehrer und Schüler sind motiviert, es macht Spaß“, sagt er.

Unterrichtsstoff von acht Monaten nachzuholen

Nun lernt er wieder – neben Englisch, Mathematik, Deutsch, Sport und Sozialkunde gehören Anatomie, die Unterbringung und Fütterung von Tieren zum Fach. Weil das Ausbildungsjahr bereits im September begann, muss er acht Monate im Schnelldurchlauf nacharbeiten. Aber die Klassenkameraden helfen. Sie haben ihre Aufzeichnungen kopiert und fotografiert, damit Christoph Otto aufholen kann. Ganz einfach ist das nicht. Gerade in dieser Woche mussten die Hausaufgaben warten, weil er ein von der Mutter verstoßenes Katzenbaby zum Aufpäppeln holen musste. Erst um 23 Uhr war er wieder zu Hause. „Ohne Motivation geht’s nicht“, nimmt er die Antwort auf die Frage, wie man das denn schaffen kann, vorweg. „Aber die Tiere danken das.“

Christoph Otto lebt mit einem seiner beiden Brüder und dem Kater Herkules in einer eigenen Wohnung in Zehdenick. „Ich möchte Verantwortung tragen für ein Tier“, ist seine Erklärung dafür, wieso er sich ein Haustier hält. Dass beide die Plätze getauscht haben, ist natürlich nur die halbe Wahrheit. „Ich bin ja nicht eingesperrt“, sagt er schmunzelnd.

Gut mit Tieren und mit Menschen

Der junge Mann kann inzwischen auch ganz gut das Vorurteil entkräften, dass Leute, die mit Tieren zu tun haben, nicht gut mit Menschen umgehen können. „Das ist ganz und gar nicht so“, versichert er. Man müsse Spenden sammeln, vermitteln, viel telefonieren, Besucher herumführen und Fragen beantworten. Um eine Frage drückt er sich jedenfalls nicht – die nach dem Geld. „Wenn man diesen Beruf machen will, dann darf man nicht auf Geld aus sein“, stellt er fest. Auch wenn es gerade in der Ausbildungszeit knapp wird, Christoph Otto kommt zurecht. „Ich kann mir gut vorstellen, diese körperlich sehr aktive Arbeit für immer zu tun.“

Von Martina Burghardt

Jan Herrmann fiel am Dienstagabend aus allen Wolken, als er von Freunden auf eine Pressemeldung der Bundespolizei über einen Vorfall in einem Regionalexpress hingewiesen wurde. Der MAZ gegenüber schildert er seine Sicht der Dinge dazu.

28.05.2018

Einen grausigen Fund machten Zeugen am Freitagvormittag bei Fürstenberg, als sie einen im Wasser treibenden, leblosen Körper bemerkten. Sie bargen die Person, konnten aber nur noch deren Tod feststellen.

25.05.2018

Die Ortsumfahrung von Fürstenberg/Havel ist noch Zukunftsmusik. Dabei steigt die Verkehrsbelastung in der Innenstadt. Anwohner fordern seit langem eine Ausdehnung der Tempo-30-Zone und ein Lkw-Durchfahrtverbot. Nun wurde wieder ein solcher Antrag abgelehnt.

27.05.2018