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Oberhavel Gedenken an belgische Häftlinge
Lokales Oberhavel Gedenken an belgische Häftlinge
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00:17 30.01.2016
Gedenken an die Holocaust-Opfer am Mittwoch in Sachsenhausen. Quelle: Hajo Eckert
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Oranienburg

Vierzig Monate musste Florent Peeters im Konzentrationslager Sachsenhausen um sein Leben bangen. Er überstand auch den Todesmarsch und konnte nach seiner Befreiung und Rückkehr nach Belgien seine schrecklichen Erinnerungen 1946 in der Zeitung „Het Volk“ in Wort und Bild sowie in einem Buch veröffentlichen. Sein Anliegen: Die Erinnerung an das totalitäre Nazi-Regime wach halten und eine Wiederholung verhindern.

Genau diesem Anliegen diente am Mittwoch ein bewegender Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, der den Belgier gewidmet war.

Im Oranienburger Konzentrationslager war der nach dem Einmarsch der Nazi-Armee in seinem Heimatland verhaftete Florent Peeters mit Altersgenossen wie Louis Kienbooms befreundet. Sein Sohn Luc war mit Bernadette Kienbooms zur Gedenkfeier anwesend.

2200 Belgiern wurden nach der deutschen Besetzung ihres Landes 1940 in Sachsenhausen bis 1945 inhaftiert. 193 Belgier verzeichnet das noch unvollständige KZ-Totenbuch.

Anlässlich des Gedenktages wurde am Mittwoch eine Ausstellung mit Zeichnungen, Aquarellen und Nachlass-Stücken eröffnet. Dazu zählt auch ein KZ-Modell in einer Zigarrenschachtel von Etienne van Ploeg. Zeichnungen wie „Operation im Krankenrevier“ oder „Exekution im Klinkerwerk“ sowie das Aquarell „Arbeit in der Gießerei“ gehören inzwischen zu den wichtigsten künstlerischen Zeugnissen ehemaliger Häftlinge des KZ Sachsenhausen.

Im Rahmen des Gedenktages in Sachsenhausen, an der Minister und Abgeordnete des Brandenburgischen Landtags und des Berliner Abgeordnetenhauses sowie Botschafter teilnahmen, sprachen der Stiftungsdirektor Günter Morsch, Christine Detaílle, Gesandte der Botschaft des Königreichs Belgien und Bruno Peeters, der Sohn des 1989 verstorbenen Florent Peeters zu den Anwesenden. Tilmar Kuhn, Schauspieler, bekannt auch aus Fernsehserien wie „Lindenstraße“ oder „Wolffs Revier“ trug nach 1945 verfasste Texte von Florent Peeters zum Leiden im KZ vor. Umrahmt wurden die Texte vom Berliner Kontrabassist Jaspar Libuda. Passend zu dem Anlass entlockte er dem gewaltigen Streichinstrument mit tiefen und hohen Tönen eine Klangwelt aus Licht und Schatten.

Stiftungsdirektor Günter Morsch führte Christine Detáille durch die Ausstellung mit Exponaten belgischer KZ-Häftlinge. Quelle: Hajo Eckert

Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Gedenkort „Station Z“ erinnerte Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) angesichts der Reste von Verbrennungsöfen im Krematorium an die Leiden und Schicksale der Häftlinge im Konzentrationslager. Sie versprach, dass die Opfer des Naziterrors, ihre Geschichte, ihr Leiden und die Zeugnisse dieser Zeit mit der perversen Vernichtungsindustrie nie vergessen werden. So etwas dürfe sich nicht wiederholen.

Schüler des Gymnasiums Panketal verlasen Namen von belgischen KZ-Opfern.

Abgerundet wurde der Gedenktag mit einem Film. Unter dem Titel „Ich habe Glück gehabt, wie man es kaum beschreiben kann“ wurde in der früheren Häftlingsküche das Leben des in den KZ’s Flossenbürg und Sachsenhausen inhaftierten Überlebenden Charles Dekeyser von Herbert Ruland dokumentiert.

In der Gedenkstätte Ravensbrück wurde der Toten mit einer Lesung „Ankunft in der Fremde“, Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlingsfrauen, sowie einer Kranzniederlegung am Mahnmal „Tragende“ von Will Lammert gedacht.

Von Hajo Eckert

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