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Gedenkstein eingeweiht

Erinnerung an Weltkriegsflüchtlinge Gedenkstein eingeweiht

Oranienburg hat seit Sonnabend ein Denkmal für die Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges. Der drei Tonnen schwere Basalt mit Inschrift steht zwischen Havel und Stadtbibliothek. Beim Festakt sprachen Redner sehr persönlich. Der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann erinnerte an seine Mutter.

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Hans-Joachim Speckmann, Ursula Kroll vom BdV, Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann , Pierre Schwering von der Stadt Oranienburg und Bildhauer Ömür Güldas (v.l.) weihten das Denkmal ein.

Quelle: Torsten Weigel

Oranienburg. Er wiegt knapp drei Tonnen, besteht aus widerständigem Basaltgestein und trägt einen eingravierten Schriftzug, der an die Flüchtlinge des 2. Weltkrieges erinnert. Im strömenden Regen wurde am Sonnabend ein Gedenkstein eingeweiht. Er befindet sich auf dem Grünstreifen zwischen Havel und Stadtbibliothek und wurde vom Berliner Bildhauer Ömür Güldas gefertigt.

Der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (SPD) erzählte die Geschichte seiner Großmutter, die 1945 ihre Heimat in Oberschlesien verließ und in Richtung Nordrhein-Westfalen flüchtete. „Es war alles ganz furchtbar, weil man nicht wusste, wie es weitergeht und was aus allem wird“, zitierte Lüttmann seine Großmutter und wies darauf hin, dass die Situation damals wie heute nicht grundverschieden sei. „Die Berichte der Flüchtlinge heute erinnern mich an die Worte meiner Großmutter.“ Der Gedenkstein sei ein stilles Gedenken und ein aktuelles Mahnen.

Die Enthüllung des Steins fand bewusst am 20. Juni statt. Denn dieser Tag wird seit 2001 von den Vereinten Nationen als Weltflüchtlingstag deklariert. „Erstmalig begehen wir zudem auch einen nationalen Gedenktag, um den deutschen Flüchtlingen, Vertriebenen und Deportierten des 2. Weltkrieges zu gedenken“, bemerkte Hans-Joachim Speckmann, Vorsitzender des Kreisverbandes des Bund für Vertriebene (BdV). Er bezeichnete den Gedenkstein als öffentliches Signal an alle Betroffenen und Anwohner der Stadt. „Die Mahnung des Tages und dieses Ortes kann nur beinhalten, dass wir uns den reaktionären Kräften entgegenstellen, die Rassismus, Terrorismus und Menschenrechtsverletzungen bejahen.“

Speckmann macht sich nach der Einweihung des Gedenksteins auf den Weg zum Oranienwerk. Dort fand – auch aus Anlass des UN-Weltflüchtlingstages – ein Fest der Kulturen statt. Dieses stellten die Stadt Oranienburg und die Initiative Willkommen in Oranienburg gemeinsam auf die Beine.

„Uns geht es darum, Begegnungen zu ermöglichen und etwas für die Flüchtlinge zu tun“, fasste die Hauptverantwortliche der Feier, Elena Wiezorrek, die Idee zusammen. Die Planungen hätten ein Jahr in Anspruch genommen, mit dem Ablauf sei sie sehr zufrieden.

Im Innenbereich führten Kinder Tänze aus verschiedenen Ländern auf und Flüchtlinge gaben einen Einblick in die landestypische Küche ihrer Heimat – das Büffet war reichhaltig gedeckt und stark frequentiert. Beim Probieren der Speisen kam es auch zum gewünschten Austausch. Zwar gelang die sprachliche Kommunikation nicht immer reibungslos, doch mit Händen und Füßen war eine Verständigung durchaus möglich.

„Es macht großen Spaß und es ist ein sehr schönes Fest“, bemerkte Viviane. Die 34-Jährige flüchtete aus Kamerun und lebt derzeit im Heim in Lehnitz. Ihre Abschiebung scheint sehr wahrscheinlich. Doch wenigstens für ein paar Stunden rückten die Sorgen etwas in den Hintergrund. „Ich habe das Gefühl, dass diese Veranstaltung sowohl für die Flüchtlinge, als auch für die Einheimischen eine runde Sache ist“, sagte Frank Dölle aus Lehnitz.

Die Einweihung des Gedenksteins und das Fest der Kulturen zeigten einmal mehr, was Oranienburg sein will – eine tolerante Stadt, mit toleranten Einwohnern.

Von Torsten Weigel

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