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Funkmast in Oranienburg wird gesprengt

Stück Hörfunk-Geschichte geht zu Ende Funkmast in Oranienburg wird gesprengt

Er ist höher als der Eiffelturm und ein Stück Hörfunk-Geschichte. Am Wochenende geht die Geschichte des Langwellen-Sendemast im Oranienburger Ortsteil Zehlendorf zu Ende: Der 360 Meter hohe Turm wird am Sonnabend gegen 14 Uhr gesprengt.

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Am Wochenende wird der Turm gesprengt.

Quelle: Enrico Kugler

Zehlendorf. Der Pariser Eiffelturm erreicht mit seiner Antenne eine Höhe von 324 Meter – damit kann er aber dem Langwellen-Sendemast in Zehlendorf nicht das Wasser reichen. Die Riesenantenne in dem Oranienburger Ortsteil ist stolze 360 Meter hoch.

Am Sonnabend schlägt für das Zehlendorfer Wahrzeichen jedoch die letzte Stunde. Gegen 14 Uhr soll der Sendemast gesprengt werden. „Dem Senderstandort Zehlendorf kommt in der Rundfunk-Versorgungsplanung keine tragende Rolle mehr zu“, erklärte ein Sprecher des heutigen Eigentümers, der Media Broadcast GmbH in Köln. Bereits Ende 2014 war die Langwellen-Ausstrahlung von Deutschland­radio Kultur und des See­wet­terberichts aus Kostengründen eingestellt worden. Nur noch einige wenige UKW-Programme wurden von Zehlendorf aus gesendet.

Ein Stück Hörfunk-Geschichte

Ein Stück Hörfunk-Geschichte.

Quelle: Enrico Kugler

Aber auch die Wartung und die Warnbeleuchtung der gewaltigen Stahlantenne ist aufwendig und teuer, weshalb jetzt die Entscheidung fiel, das Bauwerk zu fällen. Mit dem Abbau des Langwellen-Sendemastes verschwindet die letzte der einstigen fünf Zehlendorfer Großantennen, bestätigte der Eigentümer. Bereits am Freitag soll mit den Vorarbeiten der Sprengung begonnen werden.

Handwerksmeister Thomas Eichstädt vom Zehlendorfer Ortsbeirat bedauert, dass der rot-weiß gestrichene Mast verschwindet. „Das war schon ein Wahrzeichen für Zehlendorf. Den Kindern musste man immer erklären, warum bei Dunkelheit dort die Warnlichter blinken“, sagt er. Unvergessen ist für den Zehlendorfer das Jahr 1978. Eine russische MiG 21 hatte damals im Tiefflug das Verankerungsseil des Sendemastes durchschnitten. Der Turm kippte um. „Da war ich noch Grundschüler“, erinnert sich Eichstädt. Die Sowjets übernahmen schließlich im Jahr 1979 den Neuaufbau des Mastes, der so noch einige Meter höher wurde.

Die ersten Sendeanlagen in Zehlendorf wurden anlässlich der Olympischen Spiele 1936 gebaut. Zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ging dort der zentrale Langwellensender der DDR in Betrieb. Der „Deutschlandsender“ und später die „Stimme der DDR“ sendeten von Zehlendorf und erreichten die gesamte Fläche Europas.

Der größte Antennenmast wurde 1961 aufgestellt. Zwischenzeitlich galt in den 1960er-Jahren dieser Tragmast als das höchste Bauwerk Europas. Mit fast 400 Mitarbeitern war das Funkamt einst der größte Betrieb in Zehlendorf. Im Jahr 1990 übernahm zunächst die Bundespost die Station. Der Betrieb der ­Sendeanlagen wurde nach der Wende aber immer weiter zurückgefahren.

Wegen des weitläufigen Sendergeländes sind laut Stadtverwaltung keine zusätzlichen Absperrungen nötig. Es wird damit gerechnet, dass unter anderem vom Tongrubenweg aus Zuschauer das Geschehen verfolgen.

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Von Heiko Hohenhaus

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