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Fürstenberg Traumschüff legt in Himmelpfort an
Lokales Oberhavel Fürstenberg Traumschüff legt in Himmelpfort an
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00:21 25.07.2018
Traumschüff-Vorführung am Samstag am Landhaus. Quelle: fotos: Martina Burghardt
Himmelpfort

In Zehdenick, Fürstenberg und Himmelpfort machen in den Sommermonaten viele Boote fest. Im Juli war ein ganz Besonderes dabei: Das Traumschüff, das Theater im Fluss, zog an etlichen Tagen nicht nur die Schaulustigen, sondern vor allem Kulturinteressierte an.

Auf dem Spielplan des Wandertheaters stand am Sonnabend ein Stück über eine Zeit, als die meisten Ensemblemitglieder noch Kinder, wenn überhaupt schon geboren waren. In „Treue Hände“ geht es um die Folgen der Wiedervereinigung, um die Treuhandanstalt und das abzuwickelnde Kaltwalzwerk in Oranienburg. Schwere Kost an so einem wunderbaren Sommerabend auf der Landhauswiese mit Blick auf den Haussee – könnte man meinen.

Fortsetzung folgt 2019

Nikola Schmidt, bewandert in Verfassungsrecht und Menschenrechten, hat ein Stück verfasst, das auf Interviews mit Zeitzeugen beruht. Teil eins handelt vom Chemiefaserwerk Premnitz, Teil zwei vom Kaltwalzwerk. Eine Fortsetzung ist für 2019 angekündigt. Das hochpolitische und ernste Thema hat sie in einem Hörspiel verarbeitet, das leicht daherkommt, witzig, charmant und doch tiefgründig ist, von Liebe, Freundschaft und dem Umbruch einer Gesellschaft erzählt. Allein von der Abwicklung des Oranienburger Werke waren 1200 Mitarbeiter ihre Familien betroffen.

Hör- und Schauspiel

Jakob Plutte, Maj-Britt Klenke und Johanna Paliege schlüpften dafür in verschiedene Rollen, lasen nicht nur vor, sondern schauspielerten für das Publikum auf der schwimmenden Bühne. Sie machten Geräusche, wie es sich für ein Hörspiel gehört, steckten die Haare hoch und ließen sie wieder offen fallen, sprachen in verschiedenen Tonlagen und wurden von einem Augenblick zum anderen eins mit der Figur, die sie verkörperten. Der Rest war der Fantasie der Zuhörer überlassen. Auf Bänken und im Gras, auf Liegen und in der Strandmuschel lauschte das Publikum einer Geschichte, von deren Hintergrund man entweder schon mal irgendwo gehört hat oder davon selbst betroffen war.

Wie zum Beispiel ein ehemaliger Gewerkschafter des Oranienburger Werkes, der zur Aufführung nach Himmelpfort gekommen war, und Hans-Joachim Schwenke, der „sechs oder sieben Jahre als Freiberufler für die Treuhandanstalt gearbeitet“ hat. „Es gibt sicher vieles, was man noch aufarbeiten kann“, sagte der Mitinhaber des Landhauses und verriet, dass er bei der Aufführung mehrere Dé­jà-vus erlebt habe.

Gespräche erwünscht

Insgesamt drei Vorstellungen gab das Traumschüff-Ensemble: „Bibergeil“ am Freitag, „Treue Hände“ am Sonnabend und „Planet Acasio – ein Raumschüff-Abenteuer“ für Kinder und Familien am Sonntag. Ein ganzes Theater hätten die Zuschauer nicht füllen können. Aber das gehört ja irgendwie zum Plan. Denn das Traumschüff ist ein Projekt für den ländlichen Raum, das sich mit Themen der Region beschäftigt und vor allem jene erreichen will, die kaum oder gar nicht ins Theater gehen. Das Traumschüff dient dabei nicht nur als Bühne, sondern ist auch Unterkunft für das Ensemble. Das erleichtert den Kontakt zum Publikum und ermöglicht Gespräche nach der Vorstellung. Das Eintrittsgeld wird übrigens gespendet. Die Einnahmen der drei Vorführungen gehen, so Hans-Joachim Schwenke, an die Bürgerstiftung Kulturerbe Himmelpfort, die sich um den Wiederaufbau des abgebrannten Brauhauses kümmert.

Von Martina Burghardt

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