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Gäste aus Simbabwe aus dem Verkehr gezogen

Oranienburg Gäste aus Simbabwe aus dem Verkehr gezogen

Seit 20 Jahren pflegt der Kirchenkreis seine Partnerschaft mit drei Gemeinden in einer der ärmsten Regionen der Welt in Simbabwe. Nie gab es bei den wechselseitigen Besuchen Probleme. Bis zur vergangenen Woche.

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Gäste aus Simbabwe bei einem vergangenen Besuch mit Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (r.).

Quelle: Archivbild/Privat

Oranienburg. Seit 20 Jahren pflegt der evangelische Kirchenkreis Oberes Havelland die Partnerschaft nach Simbabwe mit drei Gemeinden im Distrikt Binga, einer der ärmsten Regionen der Welt. Jährlicher Höhepunkt – der wechselseitige Besuch von Oranienburgern und Simbabwern. Zum elften Mal wollten der Superintendent des Kirchenkreises, Uwe Simon, und Pfarrer Friedemann Humburg vergangenen Sonnabend die Gäste aus Afrika in Oranienburg begrüßen. Doch dazu kam es nicht. Die Reise der sechs jungen Simbabwer, drei Frauen und drei Männer zwischen 20 und 40 Jahren, nahm ein kurzes und unschönes Ende. Und das bereits vor dem Reisebeginn.

Ein Bundespolizeibeamter habe in Johannesburg (Südafrika) vor dem Umstieg nach Frankfurt/Main die Reisegruppe aus dem Verkehr gezogen und die Visa ungültig gezeichnet. „Die Leute seien ihm verdächtig vorgekommen. Ärmlich gekleidet, ohne großes Gepäck, kaum Geld dabei“, berichtet Humburg, der den Polizisten im Nachhinein kontaktierte und nach Erklärungen sucht. „Natürlich sind sie ärmlich gekleidet, die Menschen dort haben auch nichts. Zehn Mal haben wir diese Reisen bereits organisiert, nie gab es Probleme.

Auch dieses Mal hatten die Reisenden alle Unterlagen im Original dabei: offizielle Einladung, Kostenübernahme, Verpflichtungserklärung. Er habe die Dokumente für Fälschungen gehalten, obgleich diese offizielle Siegel enthielten, die amtliche Relevanz haben“, empört sich Superintendent Simon. Er, Humburg und die Mitstreiter des Simbabwe-Freundeskreises fordern Aufklärung: „Wir wollen wissen – was ist da schief gelaufen? Wie sollen wir solche Partnerschaften pflegen, wenn unklar ist, ob direkte Begegnungen überhaupt möglich sind?“ Auch über Regressforderungen denkt man nach: „Der Austausch wird durch Spenden und Kirchensteuern finanziert. Uns anvertraute Gelder, mit denen wir ordnungsgemäß umgehen müssen.“ 10 000 Euro habe die Reise, darunter Visa und Flüge, gekostet. Sachspenden nicht eingerechnet. Diese sind nun futsch. Die Simbabwer sind inzwischen wieder zu Hause.

Von Nadine Bieneck

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