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Fußballer planen Benefizspiel für Lenie Malin

Nach Unfalltod eines Familienvaters Fußballer planen Benefizspiel für Lenie Malin

Dieser Schicksalsschlag bewegt Oberhavel: Ein 29-Jähriger Oranienburger kam gerade von der Geburt seiner Tochter Lenie Malin, als er bei Bernau tödlich verunglückte. Die Fußballer in der Kreisstadt wollen nun ein Benefizspiel für seine Familie organisieren.

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Die kleine Lenie Malin wächst ohne Vater auf.

Quelle: privat

Oranienburg. Jerome Malanowski muss erst einmal tief Luft holen. ­Seine Stimme klingt leise. „Ich bin quasi mit ihm aufgewachsen“, sagt der 29-Jährige Fußballer des Oranienburger FC Eintracht. „Es wirkt noch immer so unwirklich.“ Den Unfalltod seines Freundes vor einer Woche hat Malanowski noch immer nicht verkraftet.

Der ebenfalls 29-Jährige aus Oranienburg erlebte in der Nacht zum 12. Februar mit der Geburt seiner Tochter Lenie Malin einen der schönsten Momente seines Lebens. Kurze Zeit später war der frischgebackene Vater verstorben – auf dem Weg von der Klinik nach Hause. „Wir haben im Nachwuchs zusammengespielt. Er war der Spaßvogel der Mannschaft, der Klassenclown“, beschreibt Malanowski seinen Freund. Er sei immer gut gelaunt gewesen. „Er hatte stets einen blöden Spruch auf den Lippen. Mit 16 Jahren ging er beruflich dann weg. Der Kontakt ist aber nicht abgebrochen.“ Malanowski hatte immer im Blick, wie es seinem Kumpel geht. „Er hatte endlich sein Glück gefunden. Eine Freundin, ein Kind. Endlich war sein Leben vollständig. Nun das. Es ist so traurig.“

Der Mann aus Oberhavel war nach Informationen der Polizeidirektion Ost mit seinem Pkw Skoda gegen 3 Uhr auf der Kreisstraße 6002 in Richtung Albertshof fahrend plötzlich auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort kam ihm ein Bus entgegen. Der 29-Jährige muss offensichtlich versucht haben, dem Bus noch auszuweichen. Bei diesem Manöver kam er nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte frontal mit einem Straßenbaum.

Die Unglücksstelle bei Bernau

Die Unglücksstelle bei Bernau.

Quelle: Julian Stähle

Die Ermittlungen laufen. Eine angekündigte Rekonstruktion des Unfalls habe bislang noch nicht stattgefunden, sagte Ingo Heese am Montag. Eine Obduktion, so der Sprecher der Polizeidirektion Ost weiter, sei durchgeführt worden. Da das Verfahren zur Ermittlung der Unfallursache aber noch nicht abgeschlossen sei, würden bislang keine Ergebnisse veröffentlicht. Polizeisprecher Ingo Heese warb um Verständnis dafür. Die Tragweite und auch Tragik des Unfalls verlange einen lückenlosen Abschluss aller Untersuchungen, bevor die Polizei beziehungsweise die Staatsanwaltschaft Eberswalde dazu informieren könnten.

Derweil rückt die Oberhavel-Familie einmal mehr zusammen. Am 28. März wird es ein Benefizspiel geben. „Das finde ich gut“, sagt Stefan Bergmann (26), ein enger Freund der Familie. „Zurzeit haben wir alle damit zu tun, den Unfall zu verdauen und uns um die Beerdigung zu kümmern. Umso schöner ist es zu hören, dass es so eine Aktion gibt.“ Auch die Freundin des Verunglückten ist beeindruckt: „Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß“, sagt sie.

Hans Oertwig, Trainer des Fußball-Brandenburgligisten Oranienburger FC (OFC), hat keine Sekunde gezögert als er vom tragischen Unfall hörte. „Wir werden ein Spiel gegen die Brandenburger Polizei spielen und die Einnahmen der Familie spenden“, so der Coach. „Mich hat die Sache sehr bewegt. Der Vater konnte seine Tochter nur einmal in den Händen halten. Eine junge Familie ist zerstört. Er ist ein Oranienburger Junge.“ Fußball sei mehr als ein 1:0. „Wenn es Freunde gibt, die mitspielen wollen, können sie sich gern melden.“

Jerome Malanowski fährt jeden Morgen an der Wohnung vorbei. Er weiß zu gut, dass die beiden sich über alles liebten und der Nachwuchs der größte Schatz ist. „Das Benefizspiel kann ich nur begrüßen. Die Wohnung ist groß. Der finanzielle Aufwand ist riesig“, weiß der Kapitän des OFC, der bislang noch keinen Kontakt zur Freundin des Verstorbenen gesucht hat. „Das ist eine komische Situation. Für alle. ­Irgendwann werde ich mich aber bei ihr melden“, sagt er mit leiser Stimme.

Zur Info: Das Benefizspiel für die Familie des verunglückten Vaters aus Oranienburg muss kurzfristig verschoben werden. Das teilte ein Freund der Familie mit. „Das akzeptieren wir natürlich. Es geht für die Freundin sicher alles viel zu schnell“, sagt Hans Oertwig, Trainer des Oranienburger FC. Sein Team hätte gern am 28. März gegen die Brandenburger Polizeiauswahl gespielt und die Einnahmen der Partie gespendet. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Sobald er feststeht, werden wir ihn veröffentlichen.

Von Sebastian Morgner

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